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Kaum hat sich die Einzelgängerin Karla mit der gleichaltrigen Ivana angefreundet, stehen auch schon die langen Sommerferien vor Türe. Ivana reist zu ihren Großeltern an die Adria, während auf Karla, deren Eltern getrennt leben, sechs einsame Wochen warten, Doch dann ändert eine Begegnung an dem kleinen See am Wald, wohin sie sich so gerne zurückzieht, alles. Ein verwilderter Junge, der kaum sprechen kann, macht sich an ihrem Proviant zu schaffen. Karla bringt ihm Kleider und Essen und versteckt ihn, während sie versucht, auf eigene Faust das Geheimnis um "Dudek", wie der Junge vielleicht heißt, zu lüften. Bald schon gerät sie dabei in große Gefahr.
Jan Koneffke erzählt eine packende Geschichte von Verbrechen, Freundschaft und Mut - und vom falschen Schein einer vermeintlich sicheren und geordneten Erwachsenenwelt.
„Psychologisch genau erzählt der Autor von einer mutigen, empfindsamen Einzelgängerin und von einem Jungen, der in Dunkelheit leben musste. Wie sie sich befreien, wird in einer berührend-kraftvollen Sprache beschrieben.“ (MDR Kultur 14.2.2024)
Jan Koneffke, geboren 1960 in Darmstadt, studierte und lebte bis 1994 in Berlin, verbrachte danach 8 Jahre in Rom und pendelt seit 2003 zwischen Wien, Bukarest und dem Karpatenort Maneciu. Er schreibt Lyrik, Romane, Kinderbücher, Essays, Rundfunkfeatures und Hörspiele, Rezensionen, Drehbücher, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge, übersetzt aus dem Italienischen und Rumänischen und ist Redakteur der Wiener Zeitschrift „Wespennest“. Seit 2021 betreut er eine eigene Fernsehreihe unter dem Titel „Mein Bukarest – Jan Koneffke“ für das 1. Programm des rumänischen Fernsehens (TVR1).
Mehrere Auszeichnungen und Preise, darunter Leonce-und-Lena-Preis, Stipendium der Peter-Suhrkamp-Stiftung, Rom-Preis der Villa Massimo, Usedomer Literaturpreis, Uwe-Johnson-Preis, Robert-Gernhardt-Preis.
Im vergangenen September wurde der „Lyrikpreis der Südpfalz“ zum dritten Mal vergeben. Er wird von den Landkreisen Südliche Weinstraße und Germersheim sowie der Stadt Landau in zweijährigem Turnus verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Anja Utler und Ulf Stolterfoth waren die beiden vorhergehenden Preisträger.
Die Begründung der Jury lautete - Zitat - :
In dieser Kostprobe liest Ihnen Karin Fellner Gedichte aus ihrem neuen Band „Olle und Fu“, der im März 2024 im Verlag Parasitenpresse erschien.
Verlagstext der Parasitenpresse
Mit Polle und Fu legt die Münchner Dichterin Karin Fellner einen neuen Gedichtband vor, der sprachlich, spielerisch, leicht und teilweise lustig aktuelle Themen anpackt, die gar nicht lustig sind: wie unsere Gesellschaft mit Tieren, mit der Natur umgeht. „Und ich staune – einmal wieder – über diese ungezähmte Leichtigkeit, die Karin Fellner ihren Figuren und Gesichten bisweilen beigibt oder die sie von ihnen empfängt (ohne unsere zur Normalität erhobenen Dummheiten und Grausamkeiten zu verschweigen, Zaumzeug, Gitter, Drähte), über dieses Ernste im Heiteren oder das Fliegen trotz Erdenschwere.“ (Anja Bayer)
Karin Fellner (*1970) studierte Literaturwissenschaften (M.A.) und arbeitet heute als Autorin, Lyrikvermittlerin und Schreibcoach in München, wo sie auch Schreibworkshops, u.a. für das Lyrik Kabinett München, leitet.
Ihre Gedichte wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Förderpreis beim Leonce-und-Lena-Wettbewerb (2005), dem Medienpreis beim Lyrikpreis Meran (2012), der Christian-Ferber-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (2021) und dem Lyrikpreis der Südpfalz (2024).
Von ihr liegen bislang sechs Gedicht-Einzelbände vor. Die Titel „in belichteten wänden“ (2007) und „hangab zur kehle“ (2010) wurden beim yedermann Verlag veröffentlicht. Ihr Debüt „Avantgarde des Schocks“ (2005) sowie die jüngsten drei Bände „Ohne Kosmonautenanzug“ (2015), „eins: zum andern“ (2019) und „Polle und Fu“ (2024) erschienen in der Parasitenpresse, Köln.
Heute vor 70 Jahren, am 25. September 1954, wurde Ralph Dutli in Schaffhausen/Schweiz geboren. Schon lange wohnt er in Heidelberg. In Zürich und an der Sorbonne hatte er studiert, von 1982 bis 1994 lebte er in Paris. Als hätte es ihn immer zum Wasser hingezogen, als hätten Flüsse das reiche und vielfältige Treibgut seiner Arbeit angeschwemmt: Vom Rheinfall an die Limmat, von Zürich an die Seine, von Paris zur Alten Brücke über den Neckar.
„Ich bin ein Essayist, der auch Gedichte schreibt“ – sagt er. Und man muss hinzufügen: Ein Dichter, der auch Romane schreibt, ein Romancier, der auch übersetzt, ein Übersetzer, der auch Sachbuchautor ist, der Biografien, Kulturgeschichten und Essays schreibt. Und zwar vorzügliche! Wundervolle! Wie in meinem Lieblingsbuch von ihm: „Nichts als Wunder“. Es versammelt hinreißende Essays über einige meiner (und seiner) Größen der Poesie, von Anna Achmatowa bis Marina Zwetajewa.
Darüber hinaus ist Ralph Dutli nicht nur ein stupender Kenner und Vermittler von berühmten oder kaum bekannten Autoren und Autorinnen der französischen Literaturgeschichte vom Mittelalter bis zur klassischen Moderne, sondern auch ein Übersetzer und Vermittler russischer Literatur. Seine Übertragung und Herausgabe der zehnbändigen Gesamtausgabe der Werke von Ossip Mandelstam sowie seine vier Bücher über ihn sind längst unverzichtbare Standartwerke.
Der jüngste ist in diesem Frühjahr im Wallstein Verlag erschienen. Er trägt den Titel „Alba“ und „vereint in zehn Zyklen Gedichte aus anderthalb Jahrzehnten, Verse aus verschiedenen Zeiten, Sprachen und Räumen.“
In Podcastliteratur.de liest Ralph Dutli Gedichte aus seinem neuen Band „Alba“.
Siehe auch „Wikipedia“ und die Webseite https://www.ralph-dutli.de/
weitere Infos zu Ralph Dutli
Hans Thill ist seit 2010 Leiter des Künstlerhauses des Landes Rheinland-Pfalz in Edenkoben. Seit 2000 leitet er dort die Reihe „Poesie der Nachbarn – Dichter übersetzen Dichter“.
Hans Thill ist (der Begriff hört sich immer ein bisschen voluntaristisch an) „Literaturaktivist“ in vielen anderen Bereichen der deutschen Literaturszene. (Mitbegründer des Heidelberger Wunderhorn Verlags, war „Writers for peace“-Beauftragter des PEN, ist Übersetzer und Herausgeber vieler Autoren und Anthologien.
Mit höchst ungewöhnlichen Texten, die kaum den Regeln einer vertrauten Poetik folgen. Die eher in der Nachfolge der „Oulipo“-Bewegung stehen. (Die Bewegung wurde 1960 in Frankreich gegründet und zeichnet sich dadurch aus, dass bei der Entstehung ihrer Texte formelle außerliterarische Regeln und einengende Zwänge angewendet werden. Bei uns am bekanntesten sind wohl Autoren wie Raymond Queneau, Georges Perec oder Oskar Pastior, der übrigens häufig Gast des Künstlerhauses war.)
Diese Prosaminiaturen hat die Rezensentin im Deutschlandfunk als „Kraftwerk aus Quatsch“ bezeichnet, was keinesfalls abwertend gemeint war. Und was die beiden wichtigsten Eigenschaften dieser kurzen Prosastücke erfasst, die jeweils nur fünf bis zwanzig Zeilen lang sind.
Aber wenn sie nicht durch die übliche Konstruktion von Bedeutung entstehen, wie entstehen sie dann? Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht wissen. Weil der Prozess ihrer Entstehung in zwei einerseits realen, aber immer auch ständig virtuellen Hirnen sich abspielt. Das eine ist das unendliche Hirn der Sprache(n). Und das andere Hirn ist das Hirn von Hans Thill. In das weder Elon Musk noch ich hineinschauen kann und das auch er selbst nur in kleinen Teilen kennen wird. Was in den Feuern seiner Synapsen aus Erinnerungen, Wahrnehmungen und Wünschen entzündet wird, das weiß auch er selbst erst, wenn er es hingeschrieben hat und liest.
Da wir nicht in seinen Kopf sehen können („Phuuu Mama, guck mal wie es da drunter aussieht!“ – sagte einmal die kleine Tochter einer Bekannten als sie zum ersten Mal ein enthäutetes Reh sah), können wir seine Bedeutungs- und Sinngebungen auch nicht wissen.
Was aber kein Grund zur Verzweiflung ist. Und schon gar kein Grund, um solche Texte nicht zu lesen. Ganz im Gegenteil! Es ist der Grund für unsere Freiheit, damit zu machen was wir wollen. Wir dürfen nach Belieben, nach Lust und Launen in diesen Wunderdünen aus SprachLegosteinen wühlen und spielen und die Maschinen ihrer Texte mit den Maschinen unserer Hirne verkoppeln und Sinnklötzchen basteln.
Die Welt bedeckt ein Schwarm von Dörfern.
»Da ist also ein Dichter mit überaus überraschenden Bildfindungen und Verwandlungsstrategien, der immer wieder sich und uns zuruft: Bitte schön unregelmäßig schreiben!«
Gelächter Sirenen. Gedichte. Wunderhorn, Heidelberg 1985.
Das sind einige der Etiketten, mit denen die Literaturkritik den Debütroman von Yade Yasemin Önder feiert.
Ihr Buch mit dem rätselhaften Titel, dem übrigens keine Genrebezeichnung folgt, ist ein Wirbel aus Prosafragmenten und Miniaturen, der Szenen, Bilder, Erlebnisse und Erinnerungen einer Heranwachsenden in einer Familienkonstellation zwischen fettem Vater mit türkisch-kurdischem Migrationshintergrund und übergriffig mosernder Mutter mit deutschem Menstruationshintergrund aufblendet. In einem Alter und einer Zeit, die geprägt sind von pubertärem Frühlingserwachen und MeetToo-Gewalterfahrungen, kulturellen Kurzsichtigkeiten, Selbstoptimierung und Selbstzweifeln.
Das Wichtigste an Yade Yasemin Önders Buch aber ist seine Sprache und seine Komposition jenseits der Wut, der Klagen und des Gejammers herkömmlicher Migrantenliteratur. Wer eine zusammenhängende chronologisch erzählte Handlung erwartet wird enttäuscht. Es ist vielmehr ein Wirbel von Fragmenten, Szenen, Miniaturen, Erinnerungen, experimentellen Varianten, die sich oft assoziativ fortschreiben, häufig grotesk verdichtet, mit surrealen und unwahrscheinlichen Übertreibungen, voll verblüffender Wendungen und überraschender Bilder, oft rotzig, lärmend, laut und lustig, fast immer stark rhythmisiert und nur an der Oberfläche scheinbar autofiktional inspiriert. Bei genauem Hinsehen von durchtriebener Komplexität und experimenteller Sprach-Stil- und Kompositionslust.
Am 16. Juni stellt Yade Yasemin Önder ihr Buch im Künstlerhaus Edenkoben in Lesung und Gespräch vor.
Yade Yasemin Önder studierte (nach dem Abitur auf zweitem Bildungsweg) Literatur- und Erziehungswissenschaften an der HU Berlin, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr erstes Theaterstück »Kartonage« wurde zu den Autorentheatertagen 2017 eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 war sie Gewinnerin des open mike in der Kategorie Prosa, 2019 Preisträgerin des Martha-Saalfeld-Förderpreises, 2020 erhielt sie das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats und eine Einladung zum Heidelberger Stückemarkt. 2021 war sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya Istanbul.
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