Über 140 Jahre Zukunft – Eine Reise von einer soliden Vergangeheit in eine wackelige Gegenwart
Seit mehr als 140 Jahren begleiten Bildstellen und Medienzentren den Wandel von Schule, Bildung und Medien. Vom Lichtbild über Film, Fernsehen und Video bis zu Computer, Internet, Social Media und Künstlicher Intelligenz haben sich ihre Aufgaben immer wieder verändert und erweitert.
Im Sommer 2026 steht nun die Struktur der Medienzentren in Baden-Württemberg selbst zur Diskussion.
Ausgangspunkt ist der Jahresbericht 2026 des Rechnungshofs Baden-Württemberg. Der Prüfbeitrag „Landesmedienzentrum: Neustart erforderlich“ stellt erhebliche Missstände am Landesmedienzentrum fest. Im Zuge dieser Untersuchung nimmt der Rechnungshof auch den Medienzentrenverbund und die Verflechtung von Landes- und kommunalen Aufgaben in den Blick.
Diese Folge geht deshalb zwei Fragen nach:
Welche Unterstützung brauchen Schulen, Kitas, Familien, Jugendarbeit und andere Bildungspartner heute?
Was darf bei einer Neustrukturierung der Medienbildung nicht verloren gehen?
Dafür blicken wir zurück auf die Geschichte der Bildstellen und Medienzentren, hören in die politische Debatte hinein und lassen vor allem diejenigen zu Wort kommen, die mit den Angeboten der Medienzentren arbeiten.
Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Organisationsform für unveränderbar zu erklären. Zuständigkeiten können neu geordnet, Aufgaben anders verteilt und Strukturen verändert werden.
Entscheidend ist die Frage, wie das erhalten und weiterentwickelt werden kann, was sich in der Praxis bewährt hat: die Verbindung von pädagogischer und technischer Kompetenz, wohnortnahe Beratung, persönliche Ansprechpartner, gemeinsam nutzbare Technik, schnelle und unbürokratische Unterstützung sowie gewachsene regionale Netzwerke.
Denn die Medienwelt wartet nicht auf Strukturen.
Die Fenster zur Welt, die Bildstellen einst öffneten, stehen heute längst überall offen – manche sperrangelweit. Sie reichen über Smartphones und soziale Netzwerke bis ins Kinderzimmer und in die Hosentasche.
Kinder und Jugendliche dabei von früh an kompetent zu begleiten, bleibt eine zentrale Aufgabe.
Über 140 Jahre Zukunft – und diese Zukunft hat wieder einmal gerade erst begonnen.
Zu hören in dieser Folge
Mit O-Tönen und Mitschnitten kommen Menschen aus Schule, Medienbildung, Polizei, Jugendarbeit und weiteren Kooperationsbereichen zu Wort: Sebastian Bohrmann, Sebastian Börner, Sonja Fischer (Interview aus 2025), Matthias Hellmann, Michael Hepp, Dr. Matthias Hoch, Christian Hodrius, Sebastian Lorenz, Alexander Notz, Edmund Osterberger, Renate Peter, Samuel Schneemann, Katharina Wagner, Martin Wotke.
Schriftliche Rückmeldungen
Für diese Folge haben unter anderem Rückmeldungen beigesteuert:
Katharina Ries & Renate Harsch, Kinder- und Familienzentrum Pinocchio Baienfurt,Julia Kiebler, Werkrealschule Bad WurzachUlrike Löffler, Grundschule St. Christina RavensburgFranziska Reh, Kulturamt der Stadt RavensburgDr. Matthias Hoch, Salvatorkolleg Bad WurzachKathrin Herz, Elternvertreterin am SalvatorkollegCarolin Heine, Stadtverwaltung Wangen im Allgäusowie weitere Personen, die um eine anonyme Wiedergabe ihrer Rückmeldung gebeten haben – einem Wunsch, dem selbstverständlich entsprochen wurde.Diese Beiträge wurden von Tobi eingesprochen.
Quellen und Dokumente
Rechnungshof Baden-Württemberg:
Jahresbericht 2026, Prüfbeitrag „Landesmedienzentrum: Neustart erforderlich“
Der Bericht untersucht insbesondere Vorgänge und Strukturen am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. In einem eigenen Abschnitt wird darüber hinaus der Medienzentrenverbund und die Verteilung von Landes- und kommunalen Aufgaben betrachtet. Der Rechnungshof empfiehlt unter anderem eine klarere Trennung dieser Aufgaben und eine Prüfung der gesetzlichen Verpflichtung der Kommunen zum Unterhalt kommunaler Medienzentren.
Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib):
Organisationsuntersuchung zum Medienzentrenverbund Baden-Württemberg.
Die Untersuchung befasste sich unter anderem mit der Frage, welche Aufgaben zentral und welche dezentral organisiert werden sollten. Sie kam dabei zu dem Ergebnis, dass eine Auflösung des Medienzentrenverbundes nicht empfehlenswert sei und Beratungsstrukturen aufgrund der erforderlichen örtlichen Nähe dezentral verfügbar bleiben sollten.
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg:
Pressemitteilung vom 15. Juli 2026: „Neustrukturierung der Medienbildung“
Landtag von Baden-Württemberg:
Plenardebatte vom 23. Juli 2026 zur Situation des Landesmedienzentrums und zur zukünftigen Struktur der Medienbildung.
Zitiert wurden: Thomas Strobel (CDU, LT-Präs.), Sascha Binder (SPD), Ralf Nentwich (Grüne), Andreas Sturm (CDU), Nikolas Botakoglu (AfD), Andreas Deuschle (CDU)
Über diese Folge
Diese Folge entstand vor dem Hintergrund der im Sommer 2026 begonnenen Diskussion über die zukünftige Struktur der Medienbildung in Baden-Württemberg.
Quellen sind politischen Aussagen, Berichte und Organisationsuntersuchungen, sowie Erfahrungen von Menschen und Einrichtungen, die mit dem Kreismedienzentrum Ravensburg zusammenarbeiten.
Ziel der Folge ist nicht, eine bestimmte Organisationsform als alternativlos darzustellen. Sie möchte sichtbar und hörbar machen, welche Funktionen die bestehende Medienzentrenstruktur heute erfüllt und welche davon bei einer Neustrukturierung erhalten und weiterentwickelt werden sollten.
Produktion
Recherche, Konzeption, Moderation und Produktion: Tobias Dunst
Eine Produktion des Kreismedienzentrums Ravensburg
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