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Gnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Geliebte Gottes in Burladingen,
Was für eine Vorlage! Dieser Text aus dem Korintherbrief, beim ersten Hören etwas fast Erschlagendes... der hat es in sich. Vera, da machen wir einen ganz besonderen Gottesdienst draus. Das wird der Hit! Ich stelle mir schon die Schlagzeilen vor:
Schockierende Enthüllungen: Das größte Geheimnis der Welt gelüftet.
Was die Eliten nicht wussten.
Verborgenes vom Ursprung der Welt.
Wer dann da kommt, findet Weisheit aus den Tiefen Gottes selbst, die Wahrheit hinter den Dingen, die nur Gottes Geist überhaupt durchdringen kann. Die größten Rätsel der Menschheitsgeschichte, weit über alles Verstehen und Erinnern hinaus -- jetzt gelöst? In Burladingen.
Das Jesajazitat mittendrin bringt es auf den Punkt:
"Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben." (Jesaja 64 / 3; 1. Korinther 2,9)
Unerhört. Nie dagewesen. Keiner hatte auch nur die geringste Ahnung.
Das ist doch genau das, was so viele andere versuchen, zu verbreiten. In YouTube-Videos. In Telegram-Gruppen. In bunten Sharepics mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten: Geheimes Wissen. Den Durchblick. Einblicke hinter die Kulissen. Eliten. Geheimnisse. Zusammenhänge. Verstand. Weisheit.
Die haben echt keine Ahnung!
Stell dir vor, Vera, wenn wir das enthüllen, dann wird es voll hier im Kirchensaal! Da kommt die Presse -- nicht nur der "Schwabo" und die HZ. Die Weltpresse wird sich drauf stürzen, wenn die davon Wind bekommen. Noch nie gab es einen solchen "Scoop", eine solche Schlagzeile! Wenn sich das rumspricht, werden sie von überall nach Burladingen eilen: Alle, die Rang und Namen haben. Alle, die etwas auf sich halten. Schließlich kommt dann hier endlich alles ans Licht, was bisher verborgen geblieben ist. Die großen, entscheidenden Menschheitsfragen klären wir hier, in der Erlöserkirche am Nehberg.
Stell dir den Andrang vor, Vera. Wir müssen mehr Kirchengemeinderäte einteilen für den Ordnungsdienst. Ach was, wir brauchen Hilfe von außen. Einen Sicherheitsdienst. Wir müssen Platzkarten austeilen. An den Bürgermeister denken. An Herrn Kretschmann. An den Bundespräsidenten?
Manche werden sich vorher noch ins goldene Buch der Stadt einzutragen haben. Mensch, Vera, kannst du dir vorstellen, was das bedeutet?
Und dann ist der Saal voll. So voll, dass es nicht einen einzigen Stehplatz mehr gibt. Kameras übertragen live. Die Glocken draußen hört man kaum über dem aufgeregten Gemurmel der Menge. Blitzlichtgewitter.
Es wird still.
Ein paar letzte Glockenschläge.
Dann bahnt sich einer den Weg zur Kanzel.
Seltsam.
Ganz klein sieht er aus.
Ein unsicherer Gang.
Als er vorne steht und alle gebannt an seinen Lippen hängen, die Aufnahmegeräte bereit, die Stifte gezückt, da sieht man, wie seine Hände zittern. Sein ganzer Körper eigentlich.
Er sieht aus, als sei ihm flau im Magen.
Kein Wunder, bei dem, was er gleich sagen wird!
"In Schwachheit und Furcht und großem Zittern", wird er selbst hinterher berichten.
Jetzt öffnet sich sein Mund.
Man könnte eine Stecknadel fallen hören, irgendwo in der Menge.
Er murmelt etwas. Man versteht ihn kaum.
Nuschelt der?
Er brabbelt etwas von Jesus Christus.
Er gestikuliert, zeigt auf Kreuz, auf den Gekreuzigten.
Dann ist er fertig.
Er geht.
Er bahnt sich den Weg durch die Menge.
Fast hätte er es zum Ausgang geschafft, bevor die ersten überhaupt kapieren, was hier los ist.
Dann stürzt sich die Menge auf ihn. Wieder Blitzlichtgewitter. Mikrofone schieben sich in sein Gesicht. Eine Mauer aus Kameras an ausgestreckten Armen. Fragen prasseln auf ihn ein.
Wie jetzt? Was jetzt?
Soll das ein Witz sein?
Jesus Christus? Der Gekreuzigte?
Wie lange wir später brauchen werden, um die Antwortfetzen aus den verschiedenen Aufnahmen aus dem Tohuwabohu der Fragen und Zwischenrufe irgendwie zusammen zu puzzeln, das weiß ich nicht.
Vielleicht wird es irgendwann ruhig hier, wenn die Menge abgezogen ist, mit ihrer Aufregung und ihrem Unverständnis. Hoffentlich ohne große Schäden zu hinterlassen, nicht wahr, Vera?
Vielleicht können wir uns dann sortieren und in Ruhe über das Wenige nachdenken, was wir gerade gehört und verstanden haben.
Schockierende Enthüllungen?
Und wie!
Die Weisheit Gottes. Verborgene Geheimnisse, von Gott vorherbestimmt vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit. Von den Eliten unerkannt, von Menschenweisheit grundsätzlich unterschieden, offenbart durch den Geist, der alle Dinge erforscht, selbst die Tiefen Gottes.
Jesus Christus, der Gekreuzigte.
Er ist Gottes Weisheit.
Das müssen wir erst einmal verdauen. Vermutlich unser ganzes Leben lang.
Erst wenn wir Gott zugestehen, dass seine Weisheit unser Denken weit übersteigt, werden wir beginnen, zu verstehen: Dieser Jesus ändert alles.
Schaut, Gott kommt nicht nur von oben herab. Er hat nicht nur über allem, unsichtbar und größer, alles in der Hand und zieht da so seine Fäden. Er teilt nicht nur aus der Ferne Kommandos aus, Weisheit und Ratschläge, durch Propheten und Heilige Schriften. Er ist nicht nur der ferne Beobachter, der aus der Vogelperspektive Strichliste führt. Wer anständig war. Wer sich an die Regeln hält. Wer die Gottesdienste besucht. Mit Goldsternchen für die besonders Braven. Gott bleibt nicht der Ferne, Unsichtbare, Unverstehbare.
Gott kommt. Zu uns. Auf diese Welt.
Gott kommt. Er wird Mensch. Wir sind immernoch in der verlängerten Weihnachtszeit.
Gott wird nahbar, greifbar, sichbar, verstehbar in Jesus Christus. In ihm liegt die ganze Fülle der Weisheit Gottes, ja, die ganze Fülle Gottes selbst. Wer Gott -- den unendlichen, unfassbaren, unbeschreiblichen Gott -- fassen, begreifen, sehen will, der schaut auf diesen Jesus Christus. In ihm liegt alles, was es über Gott zu wissen gibt.
Und ihn gibt es nur als den Gekreuzigten.
In gibt es nur als den, der nicht nur über Gottes Liebe zu allem Menschen redet, sondern der sie praktisch zeigt: Von dem Moment an, als er zu uns kommt als kleines Baby. So wie wir alle in diese Welt gekommen sind. Hilflos, in Windeln. Mehr noch: Ausgestoßen, unwillkommen, in der unwirtlichen Umgebung eines Stalls. Gott kommt hinein in die Niederungen, in die schlimmsten Tiefen der Menschheit. Er zeigt seine Liebe in Jesu Leben, in seinem Reden, seinem Handeln, seinen Begegnungen. Du schaust ihn an und entdeckst, dass es keine menschliche Grenze gibt, die er nicht bereit ist, zu überschreiten, um zu seinen Menschen zu kommen. Niemand, den er ausschließt. Keinen, den er übersieht, übergeht. Keine Situation, in die er nicht bereit ist, mitten hineinzugehen. Bis in den Tod selbst. Auch den nimmt er mit. Leiden, Verlassenheit, Furcht und Sterben -- er ist immer da.
Wenn du Jesus anschaust, wird dir klar, dass diesen Gott nichts aufhalten wird, um auch zu dir zu kommen. Dass es gar keine Lebenssituation geben kann, in die er nicht mit dir hineingeht. Dass dein Erleben, so schwer und erdrückend es manchmal auch sein kann, auch sein Erleben ist. Immanuel. Gott mit uns.
Wenn du ihn anschaust -- Ihn den Gekreuzigten, denn wohin sollte man sonst schauen, um Gott zu sehen? -- siehst du den Gott, der dir vorbehaltlos nahekommt in allem, was du tust und erlebt. Der es tut, ohne erst zu warten, zu fragen, zu werten, wer du bist. Der unverdient kommt, weil er dich unendlich liebt.
Aus seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade.
Wenn du ihn anschaust -- ihn den Gekreuzigten -- dann siehst du den Gott, der mit dir ins Sterben geht. Und du siehst ihn, der Christus auferweckt von den Toten. Der den ganzen Schrecklichkeiten dieses Lebens, dieser Welt, sein großes "Aber" entgegensetzt, wenn er selbst über das Schlimmste, Schrecklichste triumphiert und dem Tod, den er auf sich genommen hat, seine Macht nimmt.
Wenn du an ihm siehst .. an ihm, dem Gekreuzigten --, wie weit Gott bereit ist, für dich, für uns, zu gehen, dann beginnst du zum ersten Mal ein wenig von dem zu ahnen, was die Weisheit aller Weisheiten ist. Das wir, von Gott geliebt, nie alleine sind. Immanuel. Gott mit uns. Dass er sich uns ganz und gar schenkt, mit Haut und Haar, mit aller seiner Kraft und Fülle und seinem ganzen göttlichen Leben, in Jesus Christus seinem Sohn.
Dann beginnst du zu glauben, dass du dort, bei ihm, dem Gekreuzigten, die Fülle Gottes findest: Gnade um Gnade, Liebe ohne Ende, Gottes Nähe und das, was seit dem Auftritt des Engels auf den Hirtenfeldern von Betlehem als Versprechen in unseren Köpfen widerhallt: Große Freude und Friede hier auf der Erde.
Wenn du mit dem Bild des Gekreuzigten, der dir liebend nahe ist, durchs Leben gehst, durch deinen Alltag, dann ist das der Anfang von dem, was wirklich Weisheit ist.
Das Geheimnis, das Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlickeit.
Jesus Christus, der Gekreuzigte.
Amen.
By Christoph FischerGnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Geliebte Gottes in Burladingen,
Was für eine Vorlage! Dieser Text aus dem Korintherbrief, beim ersten Hören etwas fast Erschlagendes... der hat es in sich. Vera, da machen wir einen ganz besonderen Gottesdienst draus. Das wird der Hit! Ich stelle mir schon die Schlagzeilen vor:
Schockierende Enthüllungen: Das größte Geheimnis der Welt gelüftet.
Was die Eliten nicht wussten.
Verborgenes vom Ursprung der Welt.
Wer dann da kommt, findet Weisheit aus den Tiefen Gottes selbst, die Wahrheit hinter den Dingen, die nur Gottes Geist überhaupt durchdringen kann. Die größten Rätsel der Menschheitsgeschichte, weit über alles Verstehen und Erinnern hinaus -- jetzt gelöst? In Burladingen.
Das Jesajazitat mittendrin bringt es auf den Punkt:
"Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben." (Jesaja 64 / 3; 1. Korinther 2,9)
Unerhört. Nie dagewesen. Keiner hatte auch nur die geringste Ahnung.
Das ist doch genau das, was so viele andere versuchen, zu verbreiten. In YouTube-Videos. In Telegram-Gruppen. In bunten Sharepics mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten: Geheimes Wissen. Den Durchblick. Einblicke hinter die Kulissen. Eliten. Geheimnisse. Zusammenhänge. Verstand. Weisheit.
Die haben echt keine Ahnung!
Stell dir vor, Vera, wenn wir das enthüllen, dann wird es voll hier im Kirchensaal! Da kommt die Presse -- nicht nur der "Schwabo" und die HZ. Die Weltpresse wird sich drauf stürzen, wenn die davon Wind bekommen. Noch nie gab es einen solchen "Scoop", eine solche Schlagzeile! Wenn sich das rumspricht, werden sie von überall nach Burladingen eilen: Alle, die Rang und Namen haben. Alle, die etwas auf sich halten. Schließlich kommt dann hier endlich alles ans Licht, was bisher verborgen geblieben ist. Die großen, entscheidenden Menschheitsfragen klären wir hier, in der Erlöserkirche am Nehberg.
Stell dir den Andrang vor, Vera. Wir müssen mehr Kirchengemeinderäte einteilen für den Ordnungsdienst. Ach was, wir brauchen Hilfe von außen. Einen Sicherheitsdienst. Wir müssen Platzkarten austeilen. An den Bürgermeister denken. An Herrn Kretschmann. An den Bundespräsidenten?
Manche werden sich vorher noch ins goldene Buch der Stadt einzutragen haben. Mensch, Vera, kannst du dir vorstellen, was das bedeutet?
Und dann ist der Saal voll. So voll, dass es nicht einen einzigen Stehplatz mehr gibt. Kameras übertragen live. Die Glocken draußen hört man kaum über dem aufgeregten Gemurmel der Menge. Blitzlichtgewitter.
Es wird still.
Ein paar letzte Glockenschläge.
Dann bahnt sich einer den Weg zur Kanzel.
Seltsam.
Ganz klein sieht er aus.
Ein unsicherer Gang.
Als er vorne steht und alle gebannt an seinen Lippen hängen, die Aufnahmegeräte bereit, die Stifte gezückt, da sieht man, wie seine Hände zittern. Sein ganzer Körper eigentlich.
Er sieht aus, als sei ihm flau im Magen.
Kein Wunder, bei dem, was er gleich sagen wird!
"In Schwachheit und Furcht und großem Zittern", wird er selbst hinterher berichten.
Jetzt öffnet sich sein Mund.
Man könnte eine Stecknadel fallen hören, irgendwo in der Menge.
Er murmelt etwas. Man versteht ihn kaum.
Nuschelt der?
Er brabbelt etwas von Jesus Christus.
Er gestikuliert, zeigt auf Kreuz, auf den Gekreuzigten.
Dann ist er fertig.
Er geht.
Er bahnt sich den Weg durch die Menge.
Fast hätte er es zum Ausgang geschafft, bevor die ersten überhaupt kapieren, was hier los ist.
Dann stürzt sich die Menge auf ihn. Wieder Blitzlichtgewitter. Mikrofone schieben sich in sein Gesicht. Eine Mauer aus Kameras an ausgestreckten Armen. Fragen prasseln auf ihn ein.
Wie jetzt? Was jetzt?
Soll das ein Witz sein?
Jesus Christus? Der Gekreuzigte?
Wie lange wir später brauchen werden, um die Antwortfetzen aus den verschiedenen Aufnahmen aus dem Tohuwabohu der Fragen und Zwischenrufe irgendwie zusammen zu puzzeln, das weiß ich nicht.
Vielleicht wird es irgendwann ruhig hier, wenn die Menge abgezogen ist, mit ihrer Aufregung und ihrem Unverständnis. Hoffentlich ohne große Schäden zu hinterlassen, nicht wahr, Vera?
Vielleicht können wir uns dann sortieren und in Ruhe über das Wenige nachdenken, was wir gerade gehört und verstanden haben.
Schockierende Enthüllungen?
Und wie!
Die Weisheit Gottes. Verborgene Geheimnisse, von Gott vorherbestimmt vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit. Von den Eliten unerkannt, von Menschenweisheit grundsätzlich unterschieden, offenbart durch den Geist, der alle Dinge erforscht, selbst die Tiefen Gottes.
Jesus Christus, der Gekreuzigte.
Er ist Gottes Weisheit.
Das müssen wir erst einmal verdauen. Vermutlich unser ganzes Leben lang.
Erst wenn wir Gott zugestehen, dass seine Weisheit unser Denken weit übersteigt, werden wir beginnen, zu verstehen: Dieser Jesus ändert alles.
Schaut, Gott kommt nicht nur von oben herab. Er hat nicht nur über allem, unsichtbar und größer, alles in der Hand und zieht da so seine Fäden. Er teilt nicht nur aus der Ferne Kommandos aus, Weisheit und Ratschläge, durch Propheten und Heilige Schriften. Er ist nicht nur der ferne Beobachter, der aus der Vogelperspektive Strichliste führt. Wer anständig war. Wer sich an die Regeln hält. Wer die Gottesdienste besucht. Mit Goldsternchen für die besonders Braven. Gott bleibt nicht der Ferne, Unsichtbare, Unverstehbare.
Gott kommt. Zu uns. Auf diese Welt.
Gott kommt. Er wird Mensch. Wir sind immernoch in der verlängerten Weihnachtszeit.
Gott wird nahbar, greifbar, sichbar, verstehbar in Jesus Christus. In ihm liegt die ganze Fülle der Weisheit Gottes, ja, die ganze Fülle Gottes selbst. Wer Gott -- den unendlichen, unfassbaren, unbeschreiblichen Gott -- fassen, begreifen, sehen will, der schaut auf diesen Jesus Christus. In ihm liegt alles, was es über Gott zu wissen gibt.
Und ihn gibt es nur als den Gekreuzigten.
In gibt es nur als den, der nicht nur über Gottes Liebe zu allem Menschen redet, sondern der sie praktisch zeigt: Von dem Moment an, als er zu uns kommt als kleines Baby. So wie wir alle in diese Welt gekommen sind. Hilflos, in Windeln. Mehr noch: Ausgestoßen, unwillkommen, in der unwirtlichen Umgebung eines Stalls. Gott kommt hinein in die Niederungen, in die schlimmsten Tiefen der Menschheit. Er zeigt seine Liebe in Jesu Leben, in seinem Reden, seinem Handeln, seinen Begegnungen. Du schaust ihn an und entdeckst, dass es keine menschliche Grenze gibt, die er nicht bereit ist, zu überschreiten, um zu seinen Menschen zu kommen. Niemand, den er ausschließt. Keinen, den er übersieht, übergeht. Keine Situation, in die er nicht bereit ist, mitten hineinzugehen. Bis in den Tod selbst. Auch den nimmt er mit. Leiden, Verlassenheit, Furcht und Sterben -- er ist immer da.
Wenn du Jesus anschaust, wird dir klar, dass diesen Gott nichts aufhalten wird, um auch zu dir zu kommen. Dass es gar keine Lebenssituation geben kann, in die er nicht mit dir hineingeht. Dass dein Erleben, so schwer und erdrückend es manchmal auch sein kann, auch sein Erleben ist. Immanuel. Gott mit uns.
Wenn du ihn anschaust -- Ihn den Gekreuzigten, denn wohin sollte man sonst schauen, um Gott zu sehen? -- siehst du den Gott, der dir vorbehaltlos nahekommt in allem, was du tust und erlebt. Der es tut, ohne erst zu warten, zu fragen, zu werten, wer du bist. Der unverdient kommt, weil er dich unendlich liebt.
Aus seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade.
Wenn du ihn anschaust -- ihn den Gekreuzigten -- dann siehst du den Gott, der mit dir ins Sterben geht. Und du siehst ihn, der Christus auferweckt von den Toten. Der den ganzen Schrecklichkeiten dieses Lebens, dieser Welt, sein großes "Aber" entgegensetzt, wenn er selbst über das Schlimmste, Schrecklichste triumphiert und dem Tod, den er auf sich genommen hat, seine Macht nimmt.
Wenn du an ihm siehst .. an ihm, dem Gekreuzigten --, wie weit Gott bereit ist, für dich, für uns, zu gehen, dann beginnst du zum ersten Mal ein wenig von dem zu ahnen, was die Weisheit aller Weisheiten ist. Das wir, von Gott geliebt, nie alleine sind. Immanuel. Gott mit uns. Dass er sich uns ganz und gar schenkt, mit Haut und Haar, mit aller seiner Kraft und Fülle und seinem ganzen göttlichen Leben, in Jesus Christus seinem Sohn.
Dann beginnst du zu glauben, dass du dort, bei ihm, dem Gekreuzigten, die Fülle Gottes findest: Gnade um Gnade, Liebe ohne Ende, Gottes Nähe und das, was seit dem Auftritt des Engels auf den Hirtenfeldern von Betlehem als Versprechen in unseren Köpfen widerhallt: Große Freude und Friede hier auf der Erde.
Wenn du mit dem Bild des Gekreuzigten, der dir liebend nahe ist, durchs Leben gehst, durch deinen Alltag, dann ist das der Anfang von dem, was wirklich Weisheit ist.
Das Geheimnis, das Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlickeit.
Jesus Christus, der Gekreuzigte.
Amen.

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