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In Chile und Südafrika prägen koloniale Enteignungen und gewaltsame Vertreibungen bis heute, wem Grund und Boden gehören. Weil Südafrika sich um Landreformen bemüht, planen die USA Sanktionen. Südafrikanischen Staatsbürger*innen, die das Gesetz zur Landreform verabschiedet haben – oder umsetzen – sollen Visa entzogen werden. Pretoria bezahle den Preis dafür, auf den Protest der USA nicht einzulenken, schrieb US-Botschafter Bozell in der Zeitung Daily Maverick. Daraufhin bestellte Südafrikas Außenministerium den Botschafter ein. In Chile kämpfen die Mapuche seit 450 Jahren um ihr Land.
Die Beiträge unserer Magazinsendung blicken auf Gesellschaften im Wandel: In Indien macht eine ungewöhnliche Jugendbewegung mit Kakerlaken-Masken gegen den enormen Druck im Bildungssystem mobil. Was bedeutet Frieden für sie? Und in Kambodscha geht es um die schwierige Erinnerungsarbeit nach der Herrschaft der Roten Khmer – und darum, wie eine junge Generation mit der Vergangenheit umgeht. Das Konzept von Spatial Justice steht im Zentrum der Kämpfe um Land in Chile und Südafrika – räumliche Gerechtigkeit hat eine gewichtige Rolle für den sozialen Frieden.
In einer Zeit, in der im gesellschaftlichen Diskurs die Zukunft vom Ort der Hoffnung immer mehr zum Ort der Katastrophe geworden ist, haben anscheinend nur noch rückwärtsgewandte Utopien Konjunktur. Davon ließ sich die Redaktion der Blätter des iz3w nicht abhalten und hat ein Heft mit dem Schwerpunkt Utopie & Praxis gemacht. Gefragt wird auch wie europäisch-nordamerikanisch der Begriff der Utopie ist und wie viel vom Kolonialismus darin steckt.
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