Sack Reis

Sack Reis

By DASDINGSociety & Culture
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Sack Reis episodes

  • Sonderfolge mit Melina Borčak
    +++ HINWEIS ZUR FOLGE +++
    Es war ein Fehler, die Podcast-Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ zu veröffentlichen. Wir hätten erkennen müssen, dass diese die Gefühle von Menschen verletzt, schlimmer noch, sie retraumatisiert hat. Der Genozid von Srebrenica ist ein furchtbares Kriegsverbrechen, mithin ein historischer Fakt. Unsere Einordnung der Aussagen unserer Gesprächspartnerin dazu war unzureichend. Dafür bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung.
    Wir bedauern auch, dass das Gespräch mit Melina Borčak so unversöhnlich endete. Sie hatte die Ausgabe dieses Podcasts bereits im April kritisiert. Wir nehmen ihre und Eure Kritik sehr ernst und setzen uns nochmals intensiv mit den Vorwürfen und damit, was sie für unsere Arbeit bedeuten, auseinander. Bis wir das alles aufgearbeitet haben, wollen wir mit unserem Podcast “Sack Reis” pausieren.
    Wir haben uns im Sinne der Transparenz entschieden, die Folge zu Bosnien-Herzegowina sowie die Sonderfolge mit Melina Borčak weiterhin online vorzuhalten.
    +++
    Vor fast zwei Jahren haben wir den Podcast „Sack Reis – Was geht dich die Welt an?“ gestartet, weil wir eine neue Form der Auslandsberichterstattung ausprobieren wollten: Wir schauen hinter die Schlagzeilen, begegnen jungen Leuten aus der ganzen Welt, die das erleben, was wir nur aus den Nachrichten kennen. Statt über Menschen sprechen wir mit ihnen und lernen ihren Alltag kennen.
    Um die Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ hatte sich eine Diskussion entfacht. Insbesondere die Journalistin Melina Borčak hatte sie scharf kritisiert und deshalb haben wir mit ihr gesprochen.
    Hier geht es zur Folge, die die Kritik ausgelöst hat: https://www.ardaudiothek.de/episode/sack-reis/kurz-vor-krieg-der-zerbrechliche-frieden-in-bosnien-herzegowina/dasding/10383273/
    Hinweis: Direkt nach der Veröffentlichung im März hatte uns Melina Borčak auf sachliche Fehler hingewiesen. Das politische System Bosnien-Herzegowinas war von uns im Text falsch beschrieben worden. Solche Fehler nehmen wir ernst, sie dürfen nicht passieren. Wir haben diese Stelle herausgeschnitten und den Podcast neu hochgeladen.
    1 hr 24 min
  • Der LGBTQI-Aktivist aus Marokko
    n der Schule hat es Soufiane schon früh gestört, dass Frauen auf der Straße belästigt werden, einfach nur weil sie Frauen sind. Daran wollte er etwas ändern. In der Schule gab es wenig Informationen zum Thema, deshalb hat er sich im Internet schlau gemacht und so davon erfahren, dass es nicht nur heterosexuelle Beziehungen und die Geschlechter Mann und Frau gibt, sondern noch einiges dazwischen. Queere Menschen waren in der Schule und im Alltag aber nicht sichtbar. Denn: Homosexualität steht in Marokko unter Strafe – wer seine Liebe offen zeigt, dem drohen eine Geldstrafe und bis zu drei Jahre Gefängnis. „Diese Gesetze müssen geändert werden“, sagt Soufiane. Mittlerweile ist er 30 Jahre alt, er hat einen Doktor in Molekularbiologie gemacht und setzt sich seit Jahren für die Reche von Frauen und queeren Menschen in Marokko ein. Unter anderem mit seinem Podcast, „Machi Rojola“, das bedeutet übersetzt so viel wie „unmännlich“. Darin spricht er mit verschiedenen Menschen über Männlichkeit und darüber, wie Männer ihre eigene Männlichkeit hinterfragen und damit auch ihren Blick auf Frauen verändern können.
    Folgt uns auf unserem Instagram-Kanal:
    https://www.instagram.com/sack_reis_podcast/
    Auch Malcolm freut sich über Nachrichten und neue Follower*innen:
    https://www.instagram.com/malcolmohanwe/
    Soufianes Podcast „Machi Rojola“ findet ihr hier:
    https://machirojola.ma/
    46 min
  • Ungarn: „Die EU interessiert mich eigentlich nicht“ – Warum Bea Viktor Orbán wählt
    Halb Europa ist fassungslos: Schon wieder hat Ungarn Viktor Orbán zum Premierminister gewählt. Der Mann, der systematisch EU-Gelder veruntreut, die Pressefreiheit einschränkt, die Gewaltenteilung aushebelt, gegen Roma hetzt, die Rechte von queeren Menschen einschränkt, immer noch einen engen Draht zu Wladimir Putin pflegt und mit seiner nationalistischen Politik die halbe EU in den Wahnsinn treibt, hat bei der Wahl am 3. April sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament bekommen. Und in Deutschland fragen sich viele: What the fuck?
    Doch Bea Kocsó lässt sich davon nicht irritieren. Die 30-Jährige kommt aus Ajka, einem 30.000-Einwohner-Städtchen zwischen Budapest und dem Plattensee. Sie hat für Viktor Orbán gestimmt. Im Gespräch mit Malcolm Ohanwe nimmt sie uns mit in ihre Welt und erklärt, warum Viktor Orbán aus ihrer Sicht die beste Wahl war.
    Uns findet ihr auch auf Instagram. Schreibt uns gerne, wenn ihr Fragen, Kritik oder Lob für uns habt.
    https://www.instagram.com/sack_reis_podcast/
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    33 min
  • Frankreich: „Die Politiker haben uns vergessen“ – Amines Kampf für ein besseres Leben in Marseille
    Amine ist 18 Jahre alt und lebt in einem der gefährlichsten Orte Frankreichs: In den nördlichen Vierteln von Marseille, den Quartiers Nord. Viele Menschen dort sind sehr arm und kriminelle Drogenbanden haben die Viertel fest in ihrer Hand. Amine war gerade mal 16 Jahre alt, als sein älterer Bruder in einem verbrannten Auto gefunden wurde – ermordet. Eine sehr schmerzvolle Zeit, sagt Amine, aus der er aber auch viel Kraft gezogen hat. Denn Amine packt die Dinge an und will das tun, was die Politikerinnen und Politiker seiner Meinung nach schon viel zu lange versäumt haben: Alles dafür geben, dass es den Menschen in der Quartiers Nord wieder besser geht. Und er will sie dazu bewegen, bei den Parlamentswahlen abzustimmen: „Egal, ob ihr für Macron stimmt, oder für die Rechtsextremen Marine Le Pen und Éric Zemmour – geht wählen, das ist alles, was zählt.“ Amine selbst ist überzeugter Linker. Warum er trotzdem sagt, dass es okay ist, Le Pen zu wählen, erzählt er euch im Podcast.
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    Und hier noch ein paar Links mit mehr Informationen zu dem Thema - zum Beispiel zu Amines Verein Concience, der inzwischen mehr als 700 Mitglieder in ganz Frankreich hat:
    https://www.associationconscience.fr/
    Eine Reportage des Weltspiegels über Amines Wohnort:
    "Hier kommst du nicht mehr raus":
    https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/weltspiegel-reportage-marseille-quartier-nord-100.html
    Und zum Reinhören ein paar Rap-Klassiker aus Marseille (kein Anspruch auf Vollständigkeit, dafür gibt es einfach viel zu viele Künstler:innen aus Marseille, die richtig groß geworden sind):
    „Petit Frère“ von Iam (1997):
    https://www.youtube.com/watch?v=INuD2D7R8bk
    „Art de la rue“ – Fonky Family (2001)
    https://www.youtube.com/watch?v=NKgSBH3yu1g
    „Le son des bandits“ - Psy 4 de la rime (2002):
    https://www.youtube.com/watch?v=AG0Ad8hsHqg
    „La Rage“ von Keny Arkana (2006):
    https://www.youtube.com/watch?v=oewRadlyrHo
    „La kiffance“ - Naps (2021):
    https://www.youtube.com/watch?v=3r9vJI5OiV8&t=44s
    „Ça tourne dans ma tête“ – Jul (2022):
    https://www.youtube.com/watch?v=D6lJb09l-3M
    44 min
  • Kolumbien: „Wir sind so viel mehr als Narcos!“
    Narcos, Narcos, Narcos - von der Netflix-Serie hat Luifer die Schnauze voll. Dabei stört ihn noch nicht einmal, dass seine Heimat dort so schlecht wegkommt und Narcos weltweit das Bild von Kolumbien als Hort der Drogenbosse, der korrupten Cops und der selbstsüchtigen Politiker ins kollektive Gedächtnis brennt. „Das stimmt ja alles. Aber wir sind so viel mehr als das!“ Viel schlimmer ist, dass Drogenbaron Pablo Escobar dabei noch als Held dargestellt wird.
    Luifer ist Musiker, schwarz und Sohn einer weißen Mutter mit indigenem Einschlag – „damit bin ich quasi ein Spiegelbild meines Landes“. Wo die vielen kulturellen Einflüsse herkommen, was sie mit seiner Musik machen und warum Shakira seiner Meinung nach schwarze Musik machen darf, während er das bei J Balvin eher problematisch findet, hat er Malcolm in der neuen Folge von „Sack Reis – was geht Dich die Welt an“ erzählt.
    Dabei wird schnell klar: Kolumbien ist so viel mehr als Kokain, Koffein und Korruption.
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    Wenn ihr Fragen, Kritik oder Anregungen für uns habt, schreibt uns auf Instagram: https://www.instagram.com/sack_reis_podcast/
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    Malcolm hat mit Luifer vor allem über kolumbianische Kultur und Musik gesprochen. Das Lied “Yo Me Llamo Cumbia”, das Luifer für “typisch kolumbisch” hält, weil es die verschiedenen kulturellen Einflüsse in der Musik direkt anspricht, findet Ihr hier in einer sehr, sehr flotten Version: Yo Me Llamo Cumbia. Und wer es lieber etwas gediegener mag, wird hier fündig: Yo Me Llamo Cumbia.
    Hier ist die Halbzeitshow vom Superbowl LIV mit Shakira und J Lo: J.Lo & Shakira | Super Bowl LIV Halftime.
    32 min
  • Als Russin gegen Putins Krieg: "Nur etwas Schmerzhaftes kann dein Weltbild crashen."
    Ganze drei Minuten hat Anastasias erster Protest gegen den Krieg gedauert. Dann wurde sie festgenommen. Ihr Heimatland Russland geht seit Monaten durch unsere Schlagzeilen – als Aggressor-Land, das seit dem 24. Februar einen großflächigen Krieg in der Ukraine führt, unterstützt vom Großteil der russischen Bevölkerung. Anastasia lebt in Moskau und hält pauschales Russland-Bashing dennoch für falsch: Auch sie hat nämlich früher zu denjenigen gehört, die ihre Regierung kaum angezweifelt hat. Sie weiß, wie die Propaganda in Russland funktioniert und wie schwer es ist, die eigene Weltsicht zu hinterfragen. Trotz ihrer Festnahme gehört sie weiterhin zu den Wenigen in Russland, die sich offen gegen den Krieg aussprechen und protestieren. Dabei nimmt sie in Kauf, ihren Job zu verlieren oder sogar für Jahre ins Gefängnis zu kommen. Sie selbst war mittlerweile schon dreimal in Haft, hat den Kontakt zu einigen Menschen abbrechen müssen und leidet seit Kriegsbeginn an Panikattacken. Doch die Sorge um ihre Freunde in der Ukraine überwiegt die Angst – sie will helfen und mit ihren Mitmenschen in Russland möglichst in Dialog bleiben. Ihrer Meinung nach könne man nur durch Dialog ein Umdenken in der Bevölkerung herbeiführen. Und auch den Mut zum Widerstand.
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    *Auch Merve Kayikci freut sich über Nachrichten:
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    *Mehr zu den aktuellen Entwicklungen in dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine: https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-donnerstag-119.html
    36 min
  • Die dunkle Geschichte Kanadas: Wie grausam indigene Kinder umerzogen wurden
    Willow Allen modelt für Canada Goose und war auf dem Cover der kanadischen Elle. Sie ist Inuk, eine der Ureinwohnerinnen Kanadas – und sie ist stolz darauf. Das war nicht immer so, im Gegenteil. Früher hat sie sich für ihre Herkunft geschämt. Niemals hätte sie gedacht, dass sie mit ihrem Aussehen als Model Karriere machen könnte. Und doch hat sie es geschafft. Schuld an Willows Scham für ihre Herkunft, ist auch der Rassismus, unter dem sie und ihre Familie leiden musste. Nur sehr langsam arbeitet Kanada seine Vergangenheit auf. Erst vor kurzem hat sich Papst Franziskus für die Misshandlungen, unter denen indigene Kinder an christlichen Schulen leiden mussten, entschuldigt. Willows Großeltern und ihr Vater waren an einer solchen Schule. Dort wurden sie umerzogen – auch mit brutaler Gewalt. Sie sollten ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben und sich an die Gesellschaft der europäischen Einwanderer anpassen. Viele sind deshalb bis heute traumatisiert. Willow hat mit Merve über dieses dunkle Kapitel kanadischer Geschichte gesprochen und auch darüber, was das heute noch für Auswirkungen hat.
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    Für Lob, Kritik und Wünsche: schaut gerne vorbei auf unserem Instagram-Kanal: https://www.instagram.com/sack_reis_podcast/
    Zu Merves Instagram-Account kommt ihr hier: https://www.instagram.com/primamuslima/
    Wenn ihr mehr über das Thema wissen wollte, empfehlen wir euch diesen Film unserer Kolleg*innen vom Weltspiegel: „Kinder getötet und missbraucht – Was geschah in den Horror-Internaten der Kirche?“ https://youtu.be/eExpe2cy7H4
    26 min
  • Sudan: „Wir Frauen haben eine Revolution ermöglicht“ - Mit Musik und Social Media für Demokratie kämpfen
    #BlackLivesMatter, #stopputin oder #supporthongkong - Vielleicht habt ihr auch schon mal ein Hashtag benutzt, um euch zu solidarisieren mit einer politischen Bewegung in einem anderen Land. Aber bringt das überhaupt was? Ja, sagt Anda und sie muss es wissen. Denn sie lebt im Sudan und dort ist seit vier Jahren eine Revolution im Gange. Andas Leben besteht eigentlich nur noch aus Protesten - gegen das Militär und für mehr Frauenrechte. Eigentlich studiert Anda Entwicklungshilfe. Aber ihr Studium pausiert, erst wegen der Proteste, dann wegen der Coronakrise. Was Anda in dieser unruhigen Zeit aber Kraft gibt: Ihre Band, die Musik und Gemeinschaft auf der Straße bei den Protesten und eben auch die internationale Solidarität, die die auf Social Media sieht: #blueforsudan war zum Beispiel eine der Aktionen. „Hashtags geben einem das Gefühl: Ihr seid nicht allein“, sagt Anda.
    Im Gespräch mit Malcolm erzählt sie, wie vor allem die Frauen es geschafft haben, den Regierungschef Al-Baschir nach 30 Jahren zu stürzen und sich mehr Freiheitsrechte zu erkämpfen. Aber sie erklärt auch, warum der Kampf noch lange nicht vorbei ist.
    27 min
  • Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina
    +++ HINWEIS ZUR FOLGE +++
    Es war ein Fehler, die Podcast-Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ zu veröffentlichen. Wir hätten erkennen müssen, dass diese die Gefühle von Menschen verletzt, schlimmer noch, sie retraumatisiert hat. Der Genozid von Srebrenica ist ein furchtbares Kriegsverbrechen, mithin ein historischer Fakt. Unsere Einordnung der Aussagen unserer Gesprächspartnerin dazu war unzureichend. Dafür bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung.
    Wir bedauern auch, dass das Gespräch mit Melina Borčak so unversöhnlich endete. Sie hatte die Ausgabe dieses Podcasts bereits im April kritisiert. Wir nehmen ihre und Eure Kritik sehr ernst und setzen uns nochmals intensiv mit den Vorwürfen und damit, was sie für unsere Arbeit bedeuten, auseinander. Bis wir das alles aufgearbeitet haben, wollen wir mit unserem Podcast “Sack Reis” pausieren.
    Wir haben uns im Sinne der Transparenz entschieden, die Folge zu Bosnien-Herzegowina sowie die Sonderfolge mit Melina Borčak weiterhin online vorzuhalten.
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    Milica will von Krieg nichts mehr wissen. Sie lebt in Bosnien-Herzegowina und ist nur vier Jahre nach Ende des Bosnienkriegs auf die Welt gekommen. Der wird oft als einer der grausamsten Konflikte in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet und liegt gerade Mal um die 30 Jahre zurück. Damals haben sich Menschen wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit bekämpft und die traumatischen Erinnerungen daran sind bei vielen noch sehr präsent. Damit so ein Krieg nicht nochmal ausbricht, ist für Bosnien und Herzegowina eines der kompliziertesten politischen Systeme der Welt erfunden worden. Bis heute sind Ethnien ein Riesenthema im Land – und das stört Milica. Sie sagt, dass alte Konflikte jetzt keine Rolle mehr spielen dürfen und alle zusammenhalten müssen. Aber gleichzeitig will einer der mächtigsten Politiker im Land, dass der serbische Teil von Bosnien und Herzegowina unabhängig wird. Und viele befürchten, dass er damit womöglich einen neuen Krieg riskiert.
    ***HINWEIS:
    Wir mussten den Podcast wegen inhaltlicher Fehler neu hochladen.
    In unserem Podcast hieß es, dass Bosnien-Herzegowina aus zwei Teilen besteht, der Republika Srpska und einem kroatisch-bosnischen. Richtig ist: Bosnien-Herzegowina besteht aus der mehrheitlich von Serben bewohnten Republika Srpska und der Föderation Bosnien und Herzegowina, mehrheitlich von Bosniaken und bosnischen Kroaten bewohnt, sowie dem Sonderverwaltungsgebiet Brcko.
     
    Es ist nicht so, dass jede der drei ethnischen Gruppen einen eigenen Präsidenten, eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament hat. Richtig ist: An der Spitze Bosnien und Herzegowinas steht ein dreiköpfiges Staatspräsidium, mit jeweils einem Vertreter der drei „konstitutiven Völker“ Bosniaken, Kroaten und Serben. Die Landesteile Republika Srpska und Föderation Bosnien und Herzegowina haben jeweils eigene Präsident:innen, Regierungen und Parlamente. Die zehn Kantone, aus denen die Föderation Bosnien und Herzegowina besteht, haben ebenfalls eigene Parlamente und Regierungen.
    Das gesamtstaatliche Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Repräsentantenhaus und der Völkerkammer. Wer sich für keine der drei Ethnien (Bosniaken, Kroaten und Serben) aufstellen lassen will, kann weder für das Staatspräsidium noch für die Völkerkammer des Parlaments Bosnien und Herzegowinas kandidieren. Eine Praxis, die vom Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg als diskriminierend abgeurteilt wurde, weil damit politische Ämter zum Beispiel Juden und Jüdinnen, Romn*ja, oder Menschen, die sich als Bürger:innen Bosnien und Herzegowinas bezeichnen, verweigert werden.
    Wenn ihr Fragen habt oder uns eine Nachricht schicken möchtet, könnt ihr das über unseren Instagram-Kanal tun: https://www.instagram.com/sack_reis_podcast/
    Merve ist auch auf Instagram und freut sich über Nachrichten: https://www.instagram.com/primamuslima/
    Wenn ihr mehr über die Situation in Bosnien-Herzegowina wissen wollt, hört rein in den Weltspiegel Podcast: https://www.ardaudiothek.de/episode/weltspiegel/bosnien-und-herzegowina-ist-der-friede-in-gefahr/swr/96536446/
    42 min
  • Ukraine: "Zweimal hatte ich das Gefühl zu sterben." - Wenn der Krieg deine Heimat zerstört
    In Alinas Leben hat sich seit dem russischen Angriff auf die Ukraine alles verändert: vorher hat sie als Fechterin von der Nationalmannschaft geträumt und mit ihrem Mann zusammen in Charkiw gelebt. Jetzt ist die Fechthalle zerstört und sie musste fliehen. Die Hälfte von Alinas Familie stammt selbst aus Russland – bislang war Russland für sie Nachbar und Freund, jetzt muss sie den Familienmitgliedern in Russland erklären, dass in ihrer Stadt Bomben fallen, Menschen sterben und sie Putin nicht glauben dürfen. In einem sehr emotionalen Gespräch erzählt sie Malcolm, welcher Ort in ihrer Wohnung bei Luftangriffen der sicherste ist, wie sie sich freiwillig gemeldet hat, um den ukrainischen Truppen zu helfen und warum sie nach ihrer Flucht in den Westen der Ukraine von Lwiw jetzt weiter nach Indien will.
    ***Wenn ihr mehr zum Thema hören wollt, empfehlen wir diese Folgen unserer Kolleg*innen vom Weltspiegel Podcast: zur Frage, ob sich mit dem Krieg die Welt neu ordnet ( https://www.ardaudiothek.de/episode/weltspiegel/zeitenwende-ordnet-sich-die-welt-neu/swr/10354243/), über Kriegspropaganda (https://www.ardaudiothek.de/episode/weltspiegel/david-gegen-goliath-ein-krieg-der-die-welt-veraendert/swr/10332951/), über die ersten Eindrücke nach der Invasion (https://www.ardaudiothek.de/episode/weltspiegel/krieg-in-der-ukraine/swr/10318367/) und über die letzten Jahre und den Krieg in der Ostukraine (https://www.ardaudiothek.de/episode/weltspiegel/ukraine-leben-mit-dem-krieg/swr/10300311/).
    ***Und hört auchmal rein in den Podcast “Alles ist anders” von WDR, SWR und rbb: https://www.ardaudiothek.de/sendung/alles-ist-anders-krieg-in-europa/10326641/
    ***Malcolm freut sich über Nachrichten auf Instagram:
    https://www.instagram.com/malcolmohanwe/
    32 min

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