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Ruhrgebietskonferenz-Pflege fordert mehr Lösungsorientierung und macht praktische Vorschläge für die flächendeckende Umsetzung der Schnellteststrategie: „Besuchsgarantie des Landes NRW ist fahrlässig und verantwortungslos!“
Die Ruhrgebietskonferenz-Pflege redet Tacheles und erwartet pragmatische Lösungen und einen Schulterschluss bei der Organisation der Schnelltests in der Pflege. „Wir müssen die Anforderungen an das Testpersonal absenken, dann können wir viel mehr Personen testen und hochbetagte Menschen schützen. Schnelltests sind kein Hexenwerk,“ fasst Konferenz-Sprecher Thomas Eisenreich zusammen.
Jetzt hören!
„Wir warten nicht, bis jemand bei uns nachfragt“
Vodcast der Ruhrgebietskonferenz-Pflege zu guter Kommunikation nach Innen und Außen in der Corona-Krise
In der Coronakrise spielt Kommunikation und Information eine zentrale Rolle für die Pflegeinrichtungen. Wieviel Transparenz und Offenheit muss sein? Wann und in welchem Ton berichten wir über einen Corona-Ausbruch? Welche Unterschiede in der Kommunikation mit Beschäftigten und Kunden müssen wir machen? Gemeinsam mit Michael Wiese, seit rund 30 Jahren Sprecher der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen, und Jan Hindrichs, seit Mitte 2020 Geschäftsführer der Caritas in Herten, ziehen wir Zwischenbilanz zur kommunikativen Krisenbewältigung in der Corona-Pandemie.
Sowohl Caritas als auch Diakonie mussten in den letzten Monaten Ausbrüche von Covid-19 in ihren Einrichtungen bewältigen. „Wir haben viel gearbeitet. Teilweise mussten wir komplexe Zusammenhänge und Informationen über Corona für unsere Klienten übersetzen. Die Herausforderung: Immer auf dem neusten Stand der Information bleiben und auf vielen Kanälen kommunizieren“, beschreibt Michael Wiese. Die Diakonie hat deshalb unter anderem schon frühzeitig eine gesonderte Corona-Informationsseite ins Internet gestellt und eine App für die Kommunikation mit den Mitarbeitenden zum Einsatz gebracht.
Kommunikation in Zeiten von Social Media ist komplexer geworden. „Wir müssen ständig darauf achten, dass wir mitbekommen, wo überall über uns gesprochen wird“, beschreibt Jan Hindrichs diese Herausforderung. Zur Krisenbewältigung gehört aber nicht nur gute Kommunikation. „Unsere Krisenkommunikation ist eingebettet in ein gutes Krisenmanagement. Die Prozesse müssen stimmen, dann können wir auch gut kommunizieren“, ordnet der Caritas-Geschäftsführer die Kommunikation in das Gesamtsystem ein.
Für Michael Wiese war die Corona-Pandemie Anlass für einen Paradigmenwechsel in der Kommunikation mit Mitarbeiter*innen: „Wir haben in der Krise investiert. Investiert in Technik und in unsere Mitarbeitenden. Mit unserer neuen Diakonie-App haben wir unsere interne Kommuniktion demokratisiert.“ Kommunikation ist keine Einbahnstrasse und kann jetzt von allen Beteiligten initiiert werden. Für Michael Wiese als Sprecher der Diakonie ist dieses Instrument eine große Bereicherung, um Hinweise und notwendige Impulse zu bekommen.
Bei der Caritas bricht Jan Hindrichs eine Lanze für die direkte Kommunikation: „Wir haben in der Krise auf Nähe gesetzt. Fürhungskräfte sind nah dran gewesen an den Teams und haben damit Zusammenhalt signalisiert.“
Insgesamt scheint die Krise und die damit verbundene Kommunikation Unternehmen und Beschäftigte näher zusammengebracht zu haben. Gute Kommunikation hat, da wo es vorher schon vorhanden war, das Vertrauen in die Träger gestärkt.
Dieser Tacheles-Podcast ist der Auftakt zu einer Reihe von Aktivitäten der Ruhrgebietskonferenz-Pflege, mit denen wir auf die fehlerhaften Weichstellungen der aktuell diskutierten Reformvorhaben der Bundesregierung hinweisen wollen. In diesem Beitrag geht es um die Folgen für die Ambulante Pflege.
„Die Strenge hat sich gelohnt“: Was denken eigentlich Bewohnerinnen und Bewohner über die Lebensbedingungen in der stationären Pflege in Coronazeiten? Welche Auswirkungen haben Kontaktbeschänkungen oder Besuchsverbote gehabt und was erwarten sie von der nahen Zukunft? Das haben wir in einem Vodcast Bewohnerinnen des Seniorenzentrums Margarethenhöhe in Essen gefragt. Hannelore Heeder, Karola Stötzel und Anneliese Hannhörster haben zusammen in den letzten zehn Monaten in der Einrichtung des Diakoniewerks viel erlebt. Alle drei sind sich einig und Hannelore Heeder bringt es auf den Punkt: „Wir haben die Coronakrise bisher gut gemeistert. Es hat noch keine Infektionen gegeben.“ Sie hat in ihren 97 Lebensjahren noch nichts Vergleichbares erlebt. „Na ja, bis auf den Krieg vielleicht“, stellt sie klar. Karola Stötzel steigt dann auch gleich in die Analyse ein: “Es wurde strikt darauf geachtet, dass die Verbote eingehalten werden. Die Strenge hat sich gelohnt“.
„Berichterstattung kann man nicht unterbinden!“: Wie geht eigentlich Krisenkommunikation in einer dauerhaften Krisensituation? Wann ist Krisenkommunikation in der Coronakrise notwendig und was ist dabei zu beachten? Mit diesen und noch sehr viel mehr Fragen haben sich der Kommunikationsexperte Martin von Berswordt-Wallrabe und HG Butzko als Kabarettist im Krisenmodus beschäftigt.
„Pflegerische Maßnahmen müssen mit kommunikativen Maßnahmen Hand in Hand gehen, auch wenn man gerade scheinbar was ganz anderes im Kopf hat“, das ist die erste Empfehlung von Martin von Berswordt-Wallrabe, der zusammen mit Partnern seit Jahren eine Agentur für Kommunikations- und Strategieberatung in Düsseldorf betreibt.
HG Butzko fällt zu dem Thema Krisenkommunikation spontan der ehemalige EU-Ratspräsident Jean Claude Juncker ein, der gesagt hat: „Zur Not, wenn es darauf ankommt, müssen wir Lügen wie gedruckt.“ Da kann der Kommunikationsexperte natürlich nicht mitgehen. Stattdessen stellt er klar: „Sie dürfen sich nicht lange mit dem aufhalten, was passiert ist. Stattdessen müssen sie schnell einen Ausblick geben, zeigen, dass man weiß wie es weitergeht!“ Gute Krisenkommunikation bleibt im Gespräch bis „die Karawane weiterzieht.“ Martin von Berswordt-Wallrabe formuliert klar: „Man kann Berichterstattung nicht unterbinden. Schon gar nicht mit nichtkommunizieren.“
Was sonst noch zu guter Krisenkommunikation gehört und wann Jens Spahn voraussichtlich Bundeskanzler werden will kann man hier nachhören…
„Schnelltests für die Pflegeeinrichtungen können uns helfen, die Isolation von Bewohnerinnen und Bewohnern langfristig zu vermeiden“, bringt Ulrich Chistofczik, Vorstand des Evangelischen Christophoruswerks und einer der Sprecher der Ruhrgebietskonferenz-Pflege, seine Einschätzung auf den Punkt. Die Arbeitgeberinitiative aus dem Ruhrgebiet begrüßt in einem Vodcast bzw. Podcast mit dem Titel „Jetzt mal Tacheles – Wie Schnelltests uns wirklich helfen können“, dass die Landesregierung die Nutzung von PoC-Antigentests auf den Weg gebracht hat.
Einheitliche Standards bei Hygiene, übertragbare Empfehlungen und Vorgaben im Fall eines Corona-Ausbruchs, systematische Einbindung von Praktikern bei der Bewältigung von Krisensituationen und nicht zuletzt Kommunikation auf Augenhöhe scheinen im Ruhrgebiet städteübergreifend nicht umsetzbar. Das Revier ist nicht erst seit der Corona-Krise ein Flickenteppich von Regelwerken und Rahmenbedingen für Pflege und Betreuung. Gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf im Ruhrgebiet erscheinen derzeit kaum möglich. Das ist zumindest die Quintessenz aus dem Vodcast mit Sven-Eric Leichner vom Evanglichen Johanneswerk, Tobias Ahrens vom Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Herne-Gelsenkirchen und Abdelmajid El Aidi vom Pflegedienst Humanitas. Alle drei sind Entscheider bei Unternehmen der Ruhrgebietskonferenz-Pflege – Die Einflussnehmer.
Die Corona-Krise nimmt gerade wieder Fahrt auf und die Angst vor Infektionen in stationären Einrichtungen wächst. Wie ist es aber denen ergangen, die im Frühjahr Ausbrüche erlebt haben? Im Podcast „worst case – Erfahrungen mit Corona im Heim“ berichten Tanja Rutkowski von der CSE GmbH in Essen und Bettina Vootz von der AWOcura in Duisburg über die Infektionsverläufe in zwei stationären Einrichtungen.
Wenn man die Berichterstattung in den Medien verfolgt, bekommt man den Eindruck, das Pflege in Coronazeiten nur noch in stationären Einrichtungen stattfindet. Das ist natürlich nicht so und deshalb haben wir nachgefragt: „Wie geht es eigentlich der ambulanten Pflege in der Coronakrise?“. Zusammen mit Beate Stratmann von den Evangelischen Sozialstationen in Duisburg und Dinslaken, Martina Pollert von den Diakoniestationen in Essen und Justus Behmenburg vom privaten Pflegedienst Behmenburg in Mülheim an der Ruhr haben wir Zwischenbilanz gezogen. Die Aussage „Uns fehlt die Begegnung mit den Menschen!“ bringt es quasi auf den Punkt. Aber hören Sie selbst!
Grenzen abbauen, Nähte überarbeiten und vielleicht sogar auflösen - das ist die Agenda für die unübersichtlichen Strukturen im Ruhrgebiet, auch im Pflegesektor! Darüber berichten und diskutieren Prof. Dr. Josef Hilbert, Gesundheitsökonom am IAT Gelsenkirchen und Kabarettist HG Butzko in diesem Vodcast der Ruhrgebietskonferenz Pflege.
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