Interpreten: Danae & Kiveli Dörken
Label: Berlin Classics
EAN: 885470029696
griechischen Großmutter und die Erinnerungen an einen Besuch des Orakels von
Delphi haben die Schwestern Danae und Kiveli Dörken zum Titel ihres neuen
Albums „Apollo und Dionysus“ angeregt. Denn zu einer guten Entscheidung gehören
„beide göttlichen Eigenschaften, Ratio und Emotion“, wie die beiden sagen. Wie
sich das auf ihre Musik auswirkt, hat sich Michael Gmasz genauer angehört.
dionysisch-Zügellose und das apollinisch-Reine zeigen sich auf unserer CD der
Woche gleich in mehreren unterschiedlichen Facetten. Da wäre zuerst einmal die
Programmauswahl. Furioses, feurig Emotionsgeladenes von de Falla, Roussel oder Theodorakis
trifft auf Träumerisches von Debussy, beinahe mathematisch-Reines von Philip
Glass und dionysisch-apollinisch Ausgeglichenes von Brahms, Ravel und Glière. Und
dann wären noch die Persönlichkeitsmerkmale der beiden Schwestern Danae und
Kiveli, die eine eher ruhig, geordnet, zurückhaltend – die andere chaotisch,
wild und mehr dem Dionysischen zugewandt. Wer jedoch welchen Charakter besitzt,
verrate ich hier nicht, denn beim Spiel merkt man das in keinster Weise.
zur CD schreibt Antonia Munding poetisch: „Wenn Danaes und Kivelis Hände zu
pfeilschnellen Attacken ausholen, scharfe Akzente setzen, sich ineinander
verflechten, lösen, umspielen, scheinen sich Dionysus und Apollo als flüchtiges
Schattenpaar an ihre Bewegungen zu schmiegen.“ Viel besser könnte ich es auch nicht
beschreiben. Denn man hört in allen zwölf aufgenommenen Werken die musikalische,
räumliche und persönliche Nähe der Dörken Schwestern. Vor allem die rhythmisch
akzentuierten, rasanten Stücke werden so zu einem wahren Feuerwerk an
Klaviermusik. Für mich vielleicht auch deswegen, weil ich mich wohl auch eher
dem dionysischen als dem apollinischen Spektrum zuzähle …. Aber das ist eine
andere Geschichte … „Apollo & Dionysus“ ist eine CD, die wieder einmal
beweist, wie schön es ist, ein programmatisch durchdachtes Album zusammenzustellen
und zu gestalten. Mit einem aufregenden Beginn, Ruhephasen zwischendurch und
einem immer wieder Aufflammen in Tempo und Dynamik. Natürlich lassen sich die
Musikstücke einzeln genießen, aber ein Durchhören von Beginn bis zum Ende macht
hier eindeutig mehr Sinn! (mg)