Ein großer, heller Raum, eine moderne, freundliche Ausstattung und Menschen, deren Gesichter man kennt. Das Geburtshaus Siegen an der Friedrichstraße ist ein Glücksfall – sowohl für werdende Eltern, als auch für die freiberuflichen Hebammen, die das Ganze im Juli 2023 gegründet haben. „Der Wunsch, einen solch besonderen Ort zu schaffen, war groß“, erinnert sich Jennifer Berndt-Faust. „Damals konnten wir aber nur Hausgeburten anbieten, da uns eine Lokalität für unser Geburtshaus fehlte. Erst im Oktober sind wir hier eingezogen.“ Was dann folgte, war eine sehr starke Resonanz. Denn das Geburtshaus Siegen versteht sich als Alternative zur Geburt in einer Klinik. Quasi als Hausgeburt in einer anderen Umgebung – ohne Arzt. „Wir waren teilweise komplett ausgelastet“, erklärt sie Moderatorin Chantal Kleinschmidt. Ein bestärkendes Gefühl, weiterzumachen. Denn bis dato gab es diese Entscheidungsfreiheit für werdende Mütter in Siegen kaum noch.
Auch dieser Punkt kommt in der neuen Folge von „Stadtleben – der SZ-Podcast aus der Krönchenstadt“ zur Sprache. Denn das Angebot trotzt den Hürden für freiberufliche Hebammen in der Geburtshilfe. „Die Beiträge zur Haftpflichtversicherung sind enorm angestiegen, dass viele Hebammen diesen geburtlichen Teil einfach nicht mehr leisten können. Wir möchten den Schwangeren das aber so sehr ermöglichen, dass wir es trotzdem machen“, so Jennifer. Und die Familien ziehen mit.