Warum eigentlich nicht? (Bildquelle: GIGA, KI-generiert)
Die nächste große Smartphone-Idee kommt vielleicht nicht unbedingt aus dem Silicon Valley.
Ikea baut keine Smartphones. Noch nicht. Stattdessen verkauft der schwedische Möbelriese Lampen, Lautsprecher, Jalousien, Ladestationen und jede Menge Smart-Home-Zubehör, das mit Alexa, Google oder Apple zusammenspielt. Kurz: Ikea ist längst Teil unseres digitalen Alltags – nur das zentrale Gerät fehlt. Und genau deshalb ist die Idee eines Ikea-Smartphones namens FÖNLÅN gar nicht so abwegig, wie sie auf den ersten Blick klingt. Meine These – dargelegt in der heutigen Ausgabe der GIGA-Wochenendkolumne.
Ein Smartphone von Ikea: So dumm ist die Idee nicht
Niemand erwartet, dass Ikea morgen ein eigenes Smartphone von Grund auf entwickelt. Das wäre auch gar nicht nötig. Wie schon bei den Lautsprechern würde man sich die Technik einkaufen und das tun, was Ikea am besten kann: Design, Konzept und Preis neu denken. Skandinavisch reduziert, funktional, verständlich. Kein Technik-Goldrand, kein Pro-Max-Ultra-Gehabe – sondern ein Gerät, das einfach seinen Job macht.
So oder so ähnlich könnte das „IKEA FÖNLÅN“ mal aussehen.
Ein oft unterschätzter Punkt: Ikea hat eines der größten Vertriebsnetze der Welt. Weltweit riesige Möbelhäuser, die größer sind als jeder Apple Store – inklusive Parkplatz, Hotdogs und Showroom-Atmosphäre. Ein Smartphone, das man dort nicht nur kaufen, sondern auch direkt ausprobieren, einrichten und reparieren lassen kann? Das ist ein Vorteil, von dem viele Tech-Konzerne nur träumen.
Das fehlende Herz fürs Ikea-Smart-Home
Ikea investiert seit Jahren massiv ins Smart Home: Matter-kompatible Lampen, Sensoren, Steuerzentralen und Apps für vernetzte Geräte. Was fehlt, ist eine echte Schaltzentrale in der Hosentasche. Ein eigenes Smartphone könnte genau das sein – perfekt abgestimmt auf das Ikea-Ökosystem, ohne dass man sich durch fünf Apps und drei Assistenten kämpfen muss. Apple und Google machen es vor. Ikea könnte es einfacher machen.
Recht farbenfroh müsste ein Smartphone von Ikea schon sein.
Der Smartphone-Markt kennt vor allem zwei Extreme: überteuerte High-End-Geräte oder billige No-Name-Handys ohne Seele. Ikea steht traditionell genau dazwischen. Ein erschwingliches, gut gestaltetes Smartphone, reduziert auf das Wesentliche, würde perfekt zur Marke passen – und für viele Menschen vermutlich genau richtig sein. Nicht jeder braucht 200-Megapixel-Kameras. Manche wollen einfach ein solides Gerät, das gut aussieht und lange hält.
Aufmerksamkeit garantiert – und das ist kein Nachteil
Ein Ikea-Smartphone wäre natürlich ein Marketing-Knall. Aber nicht nur das. Es würde Ikea endgültig als Lifestyle- und Technologie-Marke positionieren, nicht bloß als Möbelhändler. Gerade jüngere, technikaffine Zielgruppen ließen sich so stärker an die Marke binden – ganz ohne Influencer-Gedöns.
Warum nicht gleich modular?Das Ikea-Handy als Bausatz.
Und dann wäre da noch die naheliegendste Idee überhaupt: ein Smartphone zum Selberzusammenbauen. Speicher tauschen, Kamera wechseln, Display ersetzen – ganz wie bei einem Billy-Regal, nur sinnvoller. Nachhaltig, reparierbar, langlebig. Das gäbe nicht nur Karma-Punkte, sondern wäre ein echtes Statement gegen die Wegwerfmentalität der Branche.
Die Quintessenz: Unrealistisch? Vielleicht. Unnötig? Ganz sicher nicht.
Das „IKEA FÖNLÅN“ wird es vermutlich nie geben. Aber die Idee dahinter zeigt, wie festgefahren der Smartphone-Markt schon mal ist. Ein bisschen mehr Mut, Einfachheit und Nutzerfokus würden vielen Herstellern guttun. Und wer weiß: Wenn Ikea irgendwann doch ein Smartphone baut, würde ich es mir zumindest anschauen und im Anschluss eine Portion Köttbullar im Restaurant verputzen.