Der Kultur, dem Theater wird gerne nachgesagt, besondere Antennen für gesellschaftliche Stimmungen zu haben. Vielleicht ist es auch das Theater selber, das diesen Befund kolportiert. Wie dem auch sei, im Jahre 2019 bewies das Deutsche Theater Göttingen tatsächlich prophetische Kraft, denn es nahm Horst Evers Monolog-Stück "Der perfekte Moment - total verpennt" ins Programm. Der Protagonist im fortgeschritten mittleren Alter kommt einfach nicht aus dem Quark. Ein Leben in der etwas unfreiwilligen Entschleunigung. Er würde ja, wenn er nur wollte, aber scheinbar will er nicht. Das Ergebnis ist die häusliche Isolation. Etwas, womit schon bald nach der Premiere viele Bekanntschaft machten. Roman Kupisch hat die Inszenierung für uns rezensiert.