Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer

Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer

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Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer episodes

  • Spaltung und Verbindung – wenn Meinungen zu Mauern werden | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer
    Unterschiedliche Meinungen trennen uns nicht automatisch. Schwierig wird es dort, wo wir hinter einer Meinung den Menschen nicht mehr sehen.

    Beim Kartoffelsalat schaffen wir es meistens noch, unterschiedliche Lager auszuhalten. Mit Mayo, ohne Mayo, warm, kalt, mit Speck oder ohne. Irgendwie sitzen am Ende trotzdem alle am selben Tisch.

    Bei anderen Themen wird es schwieriger.

    Spaltung beginnt nicht dort, wo Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Sie beginnt dort, wo wir unser Gegenüber irgendwann nicht mehr als Menschen wahrnehmen, sondern nur noch als Meinung, Gruppe, Störung oder Gegner.

    Das passiert in Beziehungen. Es passiert in Familien. Und es passiert auch in Pflegeteams.

    Frühdienst gegen Spätdienst. Leitung gegen Mitarbeitende. Fachkräfte gegen Hilfskräfte. Die einen sind überzeugt, immer alles auffangen zu müssen. Den anderen wird unterstellt, nie genug zu tun. Dazu ein bisschen Flurfunk, ein paar Missverständnisse und irgendwann ist mehr Energie im Gegeneinander gebunden als in der eigentlichen Arbeit.

    Dabei braucht gerade Pflege Zusammenarbeit, Vertrauen und die Bereitschaft, mehr als den eigenen Ausschnitt zu sehen.

    In dieser Folge spricht Anette darüber, warum echtes Zuhören etwas anderes ist als darauf zu warten, endlich selbst wieder reden zu können. Es geht um schnelle Urteile, unser empfindliches Ego und darum, warum Verbindung niemals bedeutet, jede Meinung übernehmen zu müssen.

    Man darf widersprechen. Man darf Grenzen setzen. Man darf klar sein.

    Aber man muss den Menschen auf der anderen Seite nicht gleich mit seiner Meinung entsorgen.

    Vielleicht wäre im Alltag manchmal schon viel gewonnen mit einem einfachen Satz:

    „Zeig mir deinen Teil vom Bild, dann zeige ich dir meinen.“

    Nicht damit einer gewinnt. Sondern damit das Bild vollständiger wird.

    Eine Folge über Meinungen, Beziehungen, Pflege, Flurfunk, Laubbläser, Kartoffelsalat und die ziemlich anspruchsvolle Kunst, einen anderen Menschen nicht vorschnell auf das zu reduzieren, was man gerade von ihm hält.

    Sicht Weise von und mit Anette Pelzer.

    9 min
  • Psychische Stabilität und Ohnmacht – Wenn Belastung zu viel wird - Sicht Weise von Anette Pelzer
    Psychische Stabilität, Dauerstress und der Moment, in dem Funktionieren nicht mehr reicht

    Du rennst. Du organisierst. Du fängst Ausfälle auf. Du weißt genau, was ein Mensch gerade bräuchte – und hast trotzdem keine Zeit, es ihm zu geben.

    Genau dort beginnt etwas, über das in der Pflege viel zu selten gesprochen wird: das Gefühl von Ohnmacht.

    In dieser Folge von „Sicht Weise“ spricht Anette Pelzer darüber, was passiert, wenn Belastung nicht mehr nur anstrengend ist, sondern sich langsam in Gereiztheit, Grübeln, Erschöpfung und das Gefühl verwandelt, keinen echten Einfluss mehr zu haben.

    Denn psychische Stabilität bedeutet nicht, alles auszuhalten. Sie bedeutet auch, zu merken, wann etwas zu viel wird.

    Warum läuft der Kopf nach Feierabend weiter? Warum wird aus „Ich schaffe das schon“ irgendwann „Was soll ich denn noch machen?“ Und warum ist es gefährlich, strukturelle Probleme einfach als mangelnde Belastbarkeit einzelner Pflegekräfte abzutun?

    Diese Folge ist für alle, die im Pflegealltag funktionieren müssen, obwohl innerlich längst etwas auf Reserve läuft.

    Ein klarer und sehr menschlicher Blick auf Dauerstress, Verantwortung, Grenzen und die Frage, wann Stärke vielleicht genau darin liegt, nicht mehr alles allein tragen zu wollen.

    9 min
  • Nicht alles ist nur das Wetter – Nebenwirkungen erkennen | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer
    Vertrauen darf Fragen aushalten. Denn wer nachfragt, stellt nicht automatisch etwas infrage. Manchmal nimmt er einfach nur sich selbst ernst.

    Ein neues Medikament ist schnell verschrieben. Dazu gibt es eine Packung, eine Dosierung und natürlich den berühmten Beipackzettel, dessen Schriftgröße gelegentlich schon die erste Herausforderung darstellt.

    Aber eine Frage wird erstaunlich selten gestellt:

    Was kann sich eigentlich verändern, wenn ich dieses Medikament nehme?

    In dieser Folge von „Sicht Weise – Von und mit Anette Pelzer“ geht es nicht darum, Medikamente grundsätzlich infrage zu stellen oder hinter jeder Veränderung sofort eine Nebenwirkung zu vermuten. Es geht um etwas viel Einfacheres: aufmerksam zu bleiben.

    Wann hat der Schwindel angefangen? Warum ist jemand plötzlich ungewöhnlich müde? Woher kommt die Veränderung der Stimmung? Hat sich der Appetit verändert? Und was war eigentlich kurz davor?

    Gerade Pflegekräfte erleben Menschen oft sehr nah und über längere Zeiträume. Sie bemerken Veränderungen, die während eines kurzen Arztkontaktes möglicherweise gar nicht sichtbar werden. Angehörige erleben wiederum den Alltag. Und der Patient selbst kennt seinen Körper aus einer Perspektive, die niemand ersetzen kann.

    Diese unterschiedlichen Blickwinkel sollten keine Konkurrenz sein.

    Sie gehören zusammen.

    Anette spricht darüber, warum eine medizinische Behandlung nicht nur begonnen, sondern auch begleitet werden sollte. Hilft sie? Wie geht es dem Menschen damit? Ist etwas Neues hinzugekommen? Sollte die Behandlung noch einmal überprüft werden?

    Und sie stellt eine Frage, die weit über Medikamente hinausgeht:

    Warum fällt es uns beim Auto so leicht, auf jedes neue Geräusch zu achten, während wir Veränderungen unseres eigenen Körpers manchmal erstaunlich lange wegdiskutieren?

    Eine Folge über Verantwortung, Wahrnehmung und den Mut, Fragen zu stellen.

    Denn eine Frage ist keine Ablehnung.

    Manchmal ist sie einfach der Anfang davon, etwas besser zu verstehen.

    🎙️ Sicht Weise – Von und mit Anette Pelzer

    9 min
  • Denkweisen im Wandel: Warum Entwicklung Mut braucht | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer
    Was passiert, wenn wir anfangen, genauer hinzuschauen

    Wir verändern uns. Unsere Erfahrungen verändern sich. Unser Wissen wächst. Und trotzdem tun wir manchmal so, als müsste eine Meinung, die wir einmal hatten, für immer dieselbe bleiben.

    In dieser Folge von „Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer“ geht es um Entwicklung. Nicht um Selbstoptimierung, den nächsten großen Lebensplan oder die Vorstellung, irgendwann endgültig „fertig“ zu sein. Sondern um etwas viel Alltäglicheres: die Bereitschaft, genauer hinzuschauen, neue Informationen zuzulassen und manchmal auch die eigene Sichtweise zu korrigieren.

    Anette erzählt von ihrer eigenen Entwicklung und davon, wie aus einzelnen Gedanken mit der Zeit Zusammenhänge entstanden sind. Sie spricht darüber, warum Erfahrung allein nicht bedeutet, dass man nichts mehr lernen kann, weshalb Widerspruch kein persönlicher Angriff sein muss und warum eine veränderte Meinung nicht automatisch bedeutet, dass die frühere falsch oder dumm gewesen ist.

    Es geht um Gespräche, in denen wir vielleicht einmal nicht sofort antworten. Um Teams, in denen miteinander gesprochen wird, bevor der Flurfunk seine eigene Nachrichtensendung eröffnet. Um Beziehungen, in denen niemand Gedanken lesen können muss. Und um eine Gesellschaft, in der Menschen mehr sind als der eine Satz, der gerade nicht in unser eigenes Weltbild passt.

    Denn Entwicklung bedeutet nicht, jeden Tag ein anderer Mensch zu werden.

    Vielleicht bedeutet sie manchmal nur, heute etwas genauer hinzusehen als gestern.

    Eine persönliche Folge über Umwege, Erkenntnisse, Fehler, neue Perspektiven und einen inneren Kompass, der nicht sagt, wo wir hinmüssen, sondern dabei hilft zu erkennen, wo wir gerade stehen.

    🎙️ Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer

    Wenn dich die Folge zum Nachdenken gebracht hat, teile sie gerne mit einem Menschen, der gerade selbst versucht herauszufinden, wo eigentlich vorne ist.

    9 min
  • Wendy in der Pflege: Wenn Fürsorge zur Selbstaufgabe wird | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer
    Warum Helfen Grenzen braucht und ein Nein manchmal die gesündeste Form von Verantwortung ist.

    Du kümmerst dich. Du springst ein. Du denkst mit. Du merkst, dass jemand überfordert ist, bevor die Person es selbst ausspricht.

    Du übernimmst noch schnell einen Dienst, obwohl du eigentlich frei hast. Du bleibst länger, weil du die Kollegen nicht hängen lassen willst. Du gehst arbeiten, obwohl dein Körper längst sagt, dass eigentlich Schluss wäre.

    Und irgendwann sitzt du zu Hause und fragst dich:

    Warum eigentlich immer ich?

    Genau hier beginnt das Thema dieser Folge.

    In „Wendy: Fürsorge ohne Selbstaufgabe“ spricht Anette Pelzer darüber, warum gerade in der Pflege Hilfsbereitschaft so schnell zur Selbstverständlichkeit werden kann. Denn Pflege braucht Fürsorge. Sie braucht Menschen, die mitdenken, Verantwortung übernehmen und füreinander da sind.

    Schwierig wird es dort, wo aus Fürsorge Selbstaufgabe wird.

    Wo ein Nein sofort Schuldgefühle auslöst.

    Wo Pflegekräfte anfangen, strukturelle Probleme mit der eigenen Freizeit, der eigenen Gesundheit und den eigenen Reserven auszugleichen.

    Denn wenn immer jemand einspringt, bleibt oft unsichtbar, wie groß das eigentliche Problem ist.

    Auf dem Papier hat der Dienst vielleicht funktioniert.

    In Wahrheit haben Menschen ihn aufgefangen.

    Anette spricht darüber, warum Verantwortung nicht bedeutet, jedes Loch im Dienstplan selbst zu stopfen. Warum ein Nein nicht lieblos ist. Warum gute Pflegekräfte nicht daran gemessen werden sollten, wie vollständig sie sich aufreiben.

    Und warum ein Beruf, dessen Kern Fürsorge ist, nicht verlangen darf, dass diejenigen, die diese Fürsorge leisten, sich selbst dabei vergessen.

    Eine Folge über Grenzen, Verantwortung, Schuldgefühle, Anerkennung und eine Frage, die vielleicht öfter gestellt werden sollte:

    Ist das gerade wirklich meine Verantwortung?

    Oder springt meine innere Wendy schon wieder los, obwohl ich eigentlich längst Feierabend brauche?

    Denn Grenzen sind keine Lieblosigkeit.

    Manchmal sind sie der Anfang einer gesunden Form von Verantwortung.

    9 min
  • Cinderella wartet nicht mehr: Raus aus dem Warten auf Rettung | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer
    Du musst nicht gerettet werden, um glücklich zu sein. Du musst irgendwann anfangen, dein eigenes Leben selbst zu wählen.

    Cinderella hatte wenigstens eine gute Fee.

    Im echten Leben sieht es mit der Terminlage von Feen, Prinzen und anderen professionellen Lebensrettern leider eher schlecht aus.

    Trotzdem warten viele Menschen.

    Auf den richtigen Partner.

    Auf den richtigen Moment.
    Auf jemanden, der Sicherheit gibt.
    Auf jemanden, der Entscheidungen abnimmt.
    Auf jemanden, der endlich erkennt, was wir brauchen.
    Auf jemanden, der unser Leben ein bisschen bequemer, leichter oder glücklicher macht.

    Genau darum geht es in dieser Folge von „Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer“.

    Das sogenannte Cinderella-Syndrom beschreibt keine psychische Erkrankung. Es steht vielmehr für ein Verhaltensmuster, bei dem Menschen ihre Sicherheit, ihr Glück oder wichtige Entscheidungen stark von anderen abhängig machen.

    Besonders deutlich zeigt sich das in Beziehungen.

    Natürlich dürfen Menschen füreinander da sein.

    Aber es gibt einen Unterschied zwischen Unterstützung und Rettung.

    Unterstützung bedeutet:

    Ich gehe meinen Weg und du darfst mich begleiten.

    Rettung bedeutet:

    Ich bleibe stehen und erwarte, dass du mich trägst.

    Und irgendwann wird es für beide Seiten anstrengend.

    Der eine organisiert, entscheidet, beruhigt, plant und fängt auf.

    Der andere fühlt sich abhängig, nicht gesehen oder irgendwann im Stich gelassen.

    Das Problem daran:

    Solche Muster entstehen oft nicht aus Bequemlichkeit.

    Wer früh gelernt hat, sich anzupassen, möglichst wenig anzuecken oder eigene Wünsche zurückzustellen, kann später Schwierigkeiten damit haben, überhaupt noch zu wissen, was er selbst möchte.

    Und genau da wird es spannend.

    Denn die entscheidende Frage lautet irgendwann nicht mehr:

    „Warum macht der andere das nicht für mich?“

    Sondern:

    „Was möchte eigentlich ich?“

    Wo sage ich Ja, obwohl in mir längst ein ziemlich deutliches Nein sitzt?

    Welche Entscheidung schiebe ich vor mir her, weil ich hoffe, jemand anderes übernimmt sie?

    Wo beschwere ich mich über fehlende Freiheit, warte aber gleichzeitig auf die Erlaubnis, etwas zu verändern?

    Selbstbestimmung beginnt selten mit einem großen dramatischen Schnitt.

    Sie beginnt klein.

    Eine eigene Meinung aussprechen.

    Eine Grenze setzen.
    Einen Wunsch formulieren.
    Ein Nein aushalten.
    Eine Entscheidung treffen.

    Und vielleicht auch akzeptieren, dass nicht jede Entscheidung perfekt sein wird.

    Denn Freiheit gibt es nicht ohne Verantwortung.

    Aber genau darin steckt etwas unglaublich Befreiendes.

    Wir müssen nicht darauf warten, ausgewählt zu werden.

    Wir können selbst auswählen.

    Wir müssen nicht hoffen, dass jemand unseren Wert erkennt.

    Wir dürfen ihn selbst kennen.

    Und wir müssen nicht darauf warten, dass jemand mit unserem verlorenen Schuh vor der Tür steht.

    Wir haben schließlich noch einen zweiten.

    Damit kann man schon mal loslaufen.

    Wie siehst du das?

    Wo endet für dich Unterstützung und wo beginnt Abhängigkeit?

    Und gibt es eine Entscheidung, bei der du vielleicht schon länger darauf wartest, dass jemand anderes sie für dich trifft?

    Schreib Anette gerne deine Sichtweise dazu, teile die Folge und diskutiere mit.

    Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer.

    9 min
  • Peter Pan wird erwachsen: Freiheit gibt’s nicht ohne Verantwortung | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer
    Frei sein, machen was man will und wenn es schiefgeht, waren die anderen schuld? Klingt bequem. Ist aber nicht erwachsen. In dieser Folge nimmt Anette Pelzer das Peter-Pan-Syndrom noch einmal unter die Lupe. Nicht als Diagnose und auch nicht, um Menschen

    Peter Pan wollte nie erwachsen werden. Manche Erwachsene offenbar auch nicht.

    Verantwortung übernehmen? Sich festlegen? Fehler eingestehen? Konsequenzen tragen? Klingt für manche Menschen verdächtig nach Einschränkung der persönlichen Freiheit.

    Doch genau da beginnt das Problem.

    In dieser Folge von „Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer“ geht es erneut um das sogenannte Peter-Pan-Syndrom. Nicht um eine medizinische Diagnose, denn die ist es nicht. Sondern um ein Verhaltensmuster, das in Beziehungen, Familien, Freundschaften und im Berufsleben ziemlich anstrengend werden kann.

    Anette spricht darüber, warum Freiheit und Verantwortung nicht voneinander zu trennen sind und warum der Satz „Das war meine Entscheidung und jetzt kümmere ich mich um die Folgen“ offenbar schwerer sein kann, als man denkt.

    Dabei geht es nicht nur um diejenigen, die Verantwortung vermeiden.

    Es geht auch um die Menschen daneben.

    Um Partner, Angehörige, Kollegen oder Freunde, die ständig retten, ausgleichen, entschuldigen, organisieren und auffangen. Denn wenn einem erwachsenen Menschen jede unangenehme Konsequenz abgenommen wird, bekommt er erstaunlich wenig Gelegenheit, selbst schwimmen zu lernen.

    Und irgendwann stellt sich deshalb nicht nur die Frage:

    Warum übernimmt dieser Mensch keine Verantwortung?

    Sondern auch:

    Warum übernehme ich ständig Verantwortung, die überhaupt nicht meine ist?

    Anette spricht über Grenzen, Selbstverantwortung, emotionale Reife und darüber, warum Verständnis nicht bedeutet, jedes Verhalten hinnehmen zu müssen.

    Denn Grenzen sind keine Strafe.

    Und Verantwortung ist auch kein schwerer Rucksack, den Erwachsene irgendwann widerwillig bis zur Rente herumschleppen müssen.

    Verantwortung bedeutet auch: Ich habe Einfluss. Ich kann entscheiden. Ich kann korrigieren. Ich kann lernen.

    Das innere Kind darf trotzdem bleiben. Es darf lachen, träumen, Unsinn machen und gelegentlich ziemlich albern sein.

    Aber wenn das Leben an die Tür klopft und fragt, wer hier eigentlich zuständig ist, sollte vielleicht nicht jedes Mal jemand anderes aufmachen müssen.

    Wo endet für dich Leichtigkeit und wo beginnt Verantwortungsvermeidung?

    Schreib Anette gerne deine Sichtweise dazu, teile die Folge und diskutiere mit.

    Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer.

    Manchmal verändert sich unsere Sichtweise nicht durch eine schnelle Antwort, sondern durch die richtige Frage.

    10 min
  • Peter flieht, Wendy rettet, Cinderella leidet: Das Dramadreieck | Sicht Weise von und mit Anette Pelzer
    Wer ständig rettet, vor Verantwortung flieht oder still leidet, hält das Dramadreieck am Laufen.

    Peter Pan, Wendy und Cinderella arbeiten gemeinsam auf einem Wohnbereich. Peter fliegt vor der Verantwortung davon, Wendy hält alles zusammen und Cinderella arbeitet still weiter – in der Hoffnung, dass irgendwann jemand erkennt, was sie Tag für Tag leistet.

    Was nach einer etwas schrägen Märchenstunde klingt, führt mitten hinein in das psychologische Dramadreieck. Es beschreibt drei Rollen, die Menschen in belastenden Beziehungen und Konflikten einnehmen können: Opfer, Retter und Verfolger.

    Diese Rollen sind nicht dauerhaft verteilt. Menschen können innerhalb kürzester Zeit von einer Position in die andere wechseln. Aus gut gemeinter Hilfe wird plötzlich Druck. Aus Enttäuschung entsteht ein Vorwurf. Und wer sich zunächst gerettet fühlte, erlebt dieselbe Hilfe wenig später vielleicht als Bevormundung.

    In dieser Folge spricht Anette Pelzer darüber,

    – warum Menschen wie Wendy in der Pflege besonders wertvoll und gleichzeitig gefährdet sind,

    – wie aus Fürsorge schleichend Überverantwortung werden kann,

    – weshalb stille Leistung und ausbleibende Anerkennung erschöpfen,

    – wie Retter, Opfer und Verfolger ihre Rollen wechseln,

    – warum das Dramadreieck nicht nur im Pflegealltag vorkommt,

    – und weshalb der Ausstieg nicht mit der Analyse der anderen, sondern mit der eigenen Selbstreflexion beginnt.

    Das Dramadreieck ist keine Diagnose und kein Etikett für Kolleginnen, Kollegen oder Angehörige. Es ist ein Modell, das helfen kann, wiederkehrende Beziehungsmuster zu erkennen. Entscheidend ist daher nicht die Frage, welche Märchenfigur die anderen verkörpern. Spannender ist: Wann werde ich selbst zu Peter Pan, Wendy oder Cinderella?

    Welche dieser Rollen begegnet dir im Arbeitsalltag besonders häufig? Und in welcher erkennst du dich selbst manchmal wieder?

    Wenn dir die Folge gefallen oder einen neuen Gedanken mitgegeben hat, freue ich mich über ein Like, einen Kommentar oder eine Weiterempfehlung.

    Mehr über Anette Pelzer und ihre Arbeit:

    https://menschenkompass.info/

    https://pflegecoaching.eu/

    „Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer“ erscheint jeden Sonntag um 10 Uhr.

    10 min
  • Leistungsdruck: Wann Leistung krank macht | Sicht Weise der Podcast von und mit Anette Pelzer
    Wenn genug nie genug ist, wird Leistung irgendwann zur Belastung.

    Leistung gehört zu unserem Leben. Sie kann uns weiterbringen, stolz machen und das gute Gefühl geben, etwas Sinnvolles geschafft zu haben. Problematisch wird es, wenn aus Leistung ein Druck entsteht, der niemals nachlässt: schneller arbeiten, mehr erledigen, keine Fehler machen – und am besten auch noch perfekt entspannen.

    In dieser Folge von „Sicht Weise“ spricht Anette Pelzer darüber, warum sich unsere innere To-do-Liste scheinbar über Nacht vermehrt, weshalb der Vergleich mit anderen häufig unfair ist und was dauerhafter Leistungsdruck mit Körper, Schlaf, Konzentration und Geduld machen kann.

    Besonders deutlich zeigt sich dieser Druck in der Pflege. Pflegekräfte sollen schnell, fehlerfrei und wirtschaftlich arbeiten – und dabei menschlich, aufmerksam und einfühlsam bleiben. Viele geben längst alles und haben trotzdem das Gefühl, es reiche noch immer nicht.

    Doch Leistungsdruck kommt nicht nur von außen. Oft steckt dahinter der eigene Anspruch, immer stark, zuverlässig und belastbar sein zu müssen. Eine Pause erscheint dann wie ein Versagen, obwohl sie in Wahrheit notwendig ist, um gesund und handlungsfähig zu bleiben.

    Vielleicht besteht der größte Erfolg nicht darin, immer noch mehr zu schaffen. Vielleicht besteht er darin, rechtzeitig zu erkennen, wann genug wirklich genug ist.

    Denn eines sollten wir niemals vergessen: Unser Wert als Mensch ist nicht an unsere Leistung gebunden.

    6 min
  • Gesellschaft und Smartphone: menschlich getrennt – Sicht Weise von und mit Anette Pelzer
    Wir sind ständig erreichbar und trotzdem oft nicht wirklich anwesend. Anette Pelzer fragt, was Smartphones mit unseren Gesprächen, Beziehungen und unserem gesellschaftlichen Miteinander machen.

    Ein sonniger Tag, ein gut besuchtes Café und Menschen, die gemeinsam an einem Tisch sitzen. Eigentlich ein Ort der Begegnung. Doch statt miteinander zu sprechen, schauen fast alle auf ihr Smartphone.

    In dieser Folge von „Sicht Weise“ beschäftigt sich Anette Pelzer mit einer Entwicklung, die längst zu unserem Alltag gehört: Wir sind technisch ständig verbunden, verlieren aber zunehmend den direkten Kontakt zu den Menschen, die unmittelbar vor uns sitzen.

    Smartphones erleichtern vieles. Sie verbinden uns über große Entfernungen, liefern Informationen innerhalb weniger Sekunden und können in Notfällen sogar Leben retten. Problematisch wird es dort, wo der Bildschirm unsere Aufmerksamkeit vollständig beansprucht und echte Begegnungen zu Nebensache werden.

    Was geschieht mit unserem Miteinander, wenn Gespräche durch Nachrichten ersetzt, Gefühle mit Emojis verschickt und selbst Konflikte per Messenger ausgetragen werden? Was verlieren wir, wenn Blicke, Mimik, Gestik und der Klang einer Stimme immer seltener wahrgenommen werden?

    Anette spricht darüber, warum Aufmerksamkeit eine wertvolle Form der Wertschätzung ist und weshalb kein Emoji ein ehrliches Lächeln, eine Berührung oder eine echte Umarmung ersetzen kann. Gerade in schwierigen Lebenssituationen zeigt sich, was Menschen wirklich brauchen: jemanden, der zuhört, hinsieht und spürbar da ist.

    Diese Folge ist keine Abrechnung mit dem Smartphone. Sie ist eine Einladung, das Verhältnis zwischen Technik und Menschlichkeit neu zu betrachten – und den Menschen neben uns wieder ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

    10 min

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Sicht Weise – von und mit Anette Pelzer ist ein Podcast über Pflege, Würde, Menschlichkeit und die stillen Wahrheiten des Alltags.