Erzählkünstler

"Stuck ... stuck ... stuck! ..." (Iwan S. Turgenjew)


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In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts gab es in Russland eine breite intellektuelle Strömung, die das individuelle Leben als komplett determiniert ansah. Da war einfach nichts zu machen, wenn die Sterne für einen schlecht standen, das Schicksal es nicht gut mit einem meinte. Iwan Turgenjews Geschichte „Stuck ... stuck ... stuck! ...“ spielt gewissermaßen mit diesem Gedankengut, das höchstwahrscheinlich vielen Menschen das Leben unnötig vergraulte, vielleicht auch versaute. So auch dem Protagonisten in Turgenjews Erzählung. Tegljows Fatalismus versperrt ihm vollkommen den Blick auf die Wirklichkeit des Geschehens. Zahlenmystik, Astrologie, das übliche Programm des Determinismus bestimmt seine emotionale Verfasstheit, dies dann auch im psychopathologischen Sinne: So ist Tegjlows Braut sicher an Cholera gestorben – für ihn steht aber fest, dass sie Selbstmord beging, aus Frustration darüber, dass er sein Heiratsversprechen ihr gegenüber nicht einlösen konnte. Und nun rufe sie ihn zu sich. Die Konsequenz heißt: Suizid. Wie erwähnt: Da ist nichts zu machen, wenn man die Welt als von fremden Kräften und Mächten gestaltet ansieht.

Eine „Studie eines russischen Selbstmords“ sei diese 1871 erschienene Erzählung, schrieb Turgenjew. Eins ist aber auch wahr: Trotz der eigentlichen Tragik enthält sie sehr komische Szenen. Wir veröffentlichen Christian Brückners unnachahmliche Vorleseversion des Werks dank der Genehmigung der Westdeutschen Blindenhörbücherei (WBH) in Münster.

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ErzählkünstlerBy Volker Drüke