Podcast "Erschöpfte Wissenschaft?!"

Podcast "Erschöpfte Wissenschaft?!"

By Prof. Dr. Nele Matz-Lück und Marc DechmannScienceHealth & FitnessMental HealthEducation
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Podcast "Erschöpfte Wissenschaft?!" episodes

  • 10 - Fazit: Erkenntnisse, Tabus & ein Blick auf's System
    mit Prof. Dr. Nele Matz-Lück und Marc Dechmann

    Folge 10: Erkenntnisse, Tabus und ein Blick auf‘s System

    Gespräch zwischen Nele Matz-Lück und Marc Dechmann: Wir ziehen ein Fazit dessen, was wir im Austausch mit unseren Expertinnen, aber auch aus der Resonanz der Hörerinnen auf die verschiedenen Folgen, gelernt haben. Wir strukturieren die Folge entlang mehrerer Fragen: Dazu gehören die Frage wie gute Selbstführung gelingt, nach den großen Spannungen, die bleiben, aber auch wie gute Führung von Wissenschaftsorganisationen aussieht. Und natürlich, welche Themen offen geblieben sind, über die es weiter nachzudenken und zu sprechen lohnt. Der Diskurs bedarf weiterhin der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Und diese darf gern über den Kreis derjenigen hinausgehen, die unmittelbar in der Wissenschaft beschäftigt sind. Es geht um die Menschen, die an Hochschulen und Forschungseinrichtungen arbeiten, aber auch um den Wissenschaftsstandort Deutschland und wie wir als Gesellschaft die großen Themen unserer Zeit angehen wollen.

    1 hr 12 min
  • 9 - WissZeitVG & Politische Gestaltungsspielräume
    mit Dr. Carolin Wagner, MdB, stv. bildungs- und forschungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzende der Landesgruppe Bayern der SPD-Bundestagsfraktion

    Folge 9: WissZeitVG & Politische Gestaltungsspielräume

    ACHTUNG! Das Gespräch ist bereits im Januar 2024 aufgezeichnet worden, bevor der Kabinettsbeschluss am 27. März 2024 gefasst wurde. Die Beratungen im Bundestag und Bundesrat stehen Stand April 2024 noch aus.

    Gespräch mit Carolin Wagner: Sie ist nicht nur Mitglied im Bildungsausschuss des Deutschen Bundestages, sondern kennt die prekären Bedingungen der Befristung in der Wissenschaft aus eigener Erfahrung. Was soll sich mit der Reform des WissZeitVG ändern und woran hakt es? Wir sprechen über das Verhältnis von Bund und Ländern und ein Gesetz, das stark in der Kritik steht, weil es anders als in der Wirtschaft Kettenbefristungen erlaubt. Carolin nennt es einen „Durchlauferhitzer“, an dessen Ende viele Wissenschaftler*innen plötzlich keine Perspektive mehr haben. Und trotzdem gilt es noch Widerstände zu überwinden, damit die Reform nicht nur ein „Reförmchen“ wird.

    Links:

    Hier ist das Bundestags-Profil von Carolin mit weiteren Verweisen:
    Deutscher Bundestag - Carolin Wagner
    Die Sicht von #IchBinHanna haben wir ausführlich besprochen. Hier findet Ihr, was das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Reform sagt:
    Die Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes - BMBF (https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/faq/wisszeitvg-reform.html#:~:text=Was%20regelt%20das%20WissZeitVG%20%3F,ein%20Sonderbefristungsrecht%20für%20die%20Wissenschaft.)

    Und hier finden sich Reaktionen auf den Reformprozess und den unlängst gefassten Kabinettsbeschluss:

    Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft | Presseerklärung zum Kabinettsbeschluss WissZeitVG 27.3.2024 (https://www.mittelbau.net)
    Koalitionsvertrag erfüllt – oder verfehlt? - Wiarda-Blog (https://www.jmwiarda.de)
    Wissenschaftszeitvertragsgesetz: SPD will Tarifsperre weit öffnen - Wiarda-Blog (https://www.jmwiarda.de)

    27 min
  • 8 - Ein versteinertes System in Bewegung bringen
    mit Prof. Dr. Hans-Michael Heinig

    Folge 8: Ein versteinertes System in Bewegung bringen

    Gespräch mit Hans-Michael Heinig: Wo setzt man in einem tradierten und geradezu versteinerten Wissenschaftssystem mit starren Hierarchien den Hebel für Veränderung an? Den einen ganz großen Wurf, die Transformation von „oben“ oder „außen“, die alles besser macht, scheint es nicht zu geben. Michael zeigt uns im Gespräch aber viele Möglichkeiten auf, das System durch viele kleine Schritte von innen zu reformieren, so dass Bewegung entsteht.

    Studien/Fachartikel zum Thema:

    Ergebnisse der Studie "Wissenschaftskulturen in Deutschland" | VolkswagenStiftung

    Links:

    Das Profil der Juristischen Fakultät der Georg-August Universität Göttingen im Allgemeinen und von Michael im Besonderen findet Ihr hier:
    Juristische Fakultät - Georg-August-Universität Göttingen (uni-goettingen.de)
    Prof. Dr. Heinig - Georg-August-Universität Göttingen (uni-goettingen.de)

    52 min
  • 7 - Das Postdoc-Zentrum: Gezielte Unterstützung in einer kritischen Karrierephase
    mit Dr. habil. Gesche Braker

    Folge 7: Das Postdoc-Zentrum: Gezielte Unterstützung in einer kritischen Karrierephase

    Gespräch mit Gesche Braker: Wir sprechen über die Umstände, die die Postdoc-Phase in der wissenschaftlichen Karriere besonders kritisch machen können. Mit welchen Themen kommen Wissenschaftler*innen dieser Karrierestufe in die Beratung und was kann ein universitäres Postdoc-Zentrum an Unterstützung leisten? Gesche kennt beides: die wissenschaftliche Karriere bis zur Habilitation und den Wechsel in die Wissenschaftsverwaltung. Wir sprechen über alternative Karrierewege zur Wissenschaft und ein besonderes Trainingsprogramm für internationale Postdocs in Kiel: KiTE – Kiel Training for Excellence.

    Links:

    Neugierig geworden auf das Postdoc-Zentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)?
    Das Postdoc-Zentrum der CAU Kiel — Postdocs (uni-kiel.de)
    Und das ist KiTE:
    KiTE - Qualifizierungsprogramm “Kiel Training for Excellence“ (uni-kiel.de)

    Foto: Jolan Kieschke

    48 min
  • 6 - Psychische Gesundheit und Machtverhältnisse
    mit Dr. Hendrik Huthoff

    Folge 6: Psychische Gesundheit und Machtverhältnisse

    Gespräch mit Hendrik Huthoff: Hendrik zoomt so richtig nah ran an das, was in der Wissenschaft potenziell toxisch auf hochmotivierte und leistungsfähige Forscher*innen einwirkt: die Alternativlosigkeit von Erfolg (publish or perish!), Machtmissbrauch, fehlende Strukturen für Hilfe bei psychischen Problemen. Seine internationale Erfahrung erlaubt einen guten Vergleich verschiedener Wissenschaftssysteme. Nicht zuletzt teilt er seine Ideen zu notwendigen Veränderungen mit uns.

    Studien/Fachartikel zum Thema:

    Über die erwähnte europäische Studie „Staircase“ zu psychischer Gesundheit kann man hier im Interview Näheres lesen:
    «Es scheint, als sei es nie genug, egal, was man tut» - Horizonte (horizonte-magazin.ch)
    Teilnehmen können Forschende noch bis März 2024 unter diesem Link:
    Staircase Survey (tib.eu)
    Hier noch einmal die Studie zu den Risiken für die mentale Gesundheit von Promovierenden von Katia Levecque et al., über die wir in der Folge ausführlich sprechen:
    Work organization and mental health problems in PhD students - ScienceDirect

    Links:

    Und wenn Ihr nur einem einzigen Link in den Shownotes folgt, lasst es bitte den folgenden sein und überhaupt: Rock your mental health!
    https://www.youtube.com/watch?v=V-Ou4K_WTe4
    Neugierig geworden auf den Verein „Irrsinnig menschlich“ oder wie man Ersthelfer für Mental Health wird:
    Irrsinnig Menschlich e.V. – Verein für psychische Gesundheit › Irrsinnig Menschlich e. V. (irrsinnig-menschlich.de)
    MHFA - Mental Health First Aid (mhfa-ersthelfer.de)

    48 min
  • 5 - Den Menschen einfach zuhören...
    mit Prof. Dr. Susanne Staude, Präsidentin der Hochschule Ruhr West HRW

    **Folge 5: „Den Menschen einfach zuhören…“ **

    Susanne Staude: Das Thema gute Führung in der Wissenschaft ist ein Aspekt, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Aber wie führt man eigentlich eine Hochschule, wenn auf dem Wissenschaftssystem und auf den einzelnen Akteuren hoher Druck lastet? Gut zuzuhören ist natürlich nicht das Einzige, was gute Führung ausmacht. Es scheint allerdings ein Schlüssel zu sein, persönlichen Druck aus dem Arbeitsumfeld an der Hochschule zu nehmen.

    **Studien/Fachartikel zum Thema: **

    Der Aufsatz von Susanne Braun et al, Leadership in Academia: Individual and Collective Approaches to the Quest for Creativity and Innovation (2016), kann hier abgerufen werden:
    Leadership in Academia: Individual and Collective Approaches to the Quest for Creativity and Innovation (emerald.com)

    Links:

    Wer neugierig geworden ist auf eine Bildungseinrichtung, von der die Präsidentin aus tiefstem Herzen sagt: „Ich liebe meine Hochschule“, klickt hier:
    Hochschule Ruhr West (hochschule-ruhr-west.de)

    48 min
  • 4 - Ich wär‘ fast auseinandergeflogen
    mit Marco Valero Sanchez

    Folge 4: „Ich wär‘ fast auseinandergeflogen“

    Gespräch mit Marco Valero Sanchez: Mit hoher Motivation, ja Leidenschaft, beginnt Marco seine soziologische Promotion. Er forscht zu Menschen mit chronischen, nicht sichtbaren Krankheiten und Behinderungen, die in der Wissenschaft tätig sind. Nur um festzustellen, dass ihn dieses Projekt körperlich und mental an seine eigenen Grenzen und darüber hinaus bringt. Er schließt den schriftlichen Teil seiner Dissertation ab, bricht dann das weitere Verfahren ab… und ist erleichtert!

    Studien/Fachartikel zum Thema:

    Zu mentalen Belastungen in der Promotionsphase und einem signifikant erhöhten Risiko einer psychischen Erkrankung Promovierender verlinken wir hier eine Studie von Katia Levecque et al., die sich auf belgische Promovierende bezieht, aber auf Deutschland übertragbar ist:
    Work organization and mental health problems in PhD students - ScienceDirect

    Links:

    Wer sich ansehen möchte, wo Marco jetzt beschäftigt ist, kann das hier tun:
    Home - Talents4Good

    Foto von Patrick Labitzke

    38 min
  • 3 - #IchBinHanna
    mit Jun. Prof. Dr. Amrei Bahr

    Folge 3: #IchBinHanna

    Gespräch mit Amrei Bahr: Amrei ist eine von den Initiatorinnen der Initiative #IchBinHanna. Sie weiß genau, wovon sie spricht, wenn sie Kettenbefristungen und prekäre Beschäftigungsbedingungen junger hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen kritisiert. Auch ihre eigene Dissertation entstand vor dem Hintergrund verschiedener gestückelter Verträge und schlussendlich dem Bezug von Arbeitslosengeld. Amrei hat konkrete Vorstellungen, was sich im deutschen Wissenschaftssystem ändern muss, damit gerade junge Forscher*innen nicht ausbrennen.

    Studien/Fachartikel zum Thema:

    Dass die Problematik nicht auf Deutschland beschränkt ist, sondern es international eine „toxic research culture“ gibt, macht der Artikel in Nature deutlich, den wir schon in Folge 1 verlinkt hatten:
    A mental-health crisis is gripping science — toxic research culture is to blame (nature.com)

    Links:

    Wie mit #IchBinHanna alles anfing und wo die Initiative jetzt steht, findet Ihr hier:
    #IchBinHanna (wordpress.com)
    Und das Buch bei Suhrkamp zu Thema: https://www.suhrkamp.de/buch/ichbinhanna-t-9783518029756
    Das ist aber natürlich nicht alles, was Amrei macht:
    Jun.Prof. Dr. Amrei Bahr | Expertin/Experte | Universität Stuttgart (uni-stuttgart.de)
    Auf Bluesky ist Amrei hier zu finden: https://bsky.app/profile/amreibahr.bsky.social
    Empfehlen wollen wir auch ihren Newsletter zur Arbeit in der Wissenschaft:
    Arbeit in der Wissenschaft | Amrei Bahr | Substack

    46 min
  • 2 - Burnout - Worum geht es eigentlich
    mit Dr. Lisa Tomaschek

    Folge 2: Burnout – Worum geht es eigentlich?

    Gespräch mit Lisa Tomaschek: Wenn wir schon einen ganzen Podcast dem Thema Burnout und Erschöpfung in der Wissenschaft widmen, wollen wir auch genau wissen, was damit gemeint ist. Im Gespräch geht es um Definitionen von Burnout, verschiedene Erscheinungsformen, die Akzeptanz der Betroffenen (oder das Fehlen derselben!) und die Frage, ob es sich um eine Krankheit handelt. Auch haben wir Lisa unsere beiden Fragen gestellt, ob nach ihrer Einschätzung Burnout in der Wissenschaft ein Tabu ist und ob sich Wissenschaft und Wirtschaft grundlegend unterscheiden.

    Studien/Fachartikel zum Thema:

    Für die Expert*innen unter Euch und solche, die es werden wollen, verlinken wir eine Meta-Studie zu Persönlichkeitsmerkmalen und der Anfälligkeit für Burnout von Giacomo Angelini:
    Big five model personality traits and job burnout: a systematic literature review - PMC (nih.gov)

    Links:

    Wenn Ihr genauer wissen wollt, was Lisa macht und wie und wo sie arbeitet, findet Ihr das hier:
    Mag. Lisa Tomaschek-Habrina, MSc – Psychotherapie, Coaching, Training, Psychodrama
    E•S•B•A - European Systemic Business Academy | Coaching-Ausbildungen (esba.eu)
    Den Definitionsansatz für Burnout als Krankheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnt ihr hier nachlesen – Spoiler: er beschränkt sich auf den beruflichen Kontext –:
    Burn-out an "occupational phenomenon": International Classification of Diseases (who.int)

    Buchtipp: Gratisdownload von „Der Fleiß und sein Preis. Erfolgreich ohne Stress und Burnout.“ Auf www.lisatomaschek.at/publikationen

    Buchtipp: "Bowl for the soul- Essen für mentale Stärke“ Leseprobe unter https://www.integrative-ernaehrung.com/leseprobe-bowl-for-the-soul-danke

    47 min
  • 1 - Die Backstory zuerst
    warum es für uns ein relevantes Thema ist...

    Folge 1: Warum es für uns ein relevantes Thema ist – Die Backstory zuerst

    Gespräch zwischen Nele Matz-Lück und Marc Dechmann: Wir sprechen ganz persönlich über unsere gemeinsame Coaching-Vergangenheit, die den dann folgenden Burnout von Nele nicht hat kommen sehen. Das Thema Burnout und Erschöpfung in der Wissenschaft bewegt uns und ist gesellschaftlich relevant. Wir gucken uns die Gründe für diese Bedeutung näher an, um Euch in das Thema mitzunehmen. Außerdem stellen wir uns Fragen, die wir in den kommenden Gesprächen vertiefen und auf die wir Antworten suchen. Ist Burnout in der Wissenschaft ein Tabu? Unterscheidet sich die Wissenschaft grundlegend von der Wirtschaft?

    **Studien/Fachartikel zum Thema: **

    Dass die Wissenschaft ein Bereich ist, der zu Erschöpfung und psychischen Erkrankungen geradezu einlädt, findet auch folgendes Feature der Zeitschrift Nature:
    A mental-health crisis is gripping science — toxic research culture is to blame (nature.com)
    Auch die Plattform Academics hat dem Thema einen kurzen Artikel gewidmet:
    Burnout bei Wissenschaftlern: Anzeichen und Maßnahmen - academics

    Weitere Links:

    Was wir machen und wo wir tätig sind:
    Home - K&S (kessels-smit.de)
    Marc Dechmann - K&S (Kessels-smit.de)
    www.uni-kiel.de/jura/forschung/wsi

    42 min

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Erschöpfung, Überlastung, Burnout: Arbeitsbedingter chronischer Stress zwingt gerade diejenigen in die Knie, die besonders leistungsfähig erscheinen. Diejenigen, die bereit sind, über einen langen Zeitraum über die eigenen Grenzen zu gehen. Die Führungsebene der Wirtschaft steht längst nicht mehr allein im Fokus der „Managerkrankheit“ – viel ist zu Burnout veröffentlicht worden. Unsere Universitäten und Forschungseinrichtungen – die Wissenschaft als „Branche“ – kommen in der Debatte über Burnout trotzdem kaum vor. Das romantisch verklärte Bild der der Universität als Ort der Ruhe zwischen angestaubten Bücherregalen und Experimenten im Labor trifft aber schon lange nicht mehr zu. Hoch gesteckte eigene Ziele, große Motivation, aber auch starker Wettbewerb um Stellen und finanzielle Mittel bei oftmals befristeten Arbeitsverhältnissen. Der Druck steigt und Betroffene schweigen meistens.