Hilke Berger über die Nutzung von Daten für die Stadt der Zukunft, über Fremderfahrungen und Innovationen im Urbanen
Von „Metropolis“ bis zum „Lustigen Taschenbuch“, von Mark Twain bis Stanley Kubrick: Seit über hundert Jahren findet in Filmen, Comics, Büchern, Videospielen, in Kunst und Popkultur eine Auseinandersetzung mit der „Stadt der Zukunft“ statt. Irgendwo zwischen Dystopien und Utopien, zwischen Betonhöllen und bepflanzten Hauswänden, zwischen fliegenden Autos und Teleportern.
Manches ist wahr, manches bleibt Science Fiction, aber eines gilt es zu Bedenken: Wenn es nach der Gästin in dieser Folge des re:publicast geht, hat die Stadt nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zukünfte. Hilke Berger, Stadtforscherin und Expertin für kulturelle Stadtentwicklung, wirft gemeinsam mit Host Jonas Ross einen Blick hinter die Fassaden unserer Metropolen. Sie diskutieren, warum die Stadt der Zukunft weit mehr ist als eine Ansammlung von Beton oder bepflanzten Hauswänden – sie ist ein komplexes Geflecht aus Mobilität, Miteinander und dem Drang nach individueller Freiheit.
In einer Zeit, in der über 75% der Menschen in Deutschland auf engstem Raum zusammenleben, stellt sich die drängende Frage nach der Teilhabe: Wie wird man den unterschiedlichen Bedürfnissen von Studierenden, Rentner*innen, Alteingesessenen und Zugezogenen gerecht? Dabei beleuchtet Berger, wie Kunst, Politik und Digitalität ineinandergreifen müssen, um das einstige Freiheitsversprechen der Stadt auch für kommende Generationen lebendig zu halten. Und es geht darum, wie digitale Daten dabe helfen, die Stadt zu einem besseren ort zu machen.
Hilke Berger bringt für diese Analyse eine fundierte Expertise mit. Als langjährige wissenschaftliche Leiterin des City Science Labs an der HafenCity Universität Hamburg und seit Ende 2025 als Leiterin für kulturelle Stadtentwicklung der Stadt Kiel, arbeitet sie an der Schnittstelle von Theorie und Praxis. Im Gespräch teilt sie ihre Erfahrungen mit Zukunftsszenarien und erklärt, warum echte urbane Innovation nur durch echte Beteiligung entstehen kann. Es geht um die Suche nach Lösungen für die Herausforderungen des Zusammenlebens in 30 oder 100 Jahren.
Dieses Gespräch ist im Herbst 2025 am Rande des Reeperbahn Festivals in Hamburg entstanden – als Teil unserer vierteiligen Reihe auf dem Weg zur re:publica 2026 in Berlin.
Produktion und Redaktion: Jonas Ross