Interpreten: Royal Philharmonic Orchestra
Label: DG
Am 30. März des heurigen Jahres hat
der bedeutende japanische Filmmusikkomponist und Dirigent Joe Hisaishi die
Wiener Symphoniker im goldenen Musikvereinssaal durch ein Programm mit seinen
bekanntesten Werken geleitet. Bei der Deutschen Grammophon ist jetzt eine
Doppel-CD mit seinen Musiken für die Animefilme des Ghibli-Studios, also jene
von Hayao Miyazaki, erschienen.
Farbenfrohe und erlebnisreiche Musik, wie Michael Gmasz findet.
John Williams und Steven Spielberg,
Bernard Herrmann und Alfred Hitchcock, Alan Silvestri und Robert Zemeckis,
Ennio Morricone und Sergio Leone, Danny Elfman und Tim Burton – das sind
allesamt Gespanne, die gemeinsam als Filmmusikkomponist und Regisseur bei sehr
vielen Filmen für Furore gesorgt haben und noch sorgen. Und zu dieser Liste
muss auch unbedingt die Paarung Joe Hisaishi und Hayao Miyazaki hinzugefügt
werden, die seit den frühen 80er Jahren untrennbar miteinander verbunden sind. Nausicaä
aus dem Tal der Winde, Prinzessin Mononoke, Kikis kleiner Lieferservice, das
wandelnde Schloss oder Chihiros Reise ins Zauberland, um nur einige wenige zu
Sein Debüt beim gelben Label Deutsche
Grammophon feiert Joe Hisaishi nun mit dem Doppelalbum A Symphonic Celebration,
auf dem das Royal Philharmonic Orchestra unter seiner Leitung mit den zuvor
erwähnten Kompositionen und noch einigen weiteren in neuen orchestralen
Bearbeitungen zu hören ist. Das ist Musik mit einer eigenen Handschrift, mit
unterschiedlichen Idiomen versehen. Farbenfroh
in der Besetzung, von melancholischen Klangteppichen über akzentuiert-rhythmische
Passagen bis hin zu atemberaubend dramatischen Szenen, wie im Prinzessin
Mononoke-Score. Muss Filmmusik losgelöst vom Film im Konzertsaal und auf CD
funktionieren? Nein, muss sie nicht. Bei Joe Hisaishi ist jedoch jede Suite für
sich ein kleines abgeschlossenes Märchen und so entsteht Musik, die auch ohne
das bewegte Bild Geschichten zu erzählen weiß. (mg)