„Ich stand vor der Universität, eingeteilt zwischen Studenten in SA-Uniform, den Blüten der Nation“, notierte Erich Kästner, als er seine Bücher in die „zuckenden Flammen fliegen“ sah. Seine Chronik zum 10. Mai 1933 klingt auch in der szenischen Lesung „Bücher brennen!“ an, der sich die „Stillen Hunde“ zum Jahrestag der Bücherverbrennung widmen. Im „Grass Archiv“ zeichnen die beiden Göttinger Theatermacher Stefan Dehler und Christoph Huber nicht nur die Chronologie der Ereignisse nach, sondern auch ihre Vorgeschichte: Mit dem Aktionsplan des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, dem sich die Studierenden der Georgia Augusta ebenfalls mit Begeisterung anschlossen. Tina Fibiger hat mit Stefan Dehler über den Abend „Bücher brennen!“ mit den historischen Zeitstimmen gesprochen.