Sprechstunde Rettungsdienst

Sprechstunde Rettungsdienst

By Hendrik Sudowe und Ann-Kathrin MöllerHealth & FitnessEducation
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Sprechstunde Rettungsdienst episodes

  • Fall 8: Krampfanfall aus heiterem Himmel – wenn hinter der Bewusstlosigkeit eine Hirnblutung steckt (mit Gast Dr. Markus Holling)
    Der Fall
    Eine etwa 40-jährige Patientin erleidet in der häuslichen Umgebung einen generalisierten Krampfanfall. Bei Eintreffen des Rettungsdienstes ist sie postiktal nicht ansprechbar. Hendrik arbeitet sich über ABCDE systematisch an die Patientin heran: GCS deutlich reduziert, kein suffizienter Atemantrieb, Hypertonie um 220 mmHg systolisch, Bradykardie, auffälliges Atemmuster – die klassische Cushing-Trias. Arbeitsdiagnose: intrakranielle Blutung, am ehesten eine Subarachnoidalblutung aus rupturiertem Aneurysma.
    Mit Prof. Dr. med. Markus Holling schlüsseln Anka und Hendrik auf, was präklinisch die richtigen Prioritäten sind: Warum eine ischämische Ursache bei einer 40-Jährigen deutlich unwahrscheinlicher ist als eine hämorrhagische. Warum die bloße Verdachtsdiagnose für die präklinische Entscheidungskette reicht – und das CT in der Klinik bleibt. Welche körperlichen Untersuchungen (Babinski, Meningismus) zwar lehrbuchmäßig korrekt sind, präklinisch aber keine Konsequenz haben.
    Besonderer Fokus auf der Blutdrucksteuerung: Der Spagat zwischen dem Risiko einer Reruptur (bei zu hohen Werten) und dem Verlust des zerebralen Perfusionsdrucks (bei zu niedrigen Werten). Klinikziel unter 140 mmHg systolisch, präklinisch realistisch unter 160 mmHg – und warum jede Aufregung der Patientin (wach werden, Erschrecken, unangenehme Maßnahmen) zur Reruptur führen kann, die per Definition mit deutlich schlechterem Outcome vergesellschaftet ist.
    Weitere Themen: Tranexamsäure bei intrakranieller Blutung – nicht grundsätzlich empfohlen, aber bei langen Transportzeiten diskutabel. Hyperventilation – pathophysiologisch nachvollziehbar, präklinisch über längere Strecken nicht sinnvoll. Mannitol als osmotisch wirksame Substanz zur kurzzeitigen Drucksenkung – „kann ich damit schaden? Wahrscheinlich nicht. Kann ich damit helfen? Vielleicht schon.”

    Die Zielklinik: Die wichtigste präklinische Entscheidung. Nicht die nächste Klinik, sondern das nächste neurovaskuläre Zentrum mit Neurochirurgie und Neuroradiologie. Hubschrauber-Nachforderung als Standard, sobald die Verdachtsdiagnose steht. Warum ein Umweg über ein Haus der Grund- und Regelversorgung die Diagnose erhärten kann, aber therapeutisch keinen Vorteil bringt.

    Unser Gast
    Prof. Dr. med. Markus Holling ist Facharzt für Neurochirurgie an der Universitätsklinik Münster. Seinen beruflichen Weg begann er im Rettungsdienst. Der Notfallmedizin ist er inhaltlich wie praktisch bis heute treu geblieben und verbindet in seiner Arbeit präklinische Erfahrung mit neurochirurgischer Expertise.

    Wer wir sind
    Ann-Kathrin „Anka” Möller – B. Sc. in Gesundheitswissenschaften und Sport, Notfallsanitäterin beim ASB-RV Niedersachsen-West
    Hendrik Sudowe – Diplom-Gesundheitslehrer, Notfallsanitäter und Leiter Aus- und Fortbildung beim ASB-RV Niedersachsen-West

    Wann und wo
    Neue Folgen erscheinen alle 4–6 Wochen – auf Spotify, Apple Podcasts und in jedem gängigen Podcatcher.
    Der Podcast wird produziert vom Verlag Stumpf & Kossendey und der Fachzeitschrift RETTUNGSDIENST.
    skverlag.de/zeitschriften/rettungsdienst.html
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    1 hr 9 min
  • Fall 7: Herzrasen aus dem Nichts – die rettungsdienstliche Behandlung von Tachykardien (mit Gast Dr. Ralf Schnelle)
    Wegen plötzlichen Herzrasens bei einer rund 70-jährigen Frau wird der Rettungsdienst alarmiert. Hendrik findet eine stabile Patientin mit regelmäßiger Schmalkomplex-Tachykardie und arbeitet sich über ABCDE und 12-Kanal-EKG zur Arbeitsdiagnose AVNRT vor. Mit Dr. Ralf Schnelle besprechen Anka und Hendrik den ERC-Tachykardie-Algorithmus: modifiziertes Valsalva, Adenosin, das Sonderproblem WPW/Vorhofflimmern – und die Kardioversion des instabilen Patienten.
    1 hr 5 min
  • Fall 6: Aufstehhilfe kurz vor Feierabend: Wenn aus Routine plötzlich ein AV-Block wird (mit Gast Dr. Ralf Schnelle)
    Der Fall


    Kurz vor Feierabend, eigentlich „nur“ eine Aufstehhilfe: Eine 85-jährige Frau ist auf dem Weg zur Toilette gestürzt und liegt auf dem Flur. Was wie ein leichter Fall aussieht, entpuppt sich im strukturierten ABCDE als ausgeprägte, symptomatische Bradykardie.

    Mit Dr. Ralf Schnelle arbeiten Anka und Hendrik den ERC-Bradykardie-Algorithmus ab: Wann muss ich am Notfallort sofort handeln und wann sind Interventionen aufschiebbar? Atropin, transkutaner Schrittmacher in korrekter Pad-Position, Adrenalin als Bolus oder Perfusor – und warum es bei sehr niedriger Frequenz besser sein kann, sofort zu „pacen“ als zögerlich Adrenalin zu titrieren.

    Ein Fall, der zeigt, wie schnell aus einem vermeintlich harmlosen Einsatz ein zeitkritischer Notfall werden kann – und wie man strukturiert und sicher hindurchkommt.

    Unser Gast


    Dr. med. Ralf Schnelle studierte Medizin in Tübingen und ist Facharzt für Innere Medizin. Er arbeitet als Notarzt für verschiedene Kliniken, unterrichtet an der DRK-Landesschule in Pfalzgrafenweiler und ist Bereitschaftsarzt bei den Stuttgarter Maltesern. Er ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift RETTUNGSDIENST und Autor verschiedener Fachbücher und -beiträge. Unter dem Pseudonym OLAF zeichnet er bissige Cartoons rund um den Rettungsdienst.

    Wer wir sind


    Ann-Kathrin „Anka“ Möller – B. Sc. in Gesundheitswissenschaften und Sport, Notfallsanitäterin beim ASB-RV Niedersachsen West

    Hendrik Sudowe – Diplom-Gesundheitslehrer, Notfallsanitäter und Leiter Aus- und Fortbildung beim ASB-RV Niedersachsen West

    Wann und wo


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    1 hr 8 min
  • Fall 5: Brennende Gartenlaube – schweres Verbrennungstrauma und Luftrettung (mit Gast Dr. Kathrin Schnieder)
    Der Fall
    Aufgenommen an der ADAC-Luftrettungsstation „Christoph Europa 2“ in Rheine: Anka wird in eine Schrebergartensiedlung alarmiert – zunächst nur zur „Bereitstellung für die Feuerwehr“, weil eine Gartenlaube brennt.
    Vor Ort liegt jedoch eine etwa 50-jährige Frau mit ausgedehnten Verbrennungen an Kopf und gesamtem Oberkörper; Ersthelfer kühlen mit dem Gartenschlauch. Verrußte Atemwege, verbrannte Haare, stridoröse Atemgeräusche und beginnende Atemnot sprechen für ein  Inhalationstrauma. Hintergrund ist eine Selbstverbrennung in suizidaler Absicht.
    Anka arbeitet den hochkritischen Fall über ABCDE ab: frühes Atemwegsmanagement (Adrenalin-Vernebler, Vorbereitung der Narkose), Gefäßzugang, zurückhaltende Volumengabe und Wundversorgung – und fordert bei diesem Verletzungsmuster früh den Rettungshubschrauber nach.
    Notärztin Katrin Schnieder übernimmt und ordnet ein: Narkose-Indikation, präklinisches Verbrennungstrauma und die Frage, wann und wofür die Luftrettung den Unterschied macht.

    Unser Gast
    Dr. Kathrin Schnieder
    – Fachärztin für Anästhesiologie, Notärztin und ärztliche Leiterin der ADAC Luftrettung am Standort „Christoph Europa 2“ in Rheine. Der Hubschrauber ist überwiegend in der Primärrettung im Umkreis von rund 70 km tätig – im gesamten Münsterland, der Grafschaft Bentheim, im Emsland und Osnabrücker Land – und fliegt zudem als Notarztzubringer in die niederländische Grenzregion Twente/Enschede.

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    Ann-Kathrin „Anka“ Möller
    – B. Sc. in Gesundheitswissenschaften und Sport, Notfallsanitäterin beim ASB-RV Niedersachsen West

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    1 hr 5 min
  • Fall 4: Notruf 112 – die Telefonreanimation (T-CPR) in der Leitstelle (mit Gast Achim Hackstein)
    Der Fall
    Eine besondere Folge: Statt eines klassischen Einsatzes beleuchten Anka und Hendrik die Schnittstelle zur Leitstelle. Anka ruft den Notruf 112 an, Hendrik übernimmt den Leitstellenplatz – und leitet eine Telefonreanimation an.
    Im Anschluss analysiert Achim Hackstein das Gespräch: Warum Anweisungen besser sind als Fragen, warum „Sprache das Handwerkszeug“ des Disponenten ist und weshalb der Takt der Kompressionen besser mit1-1-1-1-1 statt mit 1-2-3-4-5 vorgezählt wird. Er berichtet aus der Praxis seiner Leitstelle – mit dem Qualitätsziel von höchstens 60 Sekunden bis zur ersten Kompression und einer Quote von rund 16 % neurologisch intakt entlassener Patienten.

    Ein Plädoyer für Protokolltreue, strukturierte Notrufabfrage und die Erkenntnis, dass die Leitstelle über Leben und Tod mitentscheidet – passend zu den ERC-Leitlinien 2025.

    Unser Gast
    Achim Hackstein war von 2010 bis 2023 Leiter der Kooperativen Regionalleitstelle Nord und Vorsitzender des Fachverbandes Leitstellen. In zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich unter anderem mit der Qualifikation des Leitstellen-Fachpersonals und der Etablierung des CRM in den Leitstellen.

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    1 hr 3 min
  • Fall 3: Atemnot im Pflegebett – Palliativsituationen im Rettungsdienst (mit Gast Thomas Rielage)
    Der Fall
    Der Rettungsdienst wird mit dem Stichwort „AZ-Verschlechterung / akute Dyspnoe“ zu einem 68-jährigen Mann gerufen; alarmiert hat die Ehefrau. Hendrik trifft einen stark kachektischen, vigilanzgeminderten Patienten im Pflegebett an: Atemfrequenz um 30, Lippenzyanose, rechts basal abgeschwächtes Atemgeräusch, schwacher Puls.

    Er arbeitet sich durch ABCDE und die Differenzialdiagnosen der Atemnot – Pneumonie, Lungenödem, Lungenembolie, COPD, Aspiration, Pleuraerguss. Mitten in der Versorgung kippt die Situation: Es zeichnet sich eine streng palliative Konstellation ab, und damit verschiebt sich das Therapieziel grundlegend.

    Der Fall führt zur Kernfrage jeder Maßnahme: Sie braucht eine Indikation – und den Willen des Patienten. Was, wenn beides konkurriert?

    Unser Gast
    Thomas Rielage
    ist Facharzt für Anästhesiologie und Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Ibbenbüren. Neben seinen ärztlichen Tätigkeiten führt er die Titel Master of Disaster Management and Risk Governance (MDM) und Master of Health Bisiness Administration (MHBA). Seit mehreren Jahren ist er im Rettungsdienst und im Bereich des Intensivtransports aktiv tätig und engagiert sich in der Fort- und Weiterbildung für ärztliches und nicht-ärztliches Personal.

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    59 min
  • Fall 2: Bauchschmerzen seit drei Tagen – mit Gast Benjamin Frings
    Der Fall:
    Ein 45-jähriger Mann, eigentlich kerngesund, hat seit drei Tagen Bauchschmerzen, die in den rechten Unterbauch gewandert sind. Das Fieber, das mit Paracetamol behandelt wurde, ist heute Morgen verschwunden – aber sein Zustand ist dramatisch schlechter geworden. Der Rettungsdienst wird mit dem Stichwort „AZ-Verschlechterung“ alarmiert. Anka findet einen vigilanzgeminderten Patienten mit Tachypnoe, kaum tastbarem Puls, marmorierten Beinen und gespanntem Abdomen vor. Sie arbeitet sich strukturiert durch ABCDE und Anamnese, identifiziert mit Hilfe von qSOFA und NEWS2 einen septischen Schock, verabreicht Volumen, ruft den Telenotarzt an und bringt mit ihm gemeinsam Push-Dose-Noradrenalin, Blutkulturen und Antibiose auf den Weg.

    ---
    Hendrik und Anka sprechen am Anfang kurz über die aktuell hitzig diskutierte berufspolitische Lage rund um § 2a NotSanG und die juristische Auslegung dessen, was Notfallsanitäter:innen draußen tun dürfen, können, sollen, müssen…

    Unser Gast
    Benjamin Frings – Anästhesist, ursprünglich Rettungsassistent, hat als ärztlicher Leiter in seinem Rettungsdienstbereich u.a. die präklinische Antibiotikagabe eingeführt – eine Pionierleistung, die in Deutschland erst langsam Schule macht.

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    1 hr 5 min
  • Fall 1: Synkope in der Uni-Bibliothek – mit Gast Dr. Max Veddeler
    Der Fall
    Eine 24-jährige Studentin synkopiert zwischen zwei Bücherregalen in der Uni-Bibliothek. Als der Rettungsdienst eintrifft, ist sie wach, aber massiv kurzatmig, blass, kaltschweißig und hat gestaute Halsvenen. Vier Wochen zuvor wurde sie am Außenband operiert, ihr rechtes Bein ist rötlich-glänzend geschwollen. Hendrik arbeitet den Fall strukturiert ab – ABCDE, Anamnese, körperliche Untersuchung, EKG mit klassischen Zeichen einer Rechtsherzbelastung – und landet schließlich bei der Arbeitsdiagnose Lungenarterienembolie. Im Anschluss bringt Dr. Max Veddeler, Internist mit langjähriger Erfahrung im Rettungsdienst und tätig auf der internistischen Intensivstation im Klinikum Osnabrück, das Krankenhaus-Know-how mit: Warum eine Intubation bei Patienten mit LAE oft tödlich endet, wann eine Lyse hilft und wann nicht, was eine ECMO leistet, wofür das PERT-Team da ist – und welche Patienten überhaupt für eine ECMO-Therapie in Frage kommen.

    Unser Gast
    Dr. Max Veddeler – Oberarzt und Sektionsleiter internistische Intensivmedizin, Facharzt für Innere Medizin, ZB Intensivmedizin, Notfallmedizin. Leitender Notarzt, ursprünglich Rettungsassistent, tätig auf der internistischen Intensivstation und im Schockraum des Klinikums Osnabrück, Leitender Notarzt für Stadt und Landkreis Osnabrück.

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    58 min
  • Trailer Sprechstunde Rettungsdienst
    Willkommen zur Sprechstunde Rettungsdienst


    Der Fortbildungspodcast für alle, die im Rettungsdienst unterwegs sind.

    In „Sprechstunde Rettungsdienst" sprechen Anka und Hendrik über das, was im Einsatzalltag wirklich zählt: echte Fälle, fundierte Hintergründe und die Fragen, die nach dem Einsatz oft noch im Kopf bleiben.
    In jeder Folge nehmen die beiden eine konkrete Fallgeschichte auseinander – von der Erstversorgung am Einsatzort über die Verdachtsdiagnosen bis zur Übergabe in der Klinik. Zu jedem Fall holen sie sich Expertinnen und Experten dazu, die mit Erfahrung aus Notfallmedizin, Klinik und Forschung das Wissen liefern, das im Rettungswagen den Unterschied macht.
    So wird aus dem, was sonst als Fachartikel in der Zeitschrift Rettungsdienst stehen würde, ein Gespräch zum Mithören – für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, Rettungssanitäter, Notärztinnen und Notärzte und alle, die sich kontinuierlich fortbilden wollen.

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    1 min

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