Die dritte Ausgabe vom „Straßenkrönchen“ ist gedruckt, etwa 1.000 Exemplare sind bereit, gelesen zu werden. Man bekommt die Zeitung sowohl beim Café Noir in der Siegener Oberstadt, als auch in der Bücherkiste in Weidenau. Daneben gibt es auch Straßenverkäufer, die die Zeitung verkaufen. Zwei Euro kostet das „Straßenkrönchen“, das Geld fließt in das Projekt zurück, erklärt Rieke Klein-Nöh. Man möchte mit dem „Straßenkrönchen“ Menschen am Rande der Gesellschaft eine Stimme geben und damit auch einen Perspektivwechsel stattfinden lassen. „Die Frage war: warum lassen wir die Menschen nicht selbst schreiben? Warum fragen wir sie nicht selbst und machen daraus ein Projekt, wo die Menschen auch ihre Freizeit gestalten können, wo sie Dinge schreiben und sagen können, vielleicht auch Ideen einbringen können, die dann tatsächlich auch gehört werden. Die dann auch gestaltet werden in einem Gruppenprozess und sie sich tatsächlich auch wiederfinden und in die Öffentlichkeit getragen werden?“
In der neuen Folge von „Stadtleben – der SZ-Podcast aus der Krönchenstadt“ erläutern wir die Anfänge des Projektes, gehen auf die Grundidee ein und wie die Zeitung entstanden ist. Wir sprechen aber auch darüber, warum Wohnungslosigkeit ein drängendes Problem in Siegen ist, wie die Ideen für die einzelnen Ausgaben zusammengetragen werden und was es für die Menschen bedeutet, die mitwirken. „Am Anfang steht immer eine konstituierende Sitzung unserer Schreibwerkstatt im Café Patchwork“, verdeutlicht Adrian Stötzel. „Hier tauschen sich die Schreibenden aus, bringen ihre Ideen ein und setzen sie um. Wir erarbeiten Fragen, machen Termine aus und bringen alles am Ende zusammen. Das gesamte Layout stammt aus unserer Feder.“ Dabei wechsle die Besetzung der Schreibwerkstatt und demnach der Mitwirkenden, aber pro Ausgabe seien um die 20 Personen involviert.