Nicht immer weist ein Oberhaupt den richtigen Weg – König Wilhelm der IV. von Großbritannien und Hannover stiftete der Universität Göttingen das repräsentative Aulagebäude. Einhundert Jahre feierte die Universität 1837 zur Einweihung. Damit aber auch alle wissen, wer da so großzügig gegeben hat, wurde der Platz auch gleich vom „Neuen Markt“ in den Wilhelmsplatz umgetauft. Und was wäre so ein einsamer Platz ohne den namensgebenden Platzhirsch: Das fast drei Meter hohe Standbild Wilhelms IV. überwacht seitdem das Treiben an dem Ort. 1900 gab es nochmal eine kleine Neuausrichtung, sodass er nun, wie heute bekannt, das Aulagebäude anvisiert, aber seitdem hat sich sonst nicht viel getan. 2022 hat die Vernetzung Göttingen Postkolonial gemeinsam mit dem EPIZ in koordinierender Funktion eine weitere Kurskorrektur angestoßen – nicht mit Gewalt, sondern mit gewaltig viel Informationen soll unter anderem seine Befürwortung der Sklaverei thematisiert werden. Seit 2021 in Entwicklung, wurde der postkoloniale Stadtrundgang nun vorgestellt. Steffen Hackbarth hat zu dem Anlass einige der Entwickler*innen im Rahmen einer Informationsveranstaltung am „Willi“ zum Gespräch getroffen und die App auf einem Stadtrundgang ausprobiert. Voraussetzung ist die App Actionbound auf dem Endgerät.