Interpreten: Czech Philharmonic, Semyon Bychkov
lange ersehnte Fortsetzung des Mahler Symphonien Zyklus aus Prag. Semyon
Bychkov und die Tschechische Philharmonie mit Gustav Mahlers erster Symphonie.
Die Erwartungen werden auch hier nicht enttäuscht, wie wieder Michael Gmasz
Nachdem in den vergangenen Jahren bereits
höchst eindrucksvolle Aufnahmen der Zweiten Mahler mit Christiane Karg und
Elisabeth Kulman, der vierten Symphonie mit Chen Reiss und der Fünften Mahler
erschienen sind, war es an der Zeit, die Mahler Reihe der Tschechischen
Philharmonie unter Semyon Bychkov bei Pentatone fortzusetzen. Aufgenommen auch
diesmal wieder im Dvořák Saal des Rudolfinums in Prag. Der Titan, wie man die
erste Symphonie gerne nennt, wobei der Titel von Mahler wieder zurückgezogen
wurde, ist die neue Folge der über längere Zeit angelegten Mahler
Gesamtaufnahme aus Prag und auch diese Aufnahme setzt an musikalischer Raffinesse
und Qualität fort, was die bisherigen bereits geboten haben.
Diese erste Symphonie von Gustav Mahler ist
ein faszinierendes Werk. Naturverbunden, tänzerisch, mit traditionellen
Elementen und ersten Klezmer-Anklängen. Mit ganz leisen aber doch auch feierlich
lauten Tönen. Semyon Bychkov ist ein Freund der Kleinigkeiten, der feinen Nuancen,
der Transparenz, trotz des großen Orchesterapparates. Das Besondere an dieser
Aufnahme ist jedoch, dass Bychkov nie aufdringlich auf die speziellen Elemente
in Mahlers Werk hinweist. Der Ländler im zweiten Satz ist tänzerisch, aber nicht
übermäßig „gestrampft“, die Klezmerkapelle im Dritten fügt sich ins Geschehen
ein, als wäre es das Normalste der Welt. Das ist die Spezialität von Semyon
Bychkov und seiner Mahlerdeutung. Es wirkt alles absolut natürlich, nichts
aufgesetzt oder übertrieben – und genau dafür gebührt ihm großer Dank und immer
wieder eben auch die Anerkennung meinerseits zumindest als Wochenempfehlung auf
radio klassik Stephansdom! (mg)