
Sign up to save your podcasts
Or


Gnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Aus dem Markusevangelium, aus dem vierten Kapitel.
35 Am Abend dieses Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Wir wollen ans andere Ufer fahren.« 36 Sie ließen die Volksmenge zurück und fuhren mit dem Boot los, in dem er saß. Auch andere Boote fuhren mit. 37 Da kam ein starker Sturm auf. Die Wellen schlugen ins Boot hinein, sodass es schon volllief. 38 Jesus schlief hinten im Boot auf einem Kissen. Seine Jünger weckten ihn und riefen: »Lehrer! Macht es dir nichts aus, dass wir untergehen?« 39 Jesus stand auf, bedrohte den Wind und sagte zum See: »Werde ruhig! Sei still!« Da legte sich der Wind, und es wurde ganz still. 40 Jesus fragte die Jünger: »Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?« 41 Aber die Jünger überkam große Furcht. Sie fragten sich: »Wer ist er eigentlich? Sogar der Wind und die Wellen gehorchen ihm!« (Markus 4,35-41)Der Sturm hat sie eiskalt erwischt. So geht das auf dem See Genezareth--ganz plötzlich und schnell. Der See liegt tief unten im Jordantal, eigentlich Teil des ostafrikanischen Grabens. Weil die Lufttemperatur über dem See oft deutlich höher ist als in den umliegenden Bergen, können sich plötzliche Fallwinde bilden. Die tief eingeschnittenen Täler an der Westseite wirken wie Trichter, die den Effekt verstärken. So kommt es völlig unvorhersehbar zum Sturm. Und zu was für einem! Selbst die erfahrenen Berufsfischer aus Kapernaum sind plötzlich ratlos.
Der Sturm hat sie eiskalt erwischt. Der Himmel ist nur noch schwarz-grau. Die Wellen türmen sich haushoch auf dem See. Das kleine, flache Fischerboot schlingert unkontrolliert hin und her. Die Jünger sind hilflos. Die Wellen schlagen über das Boot. Es schwankt immer wieder. Der Wind heult. Der Regen peitscht in ihre Gesichter. Das Wasser dringt unaufhaltsam ins Boot. Die Jünger kämpfen verzweifelt, um das Boot über Wasser zu halten.
Ihre Angst wächst. Ihre Herzen schlagen schneller. Der Atem geht flach. Die Angst vor dem Ertrinken schnürt ihnen die Kehle zu. In ihren Köpfen taucht die Frage auf, ob sie sterben werden. Es scheint keinen Ausweg zu geben. Sie sind den Kräften der Natur hilflos ausgeliefert.
Die Angst greift in die Körper der Jünger. Als die Wellen gegen das Boot schlagen, zieht sich der Magen zusammen. Es fühlt sich an, als ob der Bauch in einen harten Knoten gezogen wird. Ihr Herz schlägt schneller. Jeder Schlag fühlt sich druckvoller an, als wolle es aus der Brust springen. Der Atem wird flach und unregelmäßig. Die Lungen bekommen kaum genug Luft. Manchmal halten sie den Atem an, wenn eine große Welle das Boot fast zum Kentern bringt.
Ihre Hände werden kalt und feucht. Das greifende, schwitzige Festhalten an den Rändern des Bootes fühlt sich unangenehm und angespannt an. Ihre Muskeln sind verkrampft. Der ganze Körper wartet auf den nächsten Schlag der Wellen. Sie sind erschöpft, als hätten sie ihre ganze Energie verbraucht, um gegen den Sturm zu kämpfen.
In der Angst fällt es schwer, klar zu denken. Alles, was sie hören, ist das Heulen des Windes und das Peitschen der Wellen. Ihr Atem ist hektisch. Der Blick der Jünger ist wild, verzweifelt auf der Suche nach einer Lösung. Der Boden unter ihren Füßen fühlt sich unsicher an, als ob er jeden Moment verschwinden könnte. Der ganze Körper wird hin- und hergerissen, wie das Boot vom Sturm.
Sie haben versucht, Ruhe zu bewahren. Sie haben versucht, die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Sich selbst und das Boot. Sie rudern kräftig, jeder Schlag ein Versuch, dem Sturm zu entkommen. Sie schöpfen das Wasser aus dem Boot, so schnell es geht, aber es läuft immer wieder nach. Sie sichern das Ruder, versuchen das Boot auf Kurs zu halten. Sie sehen sich an, suchen nach einer Lösung, aber die Wellen kommen immer wieder, unaufhörlich. Die Luft ist schwer, der Wind reißt an allem. Sie versuchen, sich gegenseitig zu helfen, doch ihre Kräfte schwinden.
Wenn das so weitergeht, werden sie kläglich untergehen. Nicht alle von ihnen können schwimmen. Sie sehen das Ende schon vor sich. Und schließlich fällt auch den Profis aus Kapernaum keine Lösung mehr ein.
Kennst du das?
Der Sturm hat dich eiskalt erwischt. Du hattest nicht damit gerechnet, dass alles plötzlich kippt. Die Sorgen über deine Zukunft steigen wie Wellen, die immer höher werden. Du versuchst, das Steuer noch zu halten, schaukelst dich durch den Alltag. Doch der Druck wird immer stärker. Du kämpfst gegen die Strömung der Ungewissheit, aber je mehr du versuchst, desto mehr fühlst du dich wie ein Boot ohne Ruder. Es scheint kein Entkommen zu geben.
Der Sturm hat dich eiskalt erwischt. Die Rechnungen stapeln sich, und du kannst keine Lösung finden. Dein Blick bleibt an den Wellen hängen, die dir immer wieder das Gefühl geben, du versinkst. Du greifst nach allem, was dir Halt gibt, versuchst, das Wasser aus dem Boot zu schöpfen, doch es hilft nichts. Du kämpfst gegen die finanziellen Wogen, doch sie überrollen dich immer wieder. Der Boden unter dir fühlt sich instabil an, und du weißt nicht, wie lange du noch durchhältst.
Der Sturm hat dich eiskalt erwischt. Deine Beziehung steckt in einer Krise, und du kannst keinen Kurs mehr finden. Die Gespräche drehen sich im Kreis, und du spürst, wie die Wellen der Entfremdung höher schlagen. Du versuchst, alles zu richten, suchst nach Lösungen, doch je mehr du kämpfst, desto mehr entfernt sich dein Partner. Dein Herz pocht laut, der Atem wird schwer. Du weißt nicht, ob du noch einen sicheren Hafen finden kannst.
Der Sturm hat dich eiskalt erwischt. Dein Job ist in Gefahr, und du siehst die Wellen der Unsicherheit immer näher kommen. Du versuchst, das Ruder in der Hand zu behalten, deinen Platz zu behaupten, aber der Wind wird stärker. Die Angst vor dem Verlust nagt an dir. Du versuchst, ruhig zu bleiben, aber der Sturm lässt keine Ruhe zu. Die Zukunft ist ungewiss, und du weißt nicht, wie du dem gewaltigen Druck standhalten sollst.
Manche sehen nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern gleich uns alle. Die Bilder unserer Zeit gleichen oft genug dem Boot auf dem stürmischen See. Da ist von der "Flüchtlingswelle" die Rede. Kriegsgefahr, Inflation und Unsicherheit scheinen sich wie die dunklen Wolken eines Orkans zusammenzuballen. Der Wirtschaft, heißt es, pfeift ein kalter Wind um die Ohren. Und die Menschen hier im Land, besonders die Familien mit den kleinen und mittleren Einkommen, müssen sich warm anziehen, wenn sie da durchkommen wollen. Gehen wir jetzt alle unter?
Die Angst überrollt dich, wie eine Welle, die plötzlich auf dich zurast. Dein Herz schlägt schneller, als wollte es aus der Brust springen. Deine Hände sind feucht, und die Luft scheint immer dünner zu werden. Dein Atem wird flach und unregelmäßig. Es fühlt sich an, als würde dir die Luft aus den Lungen gepresst. Du versuchst, ruhig zu bleiben, doch deine Muskeln sind angespannt, dein Körper schwer. Die Sorgen drücken dich, wie das Gewicht eines Bootes, das immer weiter sinkt. Du hast das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, als würde der Boden unter dir immer instabiler werden. Deine Gedanken rasen, doch es fällt dir schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Alles scheint sich zu überschlagen, und du fragst dich, wie lange wir noch durchhalten können, bevor unser Boot versinkt.
Hilf uns! Wir sind verloren!
In der Not handeln wir so, wie die verzweifelten Jünger auf dem See: Jetzt kann uns nur noch ein Wunder retten! Jetzt brauchen wir einen, der eingreift. Der durchgreift. Jetzt brauchen wir einen, der dem Sturm die Stirn bieten kann, bevor wir alle weggeblasen werden. Einen der aufsteht, im Auge des Sturms. Einen, der den Arm ausstreckt und die Stimme erhebt: "Sei still!" Einen, der Wind und Wellen gebieten kann.
Wir brauchen einen Retter, einen Starken, eine Helden. Einen, der uns mit sicherer Hand aus dem Schlamassel zieht.
Hilf uns! Wir sind verloren!
Macht es dir nichts aus, dass wir untergehen?
SOS, Mayday, die Zeit wird knapp. Wir brauchen Hilfe!
Ich habe gehört, sie haben die Hilfe gefunden. Ich habe gehört, es gibt da jemand, der unsere Rettung ist. Wenn du dich umhörst, wenn du hinschaust, in den Medien und im Netz, in der Zeitung, auf den Straßen, in der Kantine und beim Gespräch am Gartenzaun, dann wirst du merken, dass viele, die aus vollem Hals um Hilfe schreien, jetzt sagen, sie haben sie entdeckt.
Wenn du dann ruderst und schreist, wenn du wild mit den Armen fuchtelst, weil dir selbst das Wasser schon im Boot stehst, wenn du rufst nach der Hilfe, dann stellen sie sie dir vor. Die einfachen Lösungen. Die markigen Worte. Die Wunderrezepte: "Du musst nur", die ja auch dem Bruder des Onkels der Nachbarin von meinem Hundefriseur geholfen haben. Sie stellen sie dir vor die starken Helden, die Männer (und Frauen), die die Stürme der Welt stillen werden. Einen Krieg in 24 Stunden beenden. Jahrzehntelange Konflikte mit einfachen Handstreichen beilegen. Frieden, Sicherheit und Wohlstand für alle schaffen mit klaren Feindbildern und 5-Punkte-Plänen. Mit einer To-Do-Liste für den ersten Tag nach der Wahl, an dem endlich alles anders wird. Die Trumps und die Putins, die Xis und die Bolsonaros, die Melonis und die Weidels dieser Welt--sind sie nicht genau das, was uns so vorschwebt? Die Führer:innengestalten, die durchgreifen und den Tag retten, und das eine Boot, in dem wir sitzen und durchgerüttelt werden?
Starke Personen. Starke Worte. Starke Taten. Ist das nicht Hoffnung, wenn dein Boot zu kentern droht?
Hilf uns! Wir sind verloren!
Im Boot auf dem Kinneret, dem "Harfensee" in Nordisrael, da hört man sie schreien.
Hilf uns! Wir sind verloren!
Und dann redet er. Durch das Tosen des Sturms, durch das Peitschen der Gischt und dann durch die Stille eines plötzlich glasklaren Sees hören wir seine Stimme.
Er redet. Er sagt die entscheidenden Worte. Das eine, was wir jetzt hören müssen.
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Wie bitte? Was hat er gesagt?
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Da klappt dir die Kinnlade runter! Was für eine Frage? Hast du nicht gesehen, wie der Sturm uns fast zerreißt? Hast du nicht gemerkt, wie das Wasser ins Boot schwappt und wir schon mitten im Chaos stecken? Wie können wir jetzt ruhig bleiben? Die Worte Jesu treffen wie ein Schlag. Sie zwingen dich, innezuhalten. Du bleibst einen Moment lang sprachlos. Haben wir nicht alles richtig gemacht? Haben wir nicht den Richtigen um Hilfe gebeten? Merkst du gar nicht, wie viel Glauben man braucht, um als Fischer im Sturm das Ruder an den Sohn eines Zimmermanns zu übergeben?
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Am Ende macht sich die Kritik Jesu an der abschließenden Feststellung der Jünger fest: "Wer ist er eigentlich? Sogar der Wind und die Wellen gehorchen ihm!"
Am Ende steckt genau da alles drin. Wer ist er eigentlich? Hätten sie sich das früher gefragt, dann hätte es keinen Grund zu Angst gegeben.
Hätten sie sich bewusst gemacht, wer da in ihrem Boot liegt, dann hätten sie doch wissen müssen, dass am Ende alles gut wird: Gott lässt doch seinen Messias nicht im Kinneret ersaufen!
Hätten sie wahrgenommen, dass der bei ihnen ist, der Wind und Wellen gebietet, dann wäre doch der Ausgang der Geschichte allen klar gewesen!
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Sitzt er denn nicht auch in unserem Boot?
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Ist er denn nicht an unserer Seite?
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Haben wir ihn denn nicht bei uns, alle Tage, bis an der Welt Ende?
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Wir brauchen doch keine andere Hilfe.
Wir brauchen doch keine andere Rettung.
Wir brauchen doch keinen anderen Helden.
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Unsere Vertrauen richtet sich nicht auf Fünf-Punkte-Pläne.
Unsere Hilfe kommt nicht aus Wahlprogrammen.
Unsere Rettung kann niemals mit rechtsextremen Parolen erreicht werden.
Die Antwort auf das, was uns Angst macht, findet sich nicht in Parolen und einfachen Lösungen.
Der Ausweg aus dem, was uns bedrückt, liegt nicht im Suchen von Schuldigen.
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Wir haben Hoffnung!
Wir haben Jesus im Boot.
Wir haben Gott an unserer Seite.
Wir haben Grund zur Zuversicht.
Wir haben Kapazität zur Nächstenliebe.
Wir können uns Solidarität leisten.
Wir werden Menschenwürde und alle anderen christlichen Werte nicht im gefühlten Sturm über Bord werfen!
Wir. Haben. Jesus. Im Boot.
Und: Ja, das schwankt manchmal. Da weht uns der Wind ganz schön um die Nase. Da macht uns manche plötzliche Woge auch mal unerwartet nass.
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Wenn man im Boot sitzt, ist mit dem allem zu rechnen.
Aber:
Wir haben Jesus im Boot.
Warum habt ihr solche Angst?
"In der Welt habt ihr Angst;", weiß auch unser Jesus, "aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." (Johannes 16,33 [BB])
Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Doch.
Haben wir.
Wir haben Hoffnung.
Wir haben Jesus.
Antwort. Rettung. Hoffnung.
Fester Stand. Zuversicht. Zukunft.
Jesus.
Amen.
By Christoph FischerGnade mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn!
Aus dem Markusevangelium, aus dem vierten Kapitel.
35 Am Abend dieses Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Wir wollen ans andere Ufer fahren.« 36 Sie ließen die Volksmenge zurück und fuhren mit dem Boot los, in dem er saß. Auch andere Boote fuhren mit. 37 Da kam ein starker Sturm auf. Die Wellen schlugen ins Boot hinein, sodass es schon volllief. 38 Jesus schlief hinten im Boot auf einem Kissen. Seine Jünger weckten ihn und riefen: »Lehrer! Macht es dir nichts aus, dass wir untergehen?« 39 Jesus stand auf, bedrohte den Wind und sagte zum See: »Werde ruhig! Sei still!« Da legte sich der Wind, und es wurde ganz still. 40 Jesus fragte die Jünger: »Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?« 41 Aber die Jünger überkam große Furcht. Sie fragten sich: »Wer ist er eigentlich? Sogar der Wind und die Wellen gehorchen ihm!« (Markus 4,35-41)Der Sturm hat sie eiskalt erwischt. So geht das auf dem See Genezareth--ganz plötzlich und schnell. Der See liegt tief unten im Jordantal, eigentlich Teil des ostafrikanischen Grabens. Weil die Lufttemperatur über dem See oft deutlich höher ist als in den umliegenden Bergen, können sich plötzliche Fallwinde bilden. Die tief eingeschnittenen Täler an der Westseite wirken wie Trichter, die den Effekt verstärken. So kommt es völlig unvorhersehbar zum Sturm. Und zu was für einem! Selbst die erfahrenen Berufsfischer aus Kapernaum sind plötzlich ratlos.
Der Sturm hat sie eiskalt erwischt. Der Himmel ist nur noch schwarz-grau. Die Wellen türmen sich haushoch auf dem See. Das kleine, flache Fischerboot schlingert unkontrolliert hin und her. Die Jünger sind hilflos. Die Wellen schlagen über das Boot. Es schwankt immer wieder. Der Wind heult. Der Regen peitscht in ihre Gesichter. Das Wasser dringt unaufhaltsam ins Boot. Die Jünger kämpfen verzweifelt, um das Boot über Wasser zu halten.
Ihre Angst wächst. Ihre Herzen schlagen schneller. Der Atem geht flach. Die Angst vor dem Ertrinken schnürt ihnen die Kehle zu. In ihren Köpfen taucht die Frage auf, ob sie sterben werden. Es scheint keinen Ausweg zu geben. Sie sind den Kräften der Natur hilflos ausgeliefert.
Die Angst greift in die Körper der Jünger. Als die Wellen gegen das Boot schlagen, zieht sich der Magen zusammen. Es fühlt sich an, als ob der Bauch in einen harten Knoten gezogen wird. Ihr Herz schlägt schneller. Jeder Schlag fühlt sich druckvoller an, als wolle es aus der Brust springen. Der Atem wird flach und unregelmäßig. Die Lungen bekommen kaum genug Luft. Manchmal halten sie den Atem an, wenn eine große Welle das Boot fast zum Kentern bringt.
Ihre Hände werden kalt und feucht. Das greifende, schwitzige Festhalten an den Rändern des Bootes fühlt sich unangenehm und angespannt an. Ihre Muskeln sind verkrampft. Der ganze Körper wartet auf den nächsten Schlag der Wellen. Sie sind erschöpft, als hätten sie ihre ganze Energie verbraucht, um gegen den Sturm zu kämpfen.
In der Angst fällt es schwer, klar zu denken. Alles, was sie hören, ist das Heulen des Windes und das Peitschen der Wellen. Ihr Atem ist hektisch. Der Blick der Jünger ist wild, verzweifelt auf der Suche nach einer Lösung. Der Boden unter ihren Füßen fühlt sich unsicher an, als ob er jeden Moment verschwinden könnte. Der ganze Körper wird hin- und hergerissen, wie das Boot vom Sturm.
Sie haben versucht, Ruhe zu bewahren. Sie haben versucht, die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Sich selbst und das Boot. Sie rudern kräftig, jeder Schlag ein Versuch, dem Sturm zu entkommen. Sie schöpfen das Wasser aus dem Boot, so schnell es geht, aber es läuft immer wieder nach. Sie sichern das Ruder, versuchen das Boot auf Kurs zu halten. Sie sehen sich an, suchen nach einer Lösung, aber die Wellen kommen immer wieder, unaufhörlich. Die Luft ist schwer, der Wind reißt an allem. Sie versuchen, sich gegenseitig zu helfen, doch ihre Kräfte schwinden.
Wenn das so weitergeht, werden sie kläglich untergehen. Nicht alle von ihnen können schwimmen. Sie sehen das Ende schon vor sich. Und schließlich fällt auch den Profis aus Kapernaum keine Lösung mehr ein.
Kennst du das?
Der Sturm hat dich eiskalt erwischt. Du hattest nicht damit gerechnet, dass alles plötzlich kippt. Die Sorgen über deine Zukunft steigen wie Wellen, die immer höher werden. Du versuchst, das Steuer noch zu halten, schaukelst dich durch den Alltag. Doch der Druck wird immer stärker. Du kämpfst gegen die Strömung der Ungewissheit, aber je mehr du versuchst, desto mehr fühlst du dich wie ein Boot ohne Ruder. Es scheint kein Entkommen zu geben.
Der Sturm hat dich eiskalt erwischt. Die Rechnungen stapeln sich, und du kannst keine Lösung finden. Dein Blick bleibt an den Wellen hängen, die dir immer wieder das Gefühl geben, du versinkst. Du greifst nach allem, was dir Halt gibt, versuchst, das Wasser aus dem Boot zu schöpfen, doch es hilft nichts. Du kämpfst gegen die finanziellen Wogen, doch sie überrollen dich immer wieder. Der Boden unter dir fühlt sich instabil an, und du weißt nicht, wie lange du noch durchhältst.
Der Sturm hat dich eiskalt erwischt. Deine Beziehung steckt in einer Krise, und du kannst keinen Kurs mehr finden. Die Gespräche drehen sich im Kreis, und du spürst, wie die Wellen der Entfremdung höher schlagen. Du versuchst, alles zu richten, suchst nach Lösungen, doch je mehr du kämpfst, desto mehr entfernt sich dein Partner. Dein Herz pocht laut, der Atem wird schwer. Du weißt nicht, ob du noch einen sicheren Hafen finden kannst.
Der Sturm hat dich eiskalt erwischt. Dein Job ist in Gefahr, und du siehst die Wellen der Unsicherheit immer näher kommen. Du versuchst, das Ruder in der Hand zu behalten, deinen Platz zu behaupten, aber der Wind wird stärker. Die Angst vor dem Verlust nagt an dir. Du versuchst, ruhig zu bleiben, aber der Sturm lässt keine Ruhe zu. Die Zukunft ist ungewiss, und du weißt nicht, wie du dem gewaltigen Druck standhalten sollst.
Manche sehen nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern gleich uns alle. Die Bilder unserer Zeit gleichen oft genug dem Boot auf dem stürmischen See. Da ist von der "Flüchtlingswelle" die Rede. Kriegsgefahr, Inflation und Unsicherheit scheinen sich wie die dunklen Wolken eines Orkans zusammenzuballen. Der Wirtschaft, heißt es, pfeift ein kalter Wind um die Ohren. Und die Menschen hier im Land, besonders die Familien mit den kleinen und mittleren Einkommen, müssen sich warm anziehen, wenn sie da durchkommen wollen. Gehen wir jetzt alle unter?
Die Angst überrollt dich, wie eine Welle, die plötzlich auf dich zurast. Dein Herz schlägt schneller, als wollte es aus der Brust springen. Deine Hände sind feucht, und die Luft scheint immer dünner zu werden. Dein Atem wird flach und unregelmäßig. Es fühlt sich an, als würde dir die Luft aus den Lungen gepresst. Du versuchst, ruhig zu bleiben, doch deine Muskeln sind angespannt, dein Körper schwer. Die Sorgen drücken dich, wie das Gewicht eines Bootes, das immer weiter sinkt. Du hast das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, als würde der Boden unter dir immer instabiler werden. Deine Gedanken rasen, doch es fällt dir schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Alles scheint sich zu überschlagen, und du fragst dich, wie lange wir noch durchhalten können, bevor unser Boot versinkt.
Hilf uns! Wir sind verloren!
In der Not handeln wir so, wie die verzweifelten Jünger auf dem See: Jetzt kann uns nur noch ein Wunder retten! Jetzt brauchen wir einen, der eingreift. Der durchgreift. Jetzt brauchen wir einen, der dem Sturm die Stirn bieten kann, bevor wir alle weggeblasen werden. Einen der aufsteht, im Auge des Sturms. Einen, der den Arm ausstreckt und die Stimme erhebt: "Sei still!" Einen, der Wind und Wellen gebieten kann.
Wir brauchen einen Retter, einen Starken, eine Helden. Einen, der uns mit sicherer Hand aus dem Schlamassel zieht.
Hilf uns! Wir sind verloren!
Macht es dir nichts aus, dass wir untergehen?
SOS, Mayday, die Zeit wird knapp. Wir brauchen Hilfe!
Ich habe gehört, sie haben die Hilfe gefunden. Ich habe gehört, es gibt da jemand, der unsere Rettung ist. Wenn du dich umhörst, wenn du hinschaust, in den Medien und im Netz, in der Zeitung, auf den Straßen, in der Kantine und beim Gespräch am Gartenzaun, dann wirst du merken, dass viele, die aus vollem Hals um Hilfe schreien, jetzt sagen, sie haben sie entdeckt.
Wenn du dann ruderst und schreist, wenn du wild mit den Armen fuchtelst, weil dir selbst das Wasser schon im Boot stehst, wenn du rufst nach der Hilfe, dann stellen sie sie dir vor. Die einfachen Lösungen. Die markigen Worte. Die Wunderrezepte: "Du musst nur", die ja auch dem Bruder des Onkels der Nachbarin von meinem Hundefriseur geholfen haben. Sie stellen sie dir vor die starken Helden, die Männer (und Frauen), die die Stürme der Welt stillen werden. Einen Krieg in 24 Stunden beenden. Jahrzehntelange Konflikte mit einfachen Handstreichen beilegen. Frieden, Sicherheit und Wohlstand für alle schaffen mit klaren Feindbildern und 5-Punkte-Plänen. Mit einer To-Do-Liste für den ersten Tag nach der Wahl, an dem endlich alles anders wird. Die Trumps und die Putins, die Xis und die Bolsonaros, die Melonis und die Weidels dieser Welt--sind sie nicht genau das, was uns so vorschwebt? Die Führer:innengestalten, die durchgreifen und den Tag retten, und das eine Boot, in dem wir sitzen und durchgerüttelt werden?
Starke Personen. Starke Worte. Starke Taten. Ist das nicht Hoffnung, wenn dein Boot zu kentern droht?
Hilf uns! Wir sind verloren!
Im Boot auf dem Kinneret, dem "Harfensee" in Nordisrael, da hört man sie schreien.
Hilf uns! Wir sind verloren!
Und dann redet er. Durch das Tosen des Sturms, durch das Peitschen der Gischt und dann durch die Stille eines plötzlich glasklaren Sees hören wir seine Stimme.
Er redet. Er sagt die entscheidenden Worte. Das eine, was wir jetzt hören müssen.
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Wie bitte? Was hat er gesagt?
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Da klappt dir die Kinnlade runter! Was für eine Frage? Hast du nicht gesehen, wie der Sturm uns fast zerreißt? Hast du nicht gemerkt, wie das Wasser ins Boot schwappt und wir schon mitten im Chaos stecken? Wie können wir jetzt ruhig bleiben? Die Worte Jesu treffen wie ein Schlag. Sie zwingen dich, innezuhalten. Du bleibst einen Moment lang sprachlos. Haben wir nicht alles richtig gemacht? Haben wir nicht den Richtigen um Hilfe gebeten? Merkst du gar nicht, wie viel Glauben man braucht, um als Fischer im Sturm das Ruder an den Sohn eines Zimmermanns zu übergeben?
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Am Ende macht sich die Kritik Jesu an der abschließenden Feststellung der Jünger fest: "Wer ist er eigentlich? Sogar der Wind und die Wellen gehorchen ihm!"
Am Ende steckt genau da alles drin. Wer ist er eigentlich? Hätten sie sich das früher gefragt, dann hätte es keinen Grund zu Angst gegeben.
Hätten sie sich bewusst gemacht, wer da in ihrem Boot liegt, dann hätten sie doch wissen müssen, dass am Ende alles gut wird: Gott lässt doch seinen Messias nicht im Kinneret ersaufen!
Hätten sie wahrgenommen, dass der bei ihnen ist, der Wind und Wellen gebietet, dann wäre doch der Ausgang der Geschichte allen klar gewesen!
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Sitzt er denn nicht auch in unserem Boot?
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Ist er denn nicht an unserer Seite?
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Haben wir ihn denn nicht bei uns, alle Tage, bis an der Welt Ende?
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Wir brauchen doch keine andere Hilfe.
Wir brauchen doch keine andere Rettung.
Wir brauchen doch keinen anderen Helden.
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Unsere Vertrauen richtet sich nicht auf Fünf-Punkte-Pläne.
Unsere Hilfe kommt nicht aus Wahlprogrammen.
Unsere Rettung kann niemals mit rechtsextremen Parolen erreicht werden.
Die Antwort auf das, was uns Angst macht, findet sich nicht in Parolen und einfachen Lösungen.
Der Ausweg aus dem, was uns bedrückt, liegt nicht im Suchen von Schuldigen.
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Wir haben Hoffnung!
Wir haben Jesus im Boot.
Wir haben Gott an unserer Seite.
Wir haben Grund zur Zuversicht.
Wir haben Kapazität zur Nächstenliebe.
Wir können uns Solidarität leisten.
Wir werden Menschenwürde und alle anderen christlichen Werte nicht im gefühlten Sturm über Bord werfen!
Wir. Haben. Jesus. Im Boot.
Und: Ja, das schwankt manchmal. Da weht uns der Wind ganz schön um die Nase. Da macht uns manche plötzliche Woge auch mal unerwartet nass.
Geliebte Gottes in Gäufelden,
Wenn man im Boot sitzt, ist mit dem allem zu rechnen.
Aber:
Wir haben Jesus im Boot.
Warum habt ihr solche Angst?
"In der Welt habt ihr Angst;", weiß auch unser Jesus, "aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." (Johannes 16,33 [BB])
Habt ihr immer noch keinen Glauben?
Doch.
Haben wir.
Wir haben Hoffnung.
Wir haben Jesus.
Antwort. Rettung. Hoffnung.
Fester Stand. Zuversicht. Zukunft.
Jesus.
Amen.

0 Listeners