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Statistikamt für Irreführung | Von Susan Bonath


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Bis heute führte Corona nicht zu höherer Sterblichkeit in Deutschland, dafür immer weiter in den autoritären Überwachungsstaat.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!
Ein Kommentar von Susan Bonath.



Eine gefährliche Pandemie erkennt man an übermäßig vielen Kranken und Toten. Obwohl Leitmedien, Behörden und Politiker permanent Gegenteiliges suggerieren: In Deutschland gab es bisher nichts davon. Neuen Daten der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) zufolge waren die Kliniken von März 2020 bis Juli 2021 so leer wie nie. Und der in Dauerschleife wiederholten Suggestion von einer Übersterblichkeit fehlt es massiv an Kontext. Am Unwissen der Statistiker dürfte das nicht liegen. Eine Analyse.






Blanke Zahlen ohne Kontext
Dass Deutschland von einer hohen Übersterblichkeit heimgesucht worden sei, suggerierte das Statistische Bundesamt in vielen Mitteilungen. Im vergangenen Dezember seien demnach 29 Prozent mehr Menschen gestorben als gewöhnlich, im Januar habe es 18 Prozent mehr Tote in der Bundesrepublik gegeben. Auch in einer zusammenfassenden Publikation für 2020 taucht immer wieder der Begriff „Übersterblichkeit“ auf.
Das Problem dabei: Die Statistiker operierten hier zumeist mit blanken Zahlen. Es fehlt die Analyse zur Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland, also zur sogenannten demografischen Entwicklung. Wird die Bevölkerung immer älter, wächst also die Zahl der Hochbetagten in einem Land kontinuierlich an, sterben notwendigerweise auch mehr Menschen in dieser Gruppe. Dahinter steckt eine banale Realität: Menschen leben nicht endlos ― wir alle sterben spätestens irgendwann im hohen Alter.
Man müsste also zunächst die deutsche Bevölkerung in Altersgruppen aufteilen und die Größe dieser Teilpopulationen ermitteln. Dann teilt man die pro Jahr Verstorbenen ebenfalls in Altersgruppen auf und setzt sie zu den entsprechenden Teilpopulationen in den Bezug. Nur so kann man herausfinden, wie hoch die Sterberate in den Bevölkerungsteilen der Älteren und der Jüngeren in den zurückliegenden „gewöhnlichen“ Jahren und während der bisherigen Coronazeit war.
Einzig ein Vergleich der Sterberaten in den einzelnen Altersgruppen der vergangenen Jahre beziehungsweise Teiljahre liefert zuverlässige Informationen darüber, ob man von einer Übersterblichkeit sprechen kann oder nicht. Hätte eine Epidemie ungewöhnlich viele Opfer gefordert, müsste dieser ermittelte Anteil der Verstorbenen, gegebenenfalls unter Einbeziehung der zuletzt nur noch leicht gestiegenen Lebenserwartung, in mindestens einer Kohorte höher sein als in den Jahren davor. Warum die Statistiker Mitteilungen veröffentlicht haben, ohne dieses eigentliche Basiswissen einzubeziehen, bleibt ihr Geheimnis. Der Effekt dieses Vorgehens liegt auf der Hand: Es wird Angst geschürt.
Mehr Hochbetagte ― mehr Sterbefälle
Zunächst der unvermeidliche Blick auf die vom Robert Koch-Institut (RKI) seit März 2020 aufsummierten „Covid-19-Toten“: Die Hälfte dieser Verstorbenen war älter als 84 Jahre, und insgesamt 86 Prozent von ihnen hatten ihren 70. Geburtstag überschritten. Den genauen Altersdurchschnitt dieser „Coronatoten“ gibt das RKI nicht an. Er dürfte aber ungefähr im Bereich des normalen Sterbealters liegen. Laut Statistischem Bundesamt starben 2019 Männer durchschnittlich im Alter von 76 Jahren, Frauen mit knapp 82 Jahren. Für die weitere Einordnung spielt das eine große Rolle.
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