Wohnungen und Häuser sind in vielen Gemeinden und Städten NRWs sehr knapp. Wie die Bürger in NRW wohnen möchten, das zeigt eine neue Studie der LBS West, so der Vorstandsvorsitzende Jörg Münning.
Herr Münning, Sie haben den Wohnungsmarkt in NRW mit Ihrer Studie untersucht. Gibt es genügend Wohnraum?
O-Ton 1: „Nein. Das ist nicht der Fall. Wir bräuchten eigentlich pro Jahr 75.000 Neubauwohnungen in NRW, schaffen aber im Moment höchstens 50.000 Einheiten im Jahr. Das ist im Ügrigen halb so viel wie wir in den 90iger Jahren geschafft haben. Das heißt, es fehlen uns jedes Jahr 25.000 neue Wohnungen. Der Neubau ist nicht wirklich angesprungen und müsste an Fahrt dringend gewinnen.“ (0’20)
Woran liegt das?
O-Ton 2: „Es wird immer schwieriger für die Kommunen, Bauplätze zu finden. Und im Übrigen auch Einfamilienhäuser, die wir ja auch zur Unterstützung des Wohnraumes eigentlich bräuchten, sind in der Unterversorgung. Und wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht nur in den Geschoßwohnungsbau gehen, denn dann könnten sich die Bausünden der 60er und 70er Jahre in den Kommunen wiederholen. Auch da muss man sehr deutlich drauf aufpassen.“ (0’22)
Warum ist dies problematisch? Hauptsache ein Dach über den Kopf.
O-Ton 3: „Die Menschen möchten nicht darin wohnen und die Frage ist, wo neuer Wohnraum geschaffen werden könnte. Am liebsten möchten die Bürger nämlich in ihrem Stadtteil wohnen bleiben. Da müssten sie natürlich erst mal die passende Wohnung finden. Also alles nicht so einfach.“ (0’14)
Worauf legen die NRW-Bürger sonst noch wert?
O-Ton 4: „Also 80 Prozent aller NRW-Bürger sagen, neben den guten Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe möchten Sie schnelles Internet haben. Das ist ihnen genauso wichtig. Dazu die Klassiker wie medizinische Versorgung, Parkplätze und die Anbindung an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr. Darauf legen auch 70 % der NRW-Bürger großen Wert.“ (0’19)
Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Wohnraummarkt wieder mehr ankurbeln?
O-Ton 5: „Es würde helfen, wenn wir gerade junge Familien möglichst frühzeitig in eigene vier Wände bekommen. Das entlastet nämlich auch den Mietmarkt. Das müsste man auch fördern, indem man eine Eigenheimförderung unterstützt. Das heißt also z.B. die Wohnungsbauprämie verbessert, den Wohn-Riester, den kann man stärken. Da gibt es schon die ersten Signale aus der Politik, aber das kann man sicherlich noch verbessern.“ (0`22)
Das war der LBS West Vorstandsvorsitzende Jörg Münning. Vielen Dank für die Informationen.