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In ihrem Vortrag vom 24. Februar stellten Sebastian Moser und Tobias Schlechtriemen eine besondere Form der kommunikativen Bewältigung der Corona-Pandemie vor: Sozialfiguren. Am Anfang der Pandemie standen der Hamsterkäufer und die Fensterklatscher, es folgten Virologe, Risikogruppen und Maskenverweigerer. Aus soziologischer Sicht lassen sich gerade an diesen Figuren die gesellschaftlichen Erfahrungs- und Problemlagen der Pandemie ablesen.
Die Forschungen sind im Rahmen eines interdisziplinären Projekts am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) entstanden. Die Texte zu den untersuchten Sozialfiguren sind im Blog des KWI zu finden.
Sebastian Moser ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschlechterforschung am Institut für Soziologie Tübingen. Tobias Schlechtriemen ist Akademischer Rat am Institut für Soziologie der Universität Freiburg und war im vergangenen Jahr Research Fellow am KWI.
Das Transkript zur Episode ist hier abrufbar. ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen.
In ihrem Vortrag vom 17. Februar 2021 präsentierten Kerstin Schäfer und Leonie Tuitjer Ergebnisse einer Befragung zum Mobilitätsverhalten in Hannover während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020. Im Zentrum der Untersuchung stand, ob die Befragten ihre Mobilität gleichermaßen reduzierten und welche sozialstrukturellen Faktoren ein geändertes Mobilitätsverhalten bedingten.
Leonie Tuitjer und Kerstin Schäfer arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover.
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GesundheitsexpertInnen haben seit der Konsolidierung öffentlicher Gesundheit im späten 19. Jahrhundert immer wieder Interventionen favorisiert, die absolute Lösungen bei gleichzeitiger Singularisierung komplexer Probleme versprechen – oft mit begrenztem Erfolg. Aufbauend auf aktuellen feldtheoretischen Ansätzen zu Expertise und Autorität analysiert Luis Aue in seinem Vortrag vom 17. Februar 2021 die Internationale Sanitärkonferenz von 1892, auf der sich Experten zum ersten Mal auf eine internationale Gesundheitspolitik einigen konnten.
Luis Aue ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Globale Humanitäre Medizin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.
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In ihrem Vortrag vom 10. Februar 2021 präsentierten Michael Corsten und Hanna Haag Ergebnisse aus einer qualitativen Längsschnittbefragung mit jungen Erwachsenen. Dabei gehen sie von der These aus, dass die Corona-Pandemie sich für diese Kohorte in der Such- bzw. Realisierungsphase ihres Lebens abspielt und daher ein generationenprägendes Ereignis ist. Es wurden 40 narrative Interviews und 12 Gruppendiskussionen durchgeführt.
Die Befragten sehen sich besonders in Bezug auf Raum- und Zeitempfinden mit einer neuen Situation konfrontiert: Sie erleben sich als „ortlos“, fühlen sich auf die Gegenwart zurückgeworfen, wobei ihnen gleichzeitig eine Perspektive auf die Zukunft fehlt. Die „Generation Corona“ erlebt einen Verlust der Realitätstiefe durch digitale Kommunikation und fühlt sich ohnmächtig gegenüber dem Weltgeschehen.
Die Erhebungen werden im Herbst 2021 weitergeführt.
Michael Corsten ist Professor für Soziologie an der Universität Hildesheim. Hanna Haag ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Postdoktorandin am Institut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung der Hochschule Zittau/Görlitz.
Außerdem waren an der Vorbereitung des Vortrags Sascha Oswald und Tobias Wittchen beteiligt, beide wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim.
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In ihrem Vortrag vom 10. Februar 2020 stellten Ruta Yemane und Hannah Arnu die Ergebnisse einer Studie zur Solidarität in Zeiten von Corona vor, insbesondere mit marginalisierten Gruppen. Darin hängten sie im Frühjahr 2020 in verschiedenen deutschen Städten Hilfsgesuche aus. Sie variierten die Namen der Hilfesuchenden nach ethnischem Hintergrund und konnten anhand der Zahl an Hilfsangeboten untersuchen, ob die Unterschiede einen Einfluss auf die Hilfsbereitschaft hatten oder nicht.
Aufgrund einer noch ausstehenden Publikation können wir den Mitschnitt erst jetzt veröffentlichen.
Ruta Yemane und Hannah Arnu sind beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen Stereotype und Diskriminierung.
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In seinem Vortrag vom 3. Februar 2021 präsentierte Simon Munzert Ergebnisse einer Studie über die Bereitschaft zur Nutzung der Corona-Warn-App. Die Analyse kombiniert mobile Trackingdaten mit einer Online-Panel-Umfrage, um die tatsächliche Nutzung der deutschen Corona-Warn-App zu messen und den Einfluss verschiedener Interventionen auf die Nutzung zu evaluieren.
Simon Munzert ist Assistant Professor of Data Science and Public Policy an der Hertie School in Berlin. Die Ergebnisse wurden in Nature Human Behaviour veröffentlicht.
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In seinem Vortrag vom 3. Februar 2021 präsentierte Lukas Stoetzer Ergebnisse einer Studie zur affektiven Polarisierung in der COVID-19-Pandemie. Die Teilnehmer:innen einer Online-Befragung wurden vor die Frage gestellt, welche Patient:innen sie für die intensive medizinische Versorgung priorisieren würden. Neben den medizinischen Triage-Faktoren spielte die Parteilichkeit der Personen bei der Entscheidung eine Rolle. Folgen solcher affektiven Polarisierungen sind nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, Italien, Polen und Brasilien zu beobachten.
Lukas F. Stoetzer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrbereich Politisches Verhalten im Vergleich der Humboldt-Universität zu Berlin sowie am Exzellenzcluster Contestations of the Liberal Script (SCRIPTS).
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In ihrem Vortrag vom 27. Januar 2021 stellten Uta Rüchel und Bastian Rottinghaus die Ergebnisse einer deutschlandweiten Umfrage zur Einschätzung der Freiheitseinschränkungen vor.
Ziel der Umfrage war es, eine detailliertere Beschäftigung mit dem Grundgesetz im Kontext der Corona-Pandemie anzuregen. Erfragt wurde die individuelle Sichtweise auf die eigene Betroffenheit von Grundrechtseinschränkungen sowie das Vertrauen in Regierung und Justiz. Auch ging es um die Bedeutung von Medien und sozialen Netzwerken und die Wahrnehmung öffentlicher Grundrechtsdebatten.
Uta Rüchel hat Soziologie, Politik und Erziehungswissenschaften studiert. Bei der Non-Profit-Organisation WIR MACHEN DAS leitet sie das Projekt „Demokratie? Eine Frage der Verfassung!“.
Bastian Rottinghaus ist Soziologe und freiberuflicher Berater. Er beschäftigt sich vor allem mit Erhebungsverfahren und hat die Ergebnisse der Umfrage ausgewertet.
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In seinem Vortrag vom 20. Januar 2021 präsentierte Bertolt Meyer zentrale Ergebnisse aus eine Befragung von 3862 Personen zur Wahrnehmung ihrer Arbeitssituation, zu psychischen Belastungen und zu ihren Ressourcen, die er und sein Team während der ersten Corona-Welle im Zeitraum April bis Juni 2020 erhoben haben. Die Personen wurden bis zu drei Mal befragt.
Die Daten zeigen, dass berufstätige Frauen stärker belastet sind als Männer, vor allem mit Kindern im Haushalt während des Lockdowns im Homeoffice. Partnerunterstützung und Autonomie waren für berufstätige Frauen die wichtigsten Ressourcen. Insgesamt sprechen die Befunde eher für eine Retraditionalisierung der Geschlechterrollen während der Pandemie.
Die Ergebnisse wurden in einem Paper im International Journal of Psychology veröffentlicht.
Bertolt Meyer ist Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der TU Chemnitz.
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Den Auftakt zur dritten Staffel unserer Reihe bildete ein Vortrag von Jürgen Gerhards und Michael Zürn. Darin gehen sie von der Beobachtung aus, dass die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in China effektiver waren als in vielen westlich-liberalen Demokratien. Davon ausgehend plädieren sie für einen verstärkten staatlichen Kompetenzaufbau in der Digitalisierung als Grundlage dafür, die internationalen Regeln in diesem Bereich langfristig mitgestalten zu können.
Der Vortrag beruht auf einem Artikel, der am 13. Januar 2021 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist.
Jürgen Gerhards ist Professor für Makrosoziologie an der Freien Universität Berlin. Michael Zürn ist Direktor der Abteilung „Global Governance“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professor für Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin.
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