Vom Ozean ins Labor: Können Algen und Hefen die chemische Industrie revolutionieren?
In unserer neuen Folge sprechen wir mit Professor Dr. Thomas Brück, jemandem, der die Welt der synthetischen Biotechnologie wie kaum ein anderer kennt und sich leidenschaftlich der Entwicklung nachhaltiger, zirkulärer Bioprozesse widmet. Für Thomas ist Nachhaltigkeit kein theoretisches Konzept, sondern ein klarer Handlungsauftrag, den er sowohl in der universitären Spitzenforschung an der TU München als auch als Gründer in die Praxis umsetzt.
Als leidenschaftlicher Taucher hat er über Jahrzehnte miterlebt, wie marine Ökosysteme degradieren – und beschlossen, mit wissenschaftlicher Innovation gegenzusteuern. Heute erforscht und entwickelt er Lösungen, die von der Nahrungsmittelresilienz über Palmöl-Alternativen bis hin zu Beton reichen, der sich mithilfe von Algensporen selbst heilen kann. Er denkt Prozesse konsequent ganzheitlich und setzt sich für einen echten Mentalitätswandel bei Investitionen in Zukunftstechnologien ein.
Unsere Host Sophie Strupix spricht mit Thomas unter anderem darüber,
- wie Algensporen im Zement dafür sorgen, dass Gebäude CO₂ einspeichern, Risse eigenständig heilen und ihre Lebensdauer fast verdoppeln können,
- warum Mikroalgen herkömmlichen Nutzpflanzen in puncto Schnelligkeit, Ertrag und Ressourcenverbrauch drastisch überlegen sind, ohne mit der Landwirtschaft zu konkurrieren,
- und warum europäische Startup-Ökosysteme dringend einen „langen Atem“ bei der Finanzierung brauchen, um im globalen Wettbewerb nicht abgehängt zu werden.
Ein ehrliches Gespräch über bahnbrechende biotechnologische Innovationen, den Mut zum Risiko und darüber, warum Wissenschaft die Lebensversicherung für unsere Wirtschaft von morgen ist.