Es ist also so weit – Primbsens ziehen um. Und weil dieser Umzug nicht von Unterhausen nach MItterhausen sondern von Frankfurt nach Toronto ist wollen wir darüber sprechen. Heute noch aus Frankfurt, demnächst aus Toronto. Und in dieser ersten Folge sprechen wir über die Fragen die uns so begegnet sind und vor allem über das “WARUM?”.
Transkript
Automatisch transkribiert (Whisper large-v3), ungeprüft.
Dirk: Oh, hi, hallo, willkommen zur ersten Episode von Schlannada. Mein Name ist Dirk und in Schlannada werde ich mich mit meiner Frau Susanne über unsere Reise und unseren Umzug nach Toronto in Kanada unterhalten. Und diese allererste Episode, die haben wir leider mit suboptimalem Equipment und in einer ausgeräumten Wohnung aufgenommen. Und deswegen klingt die nicht ganz so gut, wie sie hätte klingen sollen. Ich glaube, es ist trotzdem ganz gut geworden und ich habe natürlich auch versucht zu retten, was zu retten war. Wollte diesen Hinweis jetzt hier trotzdem einwerfen. Folgende Episoden werden dann auch audioseitig wieder so klingen, wie man das von meinem Podcast gewohnt ist. Und jetzt viel Spaß. Willkommen zur ersten Episode von Schlarnada. Wer bist du eigentlich?
Susanne: Das weiß ich nicht mehr nach monatelangem Packen und Sortieren. Ja, ich bin Susanne.
Dirk: Ja, und ich bin der Dirk. Und wir ziehen um.
Dirk: Nach Kanada. Oh, Kanada.
Susanne: Ja, das hat so ein
Dirk: bisschen was von Weihnachtsmusik, finde ich.
Susanne: Ja, ich habe auch gerade gedacht. Aber Weihnachten ist ja dann auch schon in einem Monat.
Dirk: Wir haben uns hier heute zusammengefunden, nachdem wir viele, viele Male gehört haben auf unserer Alles muss raus, wir sind da mal weg Party.
Dirk: Grün. Genau, deswegen haben wir uns hier heute zusammengefunden, um mal darüber zu reden. Warum ziehst du nach Kanada? Ja. Die ist aber auch irgendwo in dem Haufen. Aber was ich vielleicht mal kurz erklären muss, ist, wir haben hier einen Haufen Zettel zwischen uns. Auf jedem Zettel ist eine Frage. Die Idee wäre ja, dass wir uns die im Wechsel stellen. Aber du möchtest jetzt auf jeden Fall zuerst mal das große Warum beantworten.
Susanne: Ja, fand ich spannend, dieses Warum zu beantworten. Also, dass wir umziehen wollten, war eigentlich schon klar. Weil, muss man auch mal erklären, unsere Situation so. Wir arbeiten beide Vollzeit und die Kids sind aus dem Haus. Der Letzte hat jetzt im Oktober das Häuschen verlassen.
Dirk: Alle drei studieren jetzt.
Susanne: Ja, und sind aufgeräumt.
Dirk: Und damit sind wir Empty Nesters.
Susanne: Empty Nesters. Ist eigentlich ein
Dirk: deutsches Wort für... Ich meine, mein Lehrnester ist ja irgendwie keine schöne Übersetzung.
Susanne: Egal. Jetzt sitzen wir hier in unserem Häuschen, also es ist ja nicht unser Häuschen, unser gemietetes Häuschen und haben uns dann gefragt, was kommt denn jetzt als nächstes? Das muss man vielleicht auch mal erklären, der Dirk und ich, wir haben uns ja schon kennengelernt, da hatten wir schon Kinder. Also wir sind so eine Patchwork-Familie und ich meine, obwohl wir auch immer wieder zu zweit nur Urlaub gemacht haben oder als die Kinder jetzt älter waren, dann waren wir auch öfter mal so im Alltag allein. Nein, aber so wirklich so allein zu zweit hatten wir noch nicht so.
Dirk: Nee, das ist jetzt ein völlig neues Kapitel in unserem Leben. Ich habe ja schon mehrmals gesagt, wir müssen jetzt eigentlich wieder das Daten anfangen. Ich weiß ja gar nicht mehr, wer du bist. Bitte?
Susanne: Die letzten Wochen haben da völlig neue Seiten in dir zum Vorschein gebracht. Ja, genau. Und Gegenstände haben wir gefunden, Gegenstände. Ach du meine Güte, haben wir Gegenstände. Also, zurück zur Frage, warum?
Dirk: Wir haben einfach irgendwann mal unsere Freundin und Familie darüber informiert, dass wir nach Kanada ziehen werden, und zwar speziell Toronto.
Susanne: Genau. Wir hatten ja mal kurz überlegt, Sydney, weil wir uns ja so in Sydney verliebt haben, aber mit unseren Jobs und so ist Australien eh irgendwie am ADW irgendwie und Sydney ist es also dann nicht.
Dirk: Also die Jobs wären es jetzt bei mir nicht gewesen. Nach Sydney wäre ich schon gezogen. Und ich bin mir auch sicher, wir hätten da Jobs gefunden.
Dirk: Aber es ist halt nun wirklich mal auf der anderen Seite der Welt. Das macht alles etwas schwerer, als es zum Beispiel Kanada macht, finde ich. Die Stadt, in die wir ziehen, Toronto, ist tatsächlich auf einem sehr ähnlichen Breitengrad wie unsere momentane Stadt, in der wir wohnen, Frankfurt. Und es sind acht Stunden Flug oder so. Das ist auf jeden Fall handhabbarer, als nach Sydney zu fliegen. Auch die Zeitverschiebung nach Europa ist ganz nett. Also da können wir tatsächlich noch mit unserer Familie telefonieren.
Susanne: Ja, nicht nur das. Ostküste ist einfach auch für uns arbeitstechnisch wirklich spannend. Und ja, warum Toronto dann ausgerechnet? Weil wir beide nicht in die USA ziehen wollen. So einfach ist es.
Dirk: Also eigentlich, das ist bei mir im Kollegenkreis ganz interessant gewesen. Also die Frage...
Susanne: Nicht nur bei dir.
Dirk: Also ganz allgemein die Frage, warum umziehen? Okay, die stellen irgendwie alle. Da ist dann die Antwort, dass wir das jetzt können. Also jetzt sind wir nochmal alleine, Empty Nester, und ich habe noch nie diese Erfahrung gemacht und habe mir die aber immer schon mal gewünscht. und du warst dafür offen, auch mal nochmal irgendwie so eine Erfahrung zu machen. Und dann gibt es eine ganze Reihe von Folgeüberlegungen. Das ist natürlich für uns beide als in amerikanischen Unternehmen ganz spannend, auf dem nordamerikanischen Kontinent zu sein. Da sind wir näher an unseren wichtigsten Kollegen und Partnern.
Susanne: Kanada hat auch die besseren Einwanderungsbedingungen, würde ich sagen, so rein vom Visa, vom Visum her. Wenn ich das jetzt mal mit den USA vergleiche.
Dirk: Dann sprechen wir die Sprache.
Susanne: Ja, das ist kein Problem. Wir kennen auch schon Leute dort.
Dirk: Also zumindest bei mir spielt es noch eine Rolle, dass ich tatsächlich die Dinge, die ich über Kanada weiß, ganz sympathisch finde. Wir kennen beide die USA ganz gut. Ja. Und Kanada kennen wir noch nicht so gut. Aber die Dinge, die wir über Kanada wissen, die sind tatsächlich ganz charmant. Dann ist es auch noch so, dass nach Kanada, speziell jetzt Toronto zu gehen, da funktionieren die Dinge jetzt nicht so drastisch anders wie hier.
Susanne: Dirk, was sagen denn unsere Kinder dazu?
Dirk: Ich finde diese Frage, finde ich total spannend, weil angenommen unsere Kids werden irgendwann bei uns vor der Tür gestanden oder überhaupt irgendwelche, sagen wir mal, 20-Jährigen stehen plötzlich bei ihren Eltern vor der Tür und sagen, Mama, Papa, wir haben beschlossen, ich habe beschlossen, ich ziehe jetzt nach Land hier einsetzen. Australien, Südamerika, USA, England, dann wäre das irgendwie nie so, dass den Leuten einfällt, ja, aber was sagen denn deine Eltern dazu? Umgekehrt, jetzt sind die, also ich meine, unsere Jüngste ist 18 und wir haben da noch einen 20- und 22-Jährigen. Wir können, glaube ich, froh sein, wenn wir die zweimal im Jahr sehen. Die haben jetzt viele Dinge, die man so als 20-Jähriger tut vor sich. Die leben an unterschiedlichen Orten in Deutschland, die kommen damit klar. Auch die Aussicht darauf, uns jetzt dann in Toronto zu besuchen, was wir jetzt dann auch gleich im Dezember machen werden, Ja, ist für die tatsächlich was, worauf sie sich freuen. Deswegen würde ich mal sagen, was sagen unsere Kinder dazu? Die freuen sich für uns und haben dann, so wie wir auch, hin und wieder mal so ganz kurze Momente der Wehmut, wo sie sich denken, wir sind aber weit weg jetzt, um sich dann daran zu erinnern, dass es erstens mal das Internet gibt und zweitens mal wir trotzdem immer wieder Gründe finden werden, wie wir zusammenkommen.
Susanne: Ja, da hatte ich ja so einen kurzen Ausblick in die Vergangenheit, als ich damals auf Corsica Faxe gefaxt habe, ja, also viele Faxe. Das ist ja heutzutage auch nicht mehr so. Also das heißt, ich kann ja über WhatsApp einmal kostenlos mal mit jemandem telefonieren und den auch sehen. Wie krass ist denn das? Ich habe früher Tonnen an Briefen geschrieben, ja, weil Telefonieren halt so wahnsinnig teuer war. Aber auch das ist ja kein Problem. Und das andere Ding, ich meine, wir hätten jetzt auch ganz gemütlich hier weiter vor uns hinleben können in Frankfurt, in dem Haus hier, aber was machen wir dann? Auf Enkelkinder warten? Also ich finde schon, dass auch uns gegönnt ist, ja, unsere Endvierziger hier mal wieder auf neue Abenteuer zu gehen.
Dirk: Ja, ich meine, sind wir es jetzt mal optimistisch-realistisch. Wir haben wahrscheinlich noch irgendwo was zwischen 30 und 50 Jahren vor uns. 30 Jahre, wenn wir so um die 70 werden, 50, wenn wir 90 werden. Ich habe fest vor, 90 mit dir zu werden. und das heißt, wir sind noch nicht fertig. Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem man sich jetzt zur Ruhe setzt und wartet, dass irgendwann der Grabplatz frei wird. Da ist noch Raum für Abenteuer, da ist noch Raum für Spaß, da ist noch Raum für eine komplett neue Seite an uns gegenseitig zu entdecken, einen neuen Alltag zu haben und das ist tatsächlich die Stelle, an der wir sind. Und da habe ich schon das Gefühl, dass unsere Kinder das verstehen und sich darüber freuen.
Susanne: Auf jeden Fall. Außerdem, wir lassen ja nicht die Kinder ganz mutterseelenallein hier in Deutschland zurück. Ja, Patchwork, Patchwork. Ja, wir haben ja einen Patchwork-Verbund und auch die haben sich gegenseitig und den Papa und die Mama, also...
Susanne: Ja, die sind ja nicht allein.
Dirk: So, jetzt jetzt mal auch hier die nächste Frage. Wie wird das mit eurem Arbeitsplatz funktionieren? Tun wir dort eigentlich irgendwas?
Susanne: Ja, also ich sage dir, wie ich das mache. Ja, ich nehme meinen Laptop, packe den in meinen Rucksack, trage den in den Flieger, steige mit dem Laptop aus dem Flieger raus, gehe dann dort in mein Büro, docke den Laptop an.
Dirk: Also nicht von zu Hause aus arbeiten dort?
Susanne: Außer montags und freitags. Und dann arbeite ich, so wie vorher auch.
Dirk: Ja, die Idee an sich kam von unserer Seite, aber unsere Arbeitgeber sind freundlich genug, uns in Kanada einen kanadischen Arbeitsvertrag zu geben.
Susanne: Ich meine, ehrlich gesagt, mein Arbeitgeber gewinnt ja nur, weil im Moment arbeite ich mit 100% Amerikanern zusammen und die sind nun mal immer in einer anderen Zeitzone als ich. Jetzt dann nimmer. Ja, auch deswegen ist Toronto
Dirk: ziemlich cool, weil in meinem Fall ist es ja so, dass ich ein internationales Team habe und da sind viele Europäer dabei, aber ich habe auch sehr viele Amerikaner, mit denen ich zusammenarbeite und praktisch beide gewinne. Ich bin nicht so weit weg, dass mit Europa nicht mehr geredet werden kann und ich bin aber viel, viel näher an unseren US-Kollegen dran. Das ist tatsächlich ein sehr schöner Vorteil. Ansonsten sind wir außerdem noch insofern ganz gut versorgt, dass unsere Arbeitgeber ja große Unternehmen sind. Und große Unternehmen haben Dienstleister, die helfen, wenn Mitarbeiter umsiedeln. Und das heißt dann in meinem Fall, dass Google bei mir so einen Immigration Lawyer bezahlt, der dafür sorgt, dass der ganze Papierkrempel richtig sortiert ist und uns hilft, unsere Steuer zu erklären, Weil von Deutschland nach Kanada umzusiedeln, hat ja auch ein paar Steuerauswirkungen.
Susanne: Sagen wir es mal so, wir kriegen sehr viel Unterstützung auch beim Administrativen. Das heißt, so der größte Klump, wo man sich irgendwie durchackern müsste, sonst fällt halt einfach mal weg, weil wir da Hilfe bekommen. Und das ist schon cool.
Dirk: Genau. Und was wir dann haben ist, also wir ziehen nach Toronto und was wir haben ist eine vorübergehende Arbeitserlaubnis. Also ich habe eine vorübergehende Arbeitserlaubnis, die an meinen Arbeitgeber gekoppelt ist. Also die Firma muss mich weiter beschäftigen und dieses Arbeitserlaubnis hält für drei Jahre. Und weil du mitkommst, hast du eine pauschale Arbeitserlaubnis für die gesamte Zeit, die ich im Land bin. Du darfst mit jedem arbeiten und deine Firma gibt dir eben auch deinen Arbeitsvertrag. Auch für drei Jahre. Übrigens auch ein Unterschied zu den USA. Sollte ich jetzt meinen Job verlieren, dann würde man in den USA eben innerhalb von sechs Wochen aus dem Land müssen. Also die haben da überhaupt keine Toleranz. Man kann auch nicht sagen, ich habe jetzt jemand anders gefunden, einen anderen Arbeitgeber gefunden, weil dieser Prozess, um so ein Visum zu bekommen, mehrere Monate in Anspruch nimmt und nicht in sechs Wochen geregelt ist. Die Frist, das Land zu verlassen, aber sechs Wochen sind. Deswegen ist USA tatsächlich ziemlich riskant, wenn man in die USA auf so einem Visum einwandert. Außer man ist Single. Ja, außer man ist Single, das ist eh egal. Aber in Kanada ist es jedenfalls so, dass dieses Visum drei Jahre gilt. Und die drei Jahre darf man im Land sein. Egal, ob man jetzt diesen Beruf tatsächlich ausüben kann oder nicht. Das macht es relativ einfach, weil wir sind dann auf jeden Fall drei Jahre dort. und im Zweifel, wenn ich meinen Job verliere, bin ich halt Hausmann oder gehst studieren oder so.
Susanne: Ja, ja, okay. Ah, vielleicht noch eine Sache, weil nämlich ich habe das immer wieder Leute sagen können, ah, ihr wandert ja jetzt aus und ich dachte immer so, was, auswandern? Wir wandern doch nicht aus. Ja, auswandern ist für mich irgendwie so, Deutschland, hab keinen Bock mehr auf dich, geh jetzt, alle badge.
Dirk: Ja, die wählen momentan überall die AfD. Also der Gedanke kam mir schon mal, muss ich sagen.
Susanne: Ja, aber nee, also für mich fühlt sich das tatsächlich eher an wie, ich ziehe um. Ja, das ist halt jetzt Toronto und woanders, aber wie gesagt.
Dirk: Ja, es geht mir auch so. Also dieses Auswandern hat irgendwie sowas, auch Lebenstraum, groß. Also natürlich ist es irgendwie groß, wenn man das Land wechselt. Das will ich jetzt gar nicht irgendwie kleiner machen, als es ist, aber es ist jetzt auch, also es fühlt sich dann in manchen Gesprächen, die ich so hatte, so ein bisschen überhöhend an irgendwie. Also so gewaltig und macht man nur einmal im Leben. Ja, aber da
Susanne: haben wir ja dann auch festgestellt, es kommt ja auch immer auf die Perspektive drauf an. Also das verstehe ich schon, dass sich das für Menschen auch nach was Großem anfühlt. Absolut. Nur wir verwirklichen jetzt nicht einen Lebenstraum, weil ich habe jetzt nicht mit 10 oder auch sonst so geträumt, oh, kann ich mal nach Kanada ziehen oder so, sondern das hat sich halt jetzt alles so im Lebensplan ergeben. und wie man das halt so in der Stadt auch macht. Also wenn ich jetzt nach Hamburg ziehen würde und dann würde ich sagen, Hamburg gefällt mir eigentlich nicht, dann ziehe ich halt wieder um.
Dirk: Also Kanada liegt aus ganz vielen Gründen nahe, aber ist auch nicht das einzige Land, in dem wir uns glauben, wohlfühlen zu können. Und wer weiß, es kann halt so wohl sein, dass wir jetzt in Kanada festhängen und da bleiben, weil wir es einfach toll finden. Kann auch sein, dass wir nach zwei, drei Jahren feststellen, es ist irgendwie nicht so unseres und dann kommen wir vielleicht auch wieder. Vielleicht kommen wir auch nicht nach Deutschland zurück, sondern woanders oder irgendwo anders in Deutschland. Also da sind wir tatsächlich einfach mal flexibel. Wir waren sozusagen jetzt mal reif für einen ordentlichen Tapetenwechsel. Und einer, der vielleicht auch einen Schritt größer ist, als man ihn normalerweise mit Kindern macht. Also das kann man schon zugeben. Aber wir haben gesagt, wir sind jetzt nicht das Modell, wir haben einen niedrigen sechsstelligen Schuldenbetrag, Wir waren noch nie in diesem Land und sprechen auch nicht die Sprache, aber wir können ja mit sechs Monaten Tourismusvisum einreisen, da wird sich schon was ergeben. Das Modell sind wir jetzt nicht. Wir haben schon unseren Arbeitgeber, wir wissen, wo wir hinkommen, wir haben die Stadt sogar schon gesehen, wir kennen da Leute und wir haben keinen niedrigen sechsstelligen Schuldenbetrag.
Dirk: Welche kulturellen Unterschiede habt ihr schon bemerkt?
Susanne: Da kann ich immer nur meinen Freund Adrian zitieren. Dem habe ich erzählt, ja, beziehungsweise den habe ich gefragt, wie ist denn das da drüben mit den Betten? Habt ihr irgendwelche Standardgrößen oder so? Weil ich halt gucken wollte wegen Bettwäsche und so, ob ich da irgendwas noch eruieren muss. Und hab dann erzählt, na, wir bringen natürlich so zwei Matratzen und zwei Decken. Und dann hat er nur gesagt, of course you are. Das ist so europäisch. Das ist so europäisch oder deutsch spezifisch, weil selbst andere europäische Staaten haben ja immer diese eine Decke, was ich ja absolut daneben finde, weil ich ja meinen zweiten Fuß nie rausstrecken kann. Also es gibt schon so einige, sag ich mal, praxisbezogene Unterschiede, die uns schon aufgefallen sind. Und rein vom Kulturellen her, ja, Kanadier sind schon sehr höflich. Die sind ehrlicher freundlich und direkter freundlich als jetzt Amerikaner, habe ich so den Eindruck. Nur die Zwischentöne, das wird mir noch eine Zeit dauern, bis ich die auch wahrnehme und lesen kann. Weil Kanadier ist schon eine andere Art von Kultur als jetzt in den USA.
Dirk: Das stimmt. Eine andere Sache, die mir auffällt zwischen jetzt mal Deutschland und den Kanadiern, Jenseits von dieser Freundlichkeit, die finde ich schon bemerkenswert unterschiedlich ist. Zwischen freundliche Deutsche, freundliche Amerikaner und freundliche Kanadier sind drei verschiedene Arten von freundlich. Das würde ich auf jeden Fall sagen. Und bei einem Kanadier habe ich das Gefühl, die sind trotzdem irgendwie direkter als Amerikaner. Und wenn sie es nicht höflich meinen, sagen sie eher nichts. Ein Amerikaner würde immer noch höfliche Floskeln absondern, und dann einfach, weil es zu dem Zusammenspiel in sozialen Situationen dazugehört. Der Kanadier ist, wenn er redet, höflich und wenn er sich nicht danach fühlt, so sehr freundlich zu sein, dann wird halt nichts gesagt. Aber was mir ansonsten noch auffällt und das fällt mir tatsächlich sehr positiv auf und das grenzt so ein bisschen an die Frage, die wir vorhin hatten, ob es auch Dinge gibt, die uns hier wegtreiben, von denen es nicht so viel gibt. Also ich bin sehr gerne in Deutschland, aber eine Sache, die mir auffällt, die mich, wenn überhaupt, dann von Deutschland schon so ein bisschen wegtreibt, ist, dass wir ja jetzt seit Jahren und im Moment gerade wieder ganz verstärkt die Immigranten als unser liebstes Feindbild und Problemzone entdeckt haben. Da sitzt ein Merz in irgendwelchen Talkshows und fabuliert von 300.000, die in Zahnpraxen sitzen und fordert dann, dass weniger Menschen ins Land kommen, statt einfach mal nach mehr Ärzten zu rufen. Während wenn man dann in Kanada ist, sich das komplett dreht. Also in Kanada, alle, die wir getroffen haben, haben uns frontales, begeistertes Interesse entgegengebracht. Das finde ich sehr auffällig. Und jetzt lese ich auch schon seit ein paar Monaten kanadische Presse. Und bei Kanadiern ist das Thema Einwanderung sehr hoch im Kurs, aber immer mit komplett anderem Vorzeichen. Die diskutieren jetzt eher, ob die Einwanderung ungesund zurückgehen könnte, weil sie gerade Missstimmung haben mit den Indern. Weil es könnte ja passieren, dass dann weniger Studenten nach Kanada wollen. Die diskutieren auch darüber, dass sie jetzt irgendwie schnell mehr Häuser bauen müssen und mehr Wohnungen, weil sie gerade in der Immobilienkrise sich eingehandelt haben, weil sie in den letzten zwei Jahren eine Million neue Einwanderer ins Land geholt haben. Aber sie sind sich auch alle einig und zwar durch alle politischen Lager hindurch, dass sie unbedingt die Einwanderungsquoten schon hochhalten müssen. Also wenn man irgendwie in den USA oder hier in Deutschland bei den Konservativen im rechten Lager immer sofort das drauf rumgeprügelt auf irgendwelchen nicht Einheimischen als Beißreflex wahrnimmt, dann ist in Kanada einfach ein anderes Thema da. Die sind viel aufgeschlossener, freundlicher und das finde ich einen sehr schönen Unterschied.
Susanne: Da muss man natürlich auch dazu sagen, dass Kanada ist das zweitgrößte Land auf dieser Erde. Ja und wie viele Millionen Einwohner haben die jetzt? 40. 40. Also die Hälfte von uns. Und natürlich sind die immer auf der Suche nach irgendwelchen handwerklichen Berufen oder auch Pflegeberufen, was ich super sympathisch finde. Aber das muss man natürlich auch in Relation setzen. Aber hier in ganz Europa schreien sie ja immer wegen Immigranten und ich bin mir sicher, wir könnten das alles stemmen. Aber gut, das ist mal ein übles Thema. Wohin in Kanada zieht ihr genau?
Dirk: Ja, wir haben ja schon Toronto angemerkt. Wir ziehen in den Bundesstaat Ontario. Ontario ist oberhalb des Bundesstaats New York und Main an einem der Great Lakes. Da gibt es mehrere große Seen und groß heißt hier wirklich groß. Wenn man an diesen Seen steht, hat man das Gefühl eigentlich an einem Meer zu stehen, weil man das andere Ufer nicht sehen kann. Es sind große Süßwasserseen. Die Niagara-Fälle sind eine Stunde Autofahrt von uns entfernt.
Susanne: Da sind wir ja schon mal nach Kanada gelaufen.
Dirk: Da sind wir bei Scheißwetter. Toronto ist auch die internationalste Stadt in Kanada. 50 Prozent der Einwohner dort sind Immigranten.
Susanne: Ja, ich habe mich ja mit einem Kollegen unterhalten, der aus Paris, also ein Franzose, der aus Paris nach Toronto gezogen ist und habe gefragt, na, hast du denn irgendwie schon deine Community so gefunden? Und er hat gemeint, ja, ja, das ist überhaupt kein Problem, weil du alle Nationalitäten triffst und natürlich auch Französisch Sprechende sowieso, So, weil in Kanada die zweite offizielle Sprache ist ja Französisch.
Dirk: Und wie heißt die dritte? Inuktitut?
Susanne: Ja, es ist eine Inuit-Sprache. Ein Staat, ein Bundesstaat hat tatsächlich drei offizielle Sprachen.
Dirk: Es ist übrigens ein gern gemachter Fehler anzunehmen, dass Quebec zweisprachig wäre.
Susanne: Nee, es ist nur einsprachig. Wie sich das gehört. Französisch ist die offizielle Sprache. Ich meine, neben Französisch gibt es nichts.
Dirk: Da gibt es Gesetzgebung, die dafür sagt, dass in Straßenverkehr gefälligst alles Französisch zu sein hat. Ja, wie in Frankreich, genau. Ich habe das jeder Parallel. Aber alle Behörden und alle offiziellen Institutionen müssen Französisch und Inuktitut und Englisch als Sprache anbieten. Auch sehr sympathisch, finde ich. Habt ihr dort schon eine Wohnung?
Susanne: Übergangswohnung. Ja, Jein. Das ist so ein schönes deutsches Wort. Jein. Also wir haben eine Übergangswohnung. Die ist, ja, wir werden so richtig vollfront leiden, wenn wir dort ankommen am 23. Die ist nämlich im 51. Stock, direkt neben dem CN Tower, mit Blick auf den Lake Ontario.
Susanne: Übergangswohnung deswegen, weil erstens von hier aus Wohnungen anschauen, und es ist jetzt ein bisschen, ich weiß nicht, wie es euch da geht, aber ich will da schon rein spazieren und gucken. Zweitens mal braucht man ja ein Visum, um da überhaupt erstmal überhaupt das mieten zu dürfen. Und wir brauchen ein Konto. Und das Konto kriegen wir auch nur, wenn wir dann das Visum haben. Und das kriegen wir am 23. November, wenn wir dann dort landen.
Dirk: Das lohnt sich vielleicht jetzt hier an der Stelle mal kurz das Prozedere zu erklären. Tatsächlich haben wir den Vorteil, aus der Europäischen Union zu sein, eine Region, mit der Kanada Abmachungen hat. Zweitens, in großen Unternehmen zu arbeiten, die ebenfalls entsprechende Übereinkünfte mit kanadischen Behörden haben. Und deswegen haben wir ein relativ einfaches Visumsprozedere, das aber selbst Amerikaner irgendwie zum Stirnrunzeln gebracht hat und definitiv in Europa so nicht funktionieren würde. Wir haben ein Packen Papier bekommen von unserem Immigration-Leuer und dieser Packen Papier enthält so Dinge wie unsere Kontoauszüge in einer übersetzten Fassung, unser E-Zertifikat und so weiter und ein Anschrieb und ein paar Formulare. und diesen ganzen Packen Papier, den nehmen wir in unser Handgepäck, fliegen nach Toronto, sagen dann dort an der Grenze, wir würden gerne mit einem Immigration Officer sprechen. Das ist ein Satz, den ich noch nie gesagt habe an der Grenze. Ich war immer sehr dankbar, wenn diese Immigration Nummer schnell vorüber war. Aber dort ist es sehr, sehr wichtig, dass man das tut. Wir haben nämlich bis jetzt noch kein Visum. Keine kanadischen Behörden wissen, dass wir kommen werden. Das passiert dann tatsächlich am sogenannten Point of Entry, also in dem Fall am Flughafen. Und der Beamte dort wird sich die Unterlagen anschauen. Unser Anwalt ist sozusagen auf Speed-Dial, also sollte es Probleme geben, werden wir da anrufen. Der hat uns allerdings versichert, damit ist überhaupt gar nicht zu rechnen. Sehr, sehr wahrscheinlich wird alles funktionieren, wenn alles vollständig ist. Also da wird noch ein Herzschlag-Finale in dem Punkt werden. Jedenfalls kann es zwischen ein paar Minuten und ein paar Stunden dauern. Die führen dann ein Gespräch mit einem und geben dann am Ende dieses Gesprächs, wenn sie einen dann ins Land lassen, weil die haben die letzte Entscheidung, ob sie einen ins Land lassen oder nicht, geben die einem dann zum Schluss die Unterlagen, die man braucht und das offizielle Arbeitserlaubnis und das Visum. Ab dem Moment, wenn wir dann an diesem Immigration Officer vorbei sind, sind, dürfen wir offiziell in Kanada Geschäfte, also Geschäfte darf man natürlich vorher schon machen, aber so Dinge machen wie sich ein Konto holen, einen Handyvertrag abschließen und so weiter. Und deswegen sind wir erstmal noch als Tourist da und damit eben in einem Airbnb für sechs Wochen und nicht gleich schon in der eigenen Wohnung. Unabhängig davon, dass wir die natürlich, wie du sagst, auch gerne nochmal sehen wollen.
Susanne: Plant ihr für immer in Kanada zu bleiben?
Dirk: Das haben wir eigentlich schon beantwortet.
Susanne: Wir haben eigentlich schon beantwortet. Wir planen da eigentlich gar nicht. Wir planen nix.
Dirk: Das Visum geht jetzt erstmal drei Jahre. Die Idee ist, dass wir dann wissen, ob wir dort bleiben wollen. Dann kann man auch darüber reden, ob man versucht, permanent Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Was auch momentan zumindest noch, falls sich die Gesetzgebung ändert, werden wir das ja dann feststellen, aber momentan ist es noch verhältnismäßig leicht, wenn man dann mal im Land ist und dort gearbeitet hat und einen Status hat wie wir, es eventuell dann zu einer permanenten Aufenthaltsgenehmigung werden zu lassen. und das werden wir dann wissen. Wie oft planst du denn zurückzukommen?
Susanne: Zurückzukommen? Ich würde es umformulieren. Wie oft plane ich denn, nach Europa zu reisen?
Dirk: Oder in Deutschland zu sein.
Susanne: Oder in Deutschland zu sein. Naja, habe ich mir auch jetzt noch nicht überlegt, aber wir waren ja immer viel unterwegs, Dirk und ich. Und da wir tatsächlich von egal wo arbeiten können, wir brauchen ja nur unseren Laptop und ein bisschen WLAN, Und dann werden wir schon hin und wieder nach Deutschland sein. Also das nächste Mal sind wir in Deutschland im Mai 2024, weil da das große Familientreffen von meiner Familie ist. Und da sind wir dann, ich glaube, zwei Wochen im Land, oder?
Dirk: Ja, irgendwie so. Pfingst haben wir ja schon gebucht.
Dirk: Wie sind das mit dem Urlaub in Kanada?
Susanne: Ja, das kommt halt darauf an, wie die Firmenzugehörigkeit ist oder wie du das verhandelt hast. Ich glaube, höchster Urlaubsanspruch sind 25 Tage. Und das ist ab einer Firmenzugehörigkeit von fünf Jahren, glaube ich.
Dirk: Ich glaube, die können dann so viel Urlaub geben, wie sie wollen. Das ist halt eher so üblich. Ja, die sind so eine seltsame Kreuzung, finde ich, zwischen Europa und USA, was so viele Gebräuchlichkeiten angeht, also auch im Arbeitsumfeld. und wir werden es jetzt so haben, dass du jetzt erstmal noch 20 Tage Urlaub hast und ich habe 25 und das ist einfach von der Betriebszugehörigkeit abhängig. Also ich bin halt einfach schon länger bei meinem Laden als du bei deinem. Ansonsten gibt es natürlich auch in Kanada Feiertage, wenn auch nicht so viele wie in Bayern.
Susanne: Ja, also ich meine Bayern, ich habe wirklich den Boden raus hier.
Susanne: wir jetzt schon in Hessen auch schon nicht.
Dirk: Ja, genau, wir haben uns sozusagen angenähert.
Susanne: Wir haben uns angenähert, ja, also. Wieso bist du jetzt schon wieder dran? Ich bin dran.
Dirk: Willst du den überhaupt noch ein bisschen anbieten?
Susanne: Weiß ich nicht. Ach, kennt ihr schon irgendwelche Kanadier? Oh, tatsächlich kennen wir schon eine Menge Kanadier. Den ersten Kanadier, den ich kennengelernt habe, war übrigens im GE noch damals, nämlich Mathieu. Mathieu war auch auf unserer Hochzeit mit seiner Frau, weil seine Frau hat nämlich die Fotos gemacht auf unserer Hochzeit.
Dirk: Mathieu hat uns damals schon gesagt, alles schmeckt besser mit Ahornsirup und recht hat er. Also ich muss sagen, ich war schon auch ein Sirup-Fan, noch bevor klar war, dass wir nach Kanada ziehen.
Susanne: Und Mathieu hatte ein wunderschönes Bild von Prince Edward Island bei sich in der Wohnung hängen. Und er war da schon gewesen und ich war schon ganz neidisch darauf, dass er schon da war, aber jetzt waren wir auch da.
Dirk: Du bist eigentlich im Herzen schon Kanadierin gewesen, weil du bist wahrscheinlich die einzige Deutsche, die Anne of Green Gables schon gelesen hatte. Ach Quatsch, ich
Susanne: bin nicht die Einzige. Eine von fünf. Nein, nein, nein. Also ich kenne viele, viele. Frag die Frauen da draußen, die kennen alle Anne of Green Gables.
Dirk: Ja, also vielleicht die Hörerinnen von diesem Podcast können sich ja gerne mal melden, ob sie Anne of Green Gables kennen oder nicht. Das würde mich jetzt wirklich mal interessieren.
Susanne: Genau, und Prince Edward Island ist tatsächlich genauso, wie die gute Lucy Montgomery das beschrieben hat, ist wunderschön. Echt. Zum Kotzen schön. Naja, aber zurück zu der Frage, kennen wir den Kanadier? Jo, kennen wir.
Dirk: Kennen mehrere. Aber was ja das Spannende ist, Adrian, einer dieser Kanadier, den wir jetzt ja schon mehrmals erwähnt haben, der hat ja gesagt, es gehört zu dem Minderwertigkeitskomplex der Kanadier, dass das irgendwie niemand mehr als drei Kanadier aufzählen kann.
Susanne: Ah, berühmte Kanadier.
Dirk: Berühmte Kanadier aufzählen kann, obwohl es ja so viele gibt. Und jetzt hier die TET-Frage für dich. Kannst du fünf Kanadier oder Kanadierinnen aufzählen? Puh, puh, müsste
Susanne: ich jetzt inzwischen können, ja, aber Lucy, Maud, Montgomery haben wir schon. Ja, aber die kennt
Dirk: niemand, haben wir doch eben schon etabliert.
Susanne: Ach, Quatsch, natürlich kennt die jemand. Dann Ryan Reynolds,
Susanne: nicht hier Céline Dion.
Susanne: Aha, dann, das waren schon drei.
Dirk: Das waren schon drei, fehlen dir nur noch zwei.
Susanne: Ja, also da gibt es bestimmt noch viele berühmte Schriftsteller und Schauspieler, die mir jetzt natürlich so auf den Punkt kommen.
Dirk: Komm, fehlen dir Politiker ein?
Susanne: Ja, also Trudeau, ja, Justin.
Dirk: Und haben die nicht ein schönes Parlament da drüben? Also das muss ich mal wirklich sagen, ja. Ein ernsthaft durchmischtes Parlament.
Susanne: Richtig, das ist gelebte Diversität.
Dirk: Ja, das finde ich tatsächlich auch schön. Ja, und jetzt haben wir vier, ne, irgendeinen fünften.
Susanne: Wieso? Du kannst ja auch mal.
Dirk: Okay, ich stifte den zweiten Ryan, der auch von da ist. Ryan Gosling.
Susanne: Ja, natürlich, die gut aussehenden Ryans. Dann haben wir noch hier, da gehen wir doch demnächst auf ein Konzert. Lovina McKennett.
Dirk: Ja. Die ist auch Kanadierin? Ja. Okay. Ja. Elon Musk ist übrigens nicht Kanadier, ist aber in seiner Jugend in Kanada aufgewachsen. Oder zum Teil zumindest da gewesen. Ja. Okay. Wer ist dran? Ich habe nicht aufgewachsen. Du. Du bist dran. Ich bin dran.
Susanne: Ja, ich habe die letzte Frage gezogen.
Dirk: Ist es in Kanada nicht total kalt?
Susanne: Ja. Also möchte ich mal kurz eine Geschichte aus meiner Vergangenheit erzählen. Es gab sich zu der Zeit, 2001, dass wir von Freiburg nach Schöne Bayern umgezogen sind.
Dirk: Nicht wir, sondern andere wir.
Susanne: Ja, also nicht wir wir, sondern Markus, mein Ex-Mann und mein Ältester, der in Preissacham reingeboren ist und sechs Wochen alt war, als wir umgezogen sind. Und dann kam der erste Wind nördlich von München und mit ihm kamen minus 20 Grad. Und ich habe mir gedacht, das kann doch wohl nicht wahr sein. Freiburg, wärmste Gegend Deutschlands, da habe ich vorher gewohnt und jetzt minus 20 Grad. Also das war für mich der absolute Schock. Und viele sagen immer, ja, aber Kanada ist doch so kalt. Gut, es stimmt schon für Gegenden in Kanada, wo es so richtig, richtig, richtig kalt ist.
Susanne: Parallel. Und bis jetzt hält sich das gut im Gleichgewicht. Also wir berichten dann im Februar oder so oder im Januar.
Dirk: Was ja schon cool an Kanada ist, ist, es ist ein echt großes Land bis eben rauf zum Polarkreis. Und eines unserer Bucket List Items ist ja Polarlichter zu sehen. Man wird dort auch Schlittenhunde-Rennen fahren können oder im Eishotel übernachten. Also all diese schönen Winteraktivitäten, die was mit Kälte zu tun haben. Wir werden allerdings nicht zu Wintersportlern werden.
Dirk: Also ja, das Gefühl, das ich auch habe, ist, also mir hat halt mal jemand auch gesagt, ja, Kanada hat den Ruf, so kalt zu sein, aber den Ruf hat es auch davon, weil ganz viele Menschen aus Asien und speziell Indien dahin ziehen und dann sagen, boah, ist hier kalt.
Susanne: Aber da ist ein Kollege von mir, ist aus Indien nach Dublin gezogen und auch der leidet.
Dirk: Ja, also ich meine, das ist vielleicht auch eine verzerrte Wahrnehmung, würde ich dazu sagen.
Susanne: Ja gut, also ich kann mir schon vorstellen, dass da sehr kalt und auch sehr warm ist im Sommer. Also Sommer ist auch richtig heiß und schwül in Toronto.
Dirk: Das andere, was ich zumindest immer gehört habe, ist, es ist ja so dunkel in Kanada. Da ist immer irgendwie gar nicht klar, was die Leute eigentlich meinen. Dunkel und kalt. Wenn man drüben in Vancouver wohnt, ist es da weder dunkel noch kalt. Das ist halt wie, da regnet es viel. So wie in Seattle eben auch. Also wenn du
Susanne: in der Nähe von Stockholm wohnst, da ist es dunkel und kalt.
Dirk: Ja, es sind mehr Sonnenstunden in Toronto übers Jahr als hier in Frankfurt. Nicht viel, aber mehr. Und die Winter sind im Schnitt ein bis zwei Grad kälter, im kältesten Punkt, und die Sommer sind im Schnitt ein bis zwei Grad wärmer.
Susanne: Von Frankfurt oder ganz Deutschland? Oh, weil nämlich in Frankfurt hatten wir ja höchstens mal minus vier Grad.
Dirk: Ja, ja, Frankfurt war sehr milde und deswegen glaube ich eben nicht, dass es so ein großer Schock werden wird. Aber diese, es ist aber doch so kalt in Kanada, das wird uns oft gesagt.
Susanne: Ja, ich bin auch mal gespannt, wir werden einfach dann halt berichten. Wir werden berichten, genau. So, nächste Frage. Warum eigentlich nicht USA? Ich meine, die USA ist auch schön, wir kennen da super nette Leute, die Natur ist unglaublich, aber sorry. Wir werden da auch mehr verdienen.
Dirk: Also du hast aber mir die Frage gestellt, oder? Achso, ja. Du kannst aber gerne weitermachen. Beantworte mal, wie ich beantworten würde.
Susanne: Ja, aber habt ihr euch mal die verrückte Politik da angeguckt? Also alles ist auf Entertainment und wer verdient das meiste Geld ausgelegt? Und das sind irgendwie so zwei Sachen, die...
Dirk: Ja, also wenn ich irgendwie so auf eine ganz einfache Formel runterbrechen würde, dann würde ich ja sagen, ich will einfach nicht in einem Land leben, wo eine nennenswerte Anzahl Leute um mich rum ist, für ihr Recht halten, eine geladene Waffe besitzen zu dürfen.
Susanne: Ja, unter anderem das.
Dirk: Also da geht es ja schon mal los. Ich mag die USA sehr. Ich bin da echt gerne. Ich fliege da allerdings auch immer gerne wieder weg. Da würde ich nicht leben wollen. Und auch diese, wenn man seinen Beruf verliert, muss man nach sechs Wochen das Land verlassen. Alleine das hält mich schon davon ab, in die USA ziehen zu wollen.
Susanne: Ich meine, zugegeben, ich habe ja auch noch so ein paar, ich will nicht sagen Bucket List Items, das klingt dann auch immer wieder viel zu groß, aber ich habe mir gedacht, wenn sich mal die Gelegenheit ergibt, möchte ich mal nach Montana. Und in Montana In Montana will ich dann mich mal irgendwo mitten in die Tundra stellen, da in die Prärie und mich einmal 360 Grad um mich rumdrehen und nur Natur sehen. Und zwar weite, weite, weite Prärie. Und mir haben Leute aus Montana bestätigt, Montana ist der richtige Platz, um das zu tun. Und ja, sowas kann man halt dann da erleben. Ich meine, wir als Europäer kennen das ja nicht so. Du hast ja alle zwei Kilometer irgendeinen Kaff.
Dirk: Wenn du in die USA ziehen müsstest, wo würdest du dann im Moment gerade hinziehen wollen?
Susanne: Das ist echt eine gute Frage. Also Chicago fand ich toll und so Wisconsin, Illinois, da vielleicht, die Ecke.
Dirk: Chicago war so ein Überraschungstreffer, gell?
Susanne: Ja, gell? War echt toll. Aber ich würde, nee, ich will nicht nach San Francisco, ich will auch nicht nach Seattle.
Dirk: Chicago ist ein anderer Great Lake übrigens.
Dirk: Also das ist übrigens auch so ein Grund, warum nicht USA bei mir, das habe ich so meinem Chef damals gesagt, als der mich das gefragt hat, denn man muss ja sagen, wir würden in den USA deutlich mehr Geld verdienen. Also wirtschaftlich wäre das schon der bessere Schritt gewesen, in die USA zu ziehen, weil nicht nur der US-Dollar stärker ist als der kanadische Dollar, sondern tatsächlich da auch bezahlt wird für unsere Art von Job. Aber was ich meinem Chef da geantwortet habe, ist im Augenblick für, wir arbeiten ja beide in der IT-Branche, wo würden wir hinziehen, wenn wir in die USA ziehen? Wir würden nach Manhattan ziehen oder wir würden nach San Francisco ziehen. San Francisco wartet auf das nächste große Erdbeben, hat jetzt seit über zehn Jahren eine Mega-Drought, also sprich, die haben richtig große Wasserprobleme, haben unglaublich hohe Lebenshaltungskosten und seit jetzt ungefähr einem Jahr dauernd Leute entlassen werden in der IT-Branche, haben die jetzt auch ein massives Problem, Das Problem, dass die Leute, die da hingezogen sind, in dieses sündhaft teure Feld jetzt alle sich in diesem umkämpften Arbeitsmarkt tummeln. Das heißt, nach San Francisco würde ich, unabhängig davon, dass ich das Silicon Valley auch furchtbar finde, aber man kann ja auch auf der anderen Seite vom Valley wohnen, aber ich würde aus diesen Gründen schon nicht hinziehen. und in Manhattan, da bin ich auch nur gern zu Besuch. Also New York City für alle Fans da draußen, es ist eine beeindruckende Stadt und es gibt ja Leute, die ganz verliebt sind in diese Kultur und den Stress, würde ich jetzt mal nennen, der dort hat.
Susanne: Die ist sehr stressig, die ist sehr hektisch.
Dirk: Aber ich würde da nicht wohnen wollen.
Susanne: Also es gibt ja immer auch so ein Stadtgefühl, ja, und das ist mir in New York auch aufgefallen, die ist schon sehr hektisch.
Dirk: Ja, wir haben ja früher immer gesagt, wenn USA, würde ich gerne in Seattle, also auch nicht in Seattle vielleicht direkt, sondern eine der Städte davor oder daneben wohnen wollen, also in Washington State. Aber weil da die Natur so fantastisch schön ist. Sag mal, wie funktioniert in Kanada eigentlich das mit der Gesundheitsversorgung?
Susanne: Ja, also, Kanada. Also was ja viele immer im Kopf haben ist USA, da musst du dir doch Private Health Care, also private Gesundheitsversorgung irgendwie. und das ist doch alles super teuer und doof und irgendwie ganz kompliziert. Ja, da sage ich mal, Kanada hat, so wie wir, eine Universal Healthcare. Das heißt, wir sind vom Staat her gecovert, es wird mit Steuern bezahlt. Jeder hat eine Versicherung, Krankenversicherung und die Versorgung läuft da ähnlich. Du kriegst dann auch so ein Kärtchen oder was und läufst zum Arzt und siehst da keine Rechnung. Aber der Unterschied ist, dass es selbst in Kanada keinen Unterschied gibt zwischen privat und nicht privat. Da sind alle gleich versichert. Du kannst dir natürlich eine private Zusatzversicherung dann besorgen. Das läuft oft auch über die Firmen, aber anders als in den USA verlierst du eben diese Gesundheitsversicherung nicht, wenn du arbeitslos bist zum Beispiel.
Dirk: Ich finde auch, die machen da eine wichtige Sache viel besser als wir zum Beispiel, dass die nicht diese zweigeteilte Gesundheitssysteme haben, wo Leute, die besser verdienen, eigentlich dumm sind, wenn sie sich nicht privat versichern und damit aus der Solidaritätsgemeinschaft verabschieden. Also bei denen sind erstmal alle in dem System. Für uns wird es so sein, dass wir in den ersten drei Monaten von unseren Arbeitgebern gedeckt sind. Und sobald man drei Monate im Land war und Steuern eingezahlt hat, greift dann deren, ich weiß nicht wie es heißt, deren zentrales System. Ich habe mir auch erzählen lassen, dass man, ähnlich wie bei uns auch, wenn einem Medikamente verschrieben werden, dann kann es schon sein, dass die Geld kosten, wenn man die dann holt.
Susanne: Aber das sind auch nicht so astronome Summen wie jetzt in den USA.
Dirk: Genau, es dreht einfach nicht so auf wie in den USA und es treibt auch nicht diese Blüten. Was ich total interessant finde, ist, dass Kanadier sofort behaupten, deren Gesundheitssystem wäre ganz furchtbar. So wie die Briten behaupten, deren Gesundheitssystem ist ganz furchtbar und die Deutschen behaupten, deren Gesundheitssystem ist ganz furchtbar. Ich weiß immer nicht, was der Maßstab ist. Letztlich bekommen alle eine moderne Versorgung dort und du hast Zugang zu Ärzten. und ich weiß von Leuten, die in Kanada leben und europäische Systeme kennen, dass es vergleichbar sein soll. Wir werden es herausfinden, aber generell machen wir uns da mal am wenigsten Sorgen, würde ich sagen.
Susanne: Ich meine, das Generelle ist, du wirst nicht bankrott werden, weil du einen Krankenwagen rufst.
Susanne: Ja, also das sind ja solche Blüten, die die USA immer wieder hervorbringt. Okay, nächstes Tage. Was wirst du vermissen? Brezel. Brezel. Brezel, ja, das vermissen wir ja jetzt schon.
Dirk: Die vermissen wir schon in Hessen.
Susanne: Ja, die bayerischen Brezel.
Dirk: Aber wahrscheinlich gibt es gute Croissants dort, oder? Also ich meine, die haben ja genügend Franzosen im Land. Das müsste ja eigentlich wenigstens das als Ersatz gehen.
Susanne: Eine typische deutsche Antwort wäre doch eigentlich Brot.
Susanne: Aber wir essen ja eigentlich fast gar kein Brot.
Dirk: Und es gibt deutsche Bäcker dort.
Susanne: Ja, natürlich. Also ich glaube, das
Dirk: muss man einfach nur mal suchen. Das wird sich einrichten lassen. Aber Brezeln werde ich erstmal vielleicht vermissen, weiß ich nicht. Das ist so ein Gedanke, den ich jetzt halt gerade hatte. Ich meine, ich werde ja schon ein paar Leute vermissen, auch wenn ich mit denen Kontakt halten kann. Das ist sicherlich einer der Seiteneffekte von Wegziehen. Hätte man auch, wenn wir nach Hamburg ziehen würden.
Susanne: Dafür werden wir andere Freunde sehen, die wir jetzt nicht sehen können. Eine Freundin von mir wohnt in Wisconsin, um die Ecke.
Dirk: Ja, also das ist definitiv so. Ich glaube, was wir noch gar nicht wissen und einschätzen können, ist, welche Dinge in unserem Alltag wir gewohnt sind, dass wir die kaufen, Lebensmittel oder so, die es dort so nicht gibt. Quark. Ja, genau, den Gedanken hatte ich jetzt auch. Wir haben ja, wenn man bei uns in den Supermarkt geht, gibt es ja da tausend verschiedene Arten von geronnener Milch. Topfen, Schmand, Quark, Quark in Magerstufe, in Vollrahmenstufe, in Ultra-Stufe, Joghurt, griechischer Joghurt Also man kann bestimmt 20 Produkte aufzählen, die im Endeffekt alle weiß sind und irgendwelche gewonnene Milchprodukte sind Und die gibt es halt so da drüben nicht Und das heißt, alles was man irgendwie backt oder kocht, was im Endeffekt bei uns mit einer dieser Varianten gemacht werden wird wird wahrscheinlich ein bisschen anders schmecken, bis man rausbekommen hat, was man dann stattdessen macht.
Susanne: Ja, das wird halt einfach wieder, das ist halt in einem anderen Land, sich dann zurechtzufinden. Ich hatte das ja schon zweimal und da rauszufinden, die Supermärkte sind anders, sind dann auch anders strukturiert, die Produkte sind anders, du hast keine Ahnung, zum Beispiel, was für eine Creme sollst du denn kaufen, weil deine Marke gibt es halt nicht oder so. Jo, ist doch irgendwie auch cool.
Dirk: Müsst du irgendwas vermissen jetzt, außer Brot?
Susanne: Ja, also, was werde ich vermissen? Ja, eigentlich hauptsächlich Menschen. Gegenstände jetzt eher weniger und Orte. Orte ist ja auch immer so ein Ding. Das ist ja immer schwierig, irgendwo wegzuziehen und einfach zu sagen, okay, es war jetzt wohl das letzte Mal, dass ich in diesem Haus gewohnt habe. Oder, ja, das ist immer so ein bisschen, ja, nicht so schön, sage ich mal. Nee, ich bin dran.
Dirk: Auf welches kanadische Tier freust du dich am meisten?
Susanne: Zeh mal kanadische Tiere auf, kriegst du fünf hin. Ja, Trash-Pandas. Was sind denn Trash-Pandas? Ja, also die Waschbären dort werden auch Trash-Pandas genannt, weil, wie hast du letztens erzählt, Toronto hat offiziell den Kampf gegen Waschbären verloren.
Dirk: Ja, das fand ich total lustig. Ich habe mir so einen Podcast angehört, der sich damit beschäftigt hat. und da habe ich dann gelernt, dass es in den meisten US-Städten so ist, dass sozusagen Pest Control, also deren offizielle Schädlingsbekämpfung, Waschbären abschießen, wenn die irgendwie nervig werden. Und es gab halt irgendwann im 19. Jahrhundert in Toronto die Forderung, da sowas einzurichten und das hat man dann beschlossen und es gab dann so ein Aufbegehren in der Bürgerschaft, Das heißt, in Toronto werden die Waschbären nicht offiziell bejagt. Wenn du die bei dir in der Bude hast, dann kannst du dir sicherlich Rat von Experten holen und kannst auch gerne jemanden hirn, der dann vielleicht auf die Jagd nach diesen einen Waschbären geht. Aber es ist jetzt irgendwie nicht so, dass man da irgendwie groß den Kampf angesagt hat. und deswegen gibt es in Toronto eine wohl sehr große Population. Toronto ist auch die Stadt, die die waschbärensichere Mülltonne erfunden hat, die inzwischen von den Waschbären erfolgreich geöffnet wird, also nicht mehr so sicher ist. Gut, der Waschbär, Nummer eins.
Susanne: Ja, ich freue mich überhaupt mal generell, ja, nicht nur die speziellen Tiere, sondern auch generell mal neue Fauna und Flora kennenzulernen. Weil das war eines der Dinge, die ich zu dir gesagt habe, Die gehen ja gerne wandern, aber ich würde ja gerne mal so einen Wilderness-Kurs irgendwie mitmachen, bevor wir da wandern gehen, weil deren Wanderstrecken sind ein bisschen anders als unsere kleinen Dinger, um einfach zu verstehen, was ist denn jetzt was. Die haben natürlich auch ein paar Baumarten, die so ähnlich sind wie unsere, aber es gibt auch viele, viele neue und Tiere halt auch. Also eine Kollegin hat mir von Rattlesnakes erzählt, die auf Wanderwegen gerne sich mal sonnen. Ja, dann natürlich die Bären, aber da haben wir jetzt kein Problem mehr, weil wir haben ja jetzt eine Bärglocke.
Dirk: Genau, wurde uns geschenkt von meiner Schwester.
Dirk: Ich bin mir sicher, der Bär wird total beeindruckt sein. Vielleicht ist es auch eher so, dass diese Glocken locken Bären vielleicht inzwischen schon eher an.
Susanne: Ja, so, oh, da gibt es was Leckeres zum Mampfen oder so.
Susanne: Ja, Elche haben wir ja schon gestreichelt in Schweden, also das ist ja nichts Neues mehr. Die gibt es ja hier auch, sozusagen. Ja, nee, aber ich freue mich auf auch verschiedene Vogelarten, die sich anders anhören und dann als die typische Amsel und Maise hier. Obwohl, Maisen gibt es da drüben auch.
Dirk: Was auch ein sehr kanadisches Tier ist, ist der Biber.
Susanne: Ja, klar. Ich meine, die haben genügend Seen, Flüsse und Wälder und Holz. Also, ja, da gab es ja mal diesen Wettbewerb, um die neue kanadische Flagge zu gestalten. und ich glaube, es war ein enger Kampf zwischen irgendwas mit einem Ahornblatt und einem Biber drauf. Aber dadurch, dass die Biber nie wirklich eindeutig unbedingt erkannt werden konnten, haben sie sich dann für das Ahornblatt entschieden.
Dirk: Gute Entscheidung. Ich sage, es ist eine ziemlich schöne Flagge, finde ich.
Susanne: Ja, finde ich auch. So simpel. Wie funktioniert das mit dem Umzug?
Dirk: Wir sind ja jetzt hier mittendrin. Also wir sind jetzt in den letzten Zügen. Wir ziehen ja gefühlt jetzt schon seit Monaten um. Zunächst mal funktioniert es eigentlich genauso, wie unser Umzug von München nach Frankfurt funktioniert hat. Nämlich mit der Beauftragung eines Umzugsunternehmens, das dann anrückt und alles einpackt und wegfährt.
Susanne: Naja, wir packen auch eine Menge ein. Man kann ein bisschen Geld
Dirk: sparen, wenn man selber packt. Und man kann verhindern, dass die einem volle Mülleimer mit einpacken oder so.
Susanne: und es dauert ungefähr zwei Wochen. Jetzt ist es ja so, dass wir innerhalb der nächsten zwei Wochen dann auch eine Wohnung haben. Das heißt, sie werden das auch noch ein bisschen für uns lagern. Wir nehmen jetzt gar nicht so wahnsinnig viel Möbel mit. Das finde ich auch schön. Unsere ganzen Kalax-Regale werde ich nicht über den Atlantik schippern.
Dirk: Vor allen Dingen gibt es dort ja auch Ikea. Wenn wir unbedingt Kalax wollen, gibt es die da auch.
Dirk: die Elektronik ist ja Elektrik und Elektronik ist ja auch nochmal so ein Ding. Es gibt ja eine andere Stromspannung. Die Stecker sehen nicht nur anders aus, sondern da fließt auch anderer Strom durch. Eine der überraschendsten Erkenntnisse war für mich, als ich irgendwann gelernt habe, dass Digitaluhren, die am Strom hängen, also was weiß ich, so Radiowecker und so, dass die ihre Zeitschwingung aus der Schwingfrequenz des Stromnetzes nehmen. Das heißt, sobald die in In Kanada oder USA angesteckt werden, gehen die nicht mehr richtig, diese Uhren. Die waren dann schon mal alle aussortiert. Und dann geht man mal durch den Hausstand und schaut sich bei allen an, von welcher Spannung bis zu welcher Spannung die zugelassen sind. Und dann sortiert man praktisch alle Küchengeräte aus. Alles, was irgendwie sich dreht, ist eigentlich raus.
Susanne: Unsere Kaffeemaschinen. Unsere Kaffeemaschinen, ja. Ja, nein, also wir haben uns auch gerne von den Sachen getrennt, weil die haben ja jetzt ein ganz neues Zuhause gefunden. und machen anderen Menschen Freude. Und da freuen wir uns auch drüber.
Dirk: Ja, der Container schippert dann jedenfalls rüber, kommt dann in Toronto an und wird dann von einem anderen Umzugsunternehmen entgegengenommen. Was uns auch überrascht hat, war, wir haben mit viel höheren Preisen gerechnet, als das letztlich kostet. Also es ist sicherlich viel Geld. Also es ist jetzt nicht so, dass es irgendwie mit den Mietkosten für den Lieferwagen getan ist, die man ableisten kann, wenn man selber umzieht. Wir sind damals von Moosburg nach Frankfurt für ungefähr 8.000 Euro umgezogen und wir ziehen jetzt von Frankfurt nach Toronto für ungefähr 12.000 Euro. Und das finde ich tatsächlich im Rahmen. Also ich habe mich eigentlich schon festgehalten und mit höheren Preisen gerechnet. Und diese zusätzlichen Preise entstehen nur durch die Containergebühren im Endeffekt. Also alles, was ansonsten an Umzug ist, ist identisch, weil mehr hat es ja auch nichts anderes im Endeffekt.
Susanne: Man darf ja auch nicht vergessen, die packen ja auch für uns ein.
Dirk: Das, was du ihnen übrig gelassen hast, den packen.
Susanne: Ja, aber sonst wären wir ja hier im Chaos versunken. Gut, das war die letzte Frage. Das war die letzte Frage. Und es ist noch früh am Abend, das heißt, wir können jetzt noch was unternehmen.
Susanne: Weil wir haben ja schon alles erledigt, was wir heute tun mussten.
Dirk: Ja, aber dein Computer ist abgebaut. Also zocken wird es jetzt nicht mehr heute.
Susanne: Nee, mein Computer ist jetzt da im Container.
Dirk: Was haben wir jetzt mit Schlanner da vor?
Susanne: Ja, also heute haben wir ja mal die Frage grob beantwortet, warum jetzt? und ich würde halt dann mal sagen, dann gucken wir mal, was so die einzelnen Sachen sind, über die wir noch reden können.
Dirk: Ja, wir werden ein paar Mal aus Toronto berichten, was uns so auffällt. Also es ist so ein Halbtagebuch, der Blick auf Kanada mit deutschen Augen sozusagen. Und wir werden natürlich auch offen für Fragen von euch. und uns kann man erreichen über post.at.schlanada.de Jawohl, es gibt eine Domäne, schlanada.de
Susanne: Darf ich nochmal betonen, dass es meine Idee war?
Dirk: Das war fantastisch. Diese Namensidee von dir ist auch bis jetzt das erste und einzige Wort, das ich kenne, das ich in Google eintippe und keine Treffer bekommen habe.
Susanne: Ach, wissen eigentlich die jüngeren Zuschauer hier unter uns, achso, ja, die Hörer unter uns, Was eigentlich Schlanner da heißt?
Dirk: Ich finde das total selbsterklärend.
Susanne: Ja, ja, du schon.
Dirk: Was heißt denn Schlanner da?
Susanne: Naja, es gab ja mal diesen einen, ich weiß gar nicht, wann war denn das? War das, als wir die Fußball-Weltmeisterschaft hier hatten?
Dirk: Hatte irgendwas mit Fußball zu tun.
Susanne: Es hatte was mit Fußball zu tun.
Dirk: Deswegen kenne ich auch den Hintergrund nicht so gut wie du.
Susanne: Und es war, glaube ich, auch ein Song. Schlann, oh Schlann. Ja, genau. Ich bin von dir begeistert. Wollen wir nicht doch noch miteinander Oh Kanada singen? Nein, nein, wollen wir nicht. Und ja, und dann, ich meine, dann bot sich das ja an, daraus ein Wortspiel zu machen, ne?
Dirk: Ja, wir machen ja jetzt darüber und dann können wir uns das angucken und dann machen wir daraus unser eigenes Ding. Das ist dann so halb Kanada, halb Deutschland. Schlanada halt. Ja, und es gibt schlanada.de, wo eventuelle zur Sendung passende Links und Notizen zu finden sein werden. Weitere Episoden, falls wir denn noch was aufnehmen, dort zu finden sein werden. Wir haben uns auch noch nicht auf einen Rhythmus festgelegt. Wir dachten jetzt mal irgendwie so alle ein bis zwei Wochen ist vielleicht ganz lustig, aber wir werden weder versprechen, dass das regelmäßig noch häufig stattfindet, sondern immer dann, wenn uns die Lust zum Aufnehmen packt.
Susanne: Wir wollten eigentlich schon viel früher damit anfangen, nur so Umzug kam halt dazwischen und wir arbeiten ja nebenher auch noch so ein bisschen und packen das ganze Haus ab. Das sind alles deine Entschuldigungen? Ja, ja, ich weiß. Also es gibt ja
Dirk: Leute wie der Jörn zum Beispiel, der war da regelmäßig hier. Da, Jörn Schaas, kleinen Podcast oder so, feinen Podcast.
Susanne: Das fand ich übrigens auch sehr speziell. Wir haben ja viele Menschen gehabt, die uns besuchen gekommen sind, mit uns gefeiert haben, auch von weiter her. Aber Jörn und Gesche haben ja absolut den Vogel abgeschossen.
Dirk: Indem sie speziell für uns gekommen sind, weil sie an dem Tag, an dem wir unsere Alles muss raus, wir sind dann mal weg, Kanada Party gemacht haben, weil wir da nicht konnten Und dann kamen die extra für uns und ich fühle mich immer noch total special
Susanne: Ja, ich auch, absolute Lieblingsmensch
Susanne: Aber es gab ja auch viele, die jetzt nicht kommen konnten, was ja auch okay ist, aber die sehen wir ja auch weiterhin regelmäßig.
Dirk: Na gut, dann vielen lieben Dank fürs Zuhören. Ich glaube, das war eine furiose erste Sendung.
Susanne: Mit vielen Fakten. Zahlen, Daten, Fakten.
Dirk: Genau, lasst uns wissen, was ihr gerne hören wollt. Ansonsten fabulieren wir einfach selber weiter. Bis dann.