Eine spannende Woche in Europa: Ursula von der Leyen und der kanadische Premier Mark Carney haben in Straßburg gesprochen – und ein neues, noch kaum ausgearbeitetes Konzept in den Raum gestellt, die „assoziierte Mitgliedschaft". Carina und Andreas fragen sich, ob die EU damit gerade wieder zum neuen coolen Ding wird.
Andreas nimmt uns mit auf einen Rückblick durch zwei Jahrzehnte europäischer Partnerschaftspolitik: die privilegierte Partnerschaft mit der Türkei, der Brexit mit dem Artikel-50-Verfahren, das norwegische Modell (Beitritt zum Binnenmarkt) und das Schweizer Modell (bilaterale Abkommen). Dabei wird klar, warum die vier Freiheiten des Binnenmarkts – Waren, Geld, Dienstleistungen, Personen – für die EU untrennbar sind, und wie die sogenannte Barnier-Treppe die verschiedenen Abstufungen von Partnerschaft sichtbar macht.
Im zweiten Teil geht es um Mark Carney: seinen Handelskrieg mit Donald Trump, seine Idee der kooperierenden „Mittelmächte" (erstmals vorgestellt beim Weltwirtschaftsforum in Davos) und seine Rede in Straßburg, in der er für eine multilaterale statt transaktionale Weltordnung wirbt. Die Folge schließt mit einem Blick auf die offenen Fragen: Braucht eine neue Partnerschaft eine Vertragsänderung – mit allen Risiken des Einstimmigkeitsprinzips – oder reicht ein Instrumentenkasten aus bestehenden Mitteln wie Handel, Investitionsschutz und Mobilität? Und welche Rolle spielen CETA, die Arktis-Politik und die Möglichkeit, später auch die USA wieder einzubinden?