Interpreten: Asya Fateyeva, Lautten
Compagney Berlin, Wolfgang Katschner
Label: deutsche harmonia mundi
Für viele Menschen gehören ABBA zu den
besten Bands der Musikgeschichte. Hits wie Dancing Queen, Mamma Mia, Fernando,
SOS und noch so viele mehr verführen oft zum Mitsingen oder zumindest
mitsummen. Die Lieder sind originell und kompositorisch handwerklich gut gemacht,
also warum diese nicht auch auf klassische Art und Weise spielen? Das hat sich
Wolfgang Katschner gedacht und ABBA genauso mit Jean-Philippe Rameau kombiniert,
wie seine Lautten Compagney mit der jungen Saxofonistin Asya Fateyeva.
Mit rund 400 Millionen verkauften
Tonträgern zählt ABBA zu den erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte.
Abgesehen von ihrem eigenen Musikstil, waren vor allem die für die
damalige Zeit ausgefallenen bunt-poppigen Kostüme charakteristisch, die sie bei
Auftritten und in ihren Musikvideos getragen haben. Darauf allerdings verzichtet
Wolfgang Katschner mit seiner Lautten Compagney Berlin, dem Musikstil
allerdings versucht er sich mit seinen Mitmusikerinnen und Mitmusikern
anzunähern. Da bekommt die Bezeichnung Klassiker für so manchen ABBA Hit gleich
„Bo Wiget, Cellist und Arrangeur der Lautten Compagney, wollte
unbedingt Songs von ABBA machen und ich habe dann Rameau vorgeschlagen, denn
Rameau ist sehr kunstvoll, aber auch exaltiert, tänzerisch und
avantgardistisch“ – sagt Wolfgang Katschner über die Idee, die hinter der
Kombination zwischen ABBA und Rameau steckt. Und tatsächlich geht diese Idee
auf. Die ABBA Songs wurden den klanglichen Möglichkeiten der Barockinstrumente
angepasst und die Singstimmen von Agnetha und Anni-Frid wurden auf das Saxophon
übertragen. Das moderne Instrument mischt sich wunderbar mit den historischen
Klängen von Cembalo, Laute oder Barockgeigen und man bekommt tatsächlich Laune,
regelrecht das Tanzbein zu schwingen. So manchem Hit wurde hier ein so neues
Kleid verpasst, dass man ihn teilweise erste aufs zweite Hinhören erkennt. Rameau
gehört sowieso zum musikalischen Grundstock der Lautten Compagney und dient
hier, zugegeben, doch eher als Lückenbüßer. Als Fortführung der Idee könnte man
übrigens, im Sinne des Musicals Mamma Mia!, eine Art Neo-barocker Oper mit
bearbeiteten ABBA Hits und klassisch ausgebildeten Stimmen machen. Wolfgang
Katschner, das wär doch was, oder? (mg)