Gestern zum "Tag der deutschen Einheit" dachte ich mal wieder drüber nach, wie bescheuert das doch ist, dass Christen nicht einfach alle eine große Einheit bilden. Mich macht das manchmal richtig wütend – das kann doch eigentlich (!) nicht so schwer sein??!
In Galater 3, 28 HfA steht:
"Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid:
In Jesus Christus seid ihr alle eins."
Ich wünsche mir eine tolerante Kirche, in der alle gleichwertig behandelt werden! Egal aus welchem Land und welcher Kultur jemand kommt, egal ob er Hilfsarbeiter, Pizzabäcker oder Professor ist, egal ob Mann oder Frau, egal ob arm oder reich, egal ob krank oder gesund, egal ob jung oder alt, egal ob hetero oder homo … es ist doch so egal!
Wann begreifen wir endlich, dass Gott uns so bunt und vielfältig geschaffen hat, damit wir uns durch diese Vielfalt bereichern und ergänzen können?? Eine Kirche sollte für jeden offen stehen, jeder sollte dort sein können wie er ist!
Warum Gott, warum können wir nicht alle eine Einheit sein??
Warum schauen wir nicht auf Jesus??! Guck Dir mal seine Jünger an, vom einfachen Fischer bis zum Arzt – alles dabei. Die waren von ihren Persönlichkeiten total unterschiedlich und doch wollte Jesus sie alle in seinem Team haben. Der hat nicht gesagt: "Oh Lukas, also irgendwie passt Du doch nicht so zu uns." oder "Mein lieber Judas, Du stresst hier ziemlich rum …. such Dir mal lieber ne andere Clique."
Nix da. Er hat jeden angenommen und geliebt wie er war und das obwohl er von Beginn an wusste, was ihn später erwartete ….
Naja, vielleicht ist es ja ein Trost zu wissen, dass selbst die Christen damals nicht eine Einheit waren. Sonst hätte sich Paulus die meisten biblischen Briefe sparen können. Die hat er schließlich als Hilfe zur Konfliktlösung an die verschiedenen Gemeinden geschickt. Er gab darin hilfreiche Tipps für ein harmonisches Zusammenleben, ohne sich die Köppe einzuschlagen.
Wieder einmal rattert mir die Frage durchs Christenhirn:
Warum Gott, warum können wir nicht alle eine Einheit sein??
Mal ehrlich; ich fühle mich am wohlsten unter Menschen, die ähnlich gestrickt sind wie ich. Die ähnlich denken, handeln, fühlen. Es ist nun mal anstrengender mit Menschen zusammen zu sein, die völlig anders drauf sind. Ich will mich nicht rechtfertigen oder erklären müssen, warum ich Ehe für Alle für wichtig halte, mir Obdachlose und Flüchtlinge am Herzen liegen, ich persönlich nicht auf Lobpreis stehe und keiner Gemeinde angehöre. Alles Themen, an denen sich Fromme gerne reiben und dessen ganze Debatten ich so satt habe! Was für eine unnötige Zeit- und Kräfteverschwendung!
Ja, meinen Blog habe ich … und in den Kommentaren geht es manchmal drunter und drüber, auch wenn ich mich meistens raus halte. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich all das nicht mehr lesen will und kann und ich mich auf andere Sachen konzentriere.
Wir Christen – wir sind Kirche – und wir sollten aufhören mit diesem ewigen schwarz-weiß Denken! Aufhören mit dem in richtig-falsch Eingeteile …
… denn dann, liebe Freunde, wird Andersdenken zum Ausschlusskriterium! Und das darf nicht sein! Dann läuft gewaltig was schief! JEDER muss frei sein, seine Meinung und seine Ansichten sagen zu können, ohne gleich mit der Bibel-Keule eins durchgezogen zu bekommen!
Wenn wir uns alle mehr wagen würden, über unseren Tellerrand zu schauen, würde ich die Kirche einladender werden. Standpunkte und Gewoh[...]