Flavio Apel ist in Rom aufgewachsen, wo Käfer in historischen Gemäuern zum vertrauten Alltag gehören. Wenn er jetzt in einer Zeichnung einen kleinen gepanzerten Körper mit seinen dünnen Fühlern auf edlem Porzellan anrichtet, fühlen sich manche BetrachterInnen in der Galerie Ahlers an kafkaeske Alpträume erinnert. Der Künstler verwebt seine Bleistiftzeichnungen gern mit surrealen Elementen: Gleichzeitig verweigert er ihnen eine klassische Bildunterschrift oder eine eindeutige Lesart, auch wenn er einer zarten Praline auf dem makellos weißen Teller eine heftig gekrümmte Gabel zumutet. Der staunende Blick des Künstlers vertieft sich mit dem Bleistift in ein Labyrinth von berührenden Formen, die sich in Gesichter verwandeln, Alltagsgegenstände abbilden und manchmal auch Wortfetzen. Seinem inspirierenden Kosmos widmet die Galerie Ahlers erstmals eine Ausstellung: Tina Fibiger hat sie zur Eröffnung im Gespräch mit Flavio Apel erkundet: