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Radio Superfly's Album der Woche
Titel: The Wild Card
Artist: Ledisi
Label: Listen Back Entertainment, BMG Rights Management (US)
Wie wir zur Sängerin Ledisi stehen, ist euch wahrscheinlich bereits bekannt. Große Liebe. Seit ihrer letzten Studioveröffentlichung, „Let The Love Rule“, damals Superfly Album der Woche, ist einiges an Zeit verstrichen. Zeit für Ledisi’s Rückkehr. Und die beschreitet sie nun bravourös mit „The Wild Card“.
Ledisi gilt nicht grundlos als Queen of RnB. Es ist die ganz spezielle, samtige Textur ihrer Stimme und ihre Fähigkeit, die Silben pfiffig zu pointieren, die ihren Gesang so besonders machen. Mal kraftvoll – mal rau – und stets voller Soul. Ihre aussagekräftigen Lyrics unterstreichen das.
In ihrer zwei Jahrzehnte langen Karriere hat Ledisi eine treue Fangemeinde gewonnen und eine Handvoll RnB-Radiohits erzielt. Mit dem Song "Anything for You", einer Neo-souligen Ballade, könnte ihr ähnliches gelingen. Und wer weiß, vielleicht trudelt bald die nächste Grammy Nominierung ein. Sie hätte sie auf jeden Fall verdient.
Ledisi schafft es, Retro-Momente frisch klingen zu lassen. So ist "The Wild Card" ein rundum gelungenes Zusammenspiel. Erschienen auf dem Label Listen Back Entertainment.
Musikredaktion
(superfly.fm)
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: In Search Of Lost Time
Artist: Protoje
Label: In.Digg.Nation / RCA Records / Sony Music Entertainment
Auf der Suche nach Vergangenem. Der Jamaikaner Protoje behandelte bereits mit seinen letzten Alben das Thema Zeit. Sein neues, „In Search Of Lost Time“ schließt nun daran an.
Protoje wird schon länger als die große Hoffnung des Reggae gehandelt. Der modernen Zeit entsprechend liebäugelt er aber auch mit Hip-Hop. Zwei Musikkulturen die in ihrer Grundhaltung doch sehr konträr sind. Ob die Mischung gefällt muss dann jeder für sich selbst entscheiden.
Was fest steht ist, dass „In Search Of Lost Time“ ein grandios produziertes Album ist. Eingängige Hooks, tighte Drum-Loops und Grundelemente des Reggae. Aber auch die Gäste könne sich sehen, respektive hören lassen. Lila Ike‘, Wiz Khalifa, Koffee und Popcaan sind auf der Platte vertreten.
Ganz in der Tradition des Reggae behandelt Protoje Themen wie die Liebe zu Ganja, immer wieder schlägt er aber auch sozialkritische Themen an. In search of lost time ist jedenfalls zum richtigen Zeitpunkt auf dem RCA Ableger In.Digg Nation erschienen.
Musikredaktion
Anspieltipps der Musikredaktion:
(superfly.fm)
Radio Superfly's Buchtipp
Titel: Einstein
Autor/in: Torben Kuhlmann
Verlag: NordSüd Verlag
Jetzt hat die kleine Maus doch tatsächlich das große Käsefest in Bern verpasst! Genau einen Tag ist sie zu spät gekommen. Wie konnte das passieren? Die Maus beginnt, sich mit dem Thema Zeit zu beschäftigen. Egal, wie viel sie lernt, eine Frage bleibt: Lässt sich die Zeit anhalten oder sogar zurückdrehen? Mit viel Erfindungsgeist und der Hilfe von Albert Einsteins Theorien baut sich die Maus eine Zeitmaschine und begibt sich auf eine spannende Reise in unbekanntes Terrain.
In seinem vierten Mäuseabenteuer schickt Torben Kuhlmann seinen Helden auf eine Reise, wie sie nie zuvor eine Maus, und erst recht kein Mensch, unternommen hat. Mit ihrer komplexen Erzählstruktur setzt diese Geschichte völlig neue Maßstäbe. Die detailreichen und opulent gestalteten Bilder machen das raffinierte Spiel mit verschiedenen Zeitebenen zum reinsten Vergnügen.
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Let Yourself Be Loved
Artist: Joy Denalane
Label: Motown / Universal Music
Eine Ode an den Soul und die Liebe - aber nicht nur die klassisch romantische. Joy Denalane’s neues Album beschäftigt sich mit dem gesamten Spektrum. Sei es die Liebe zu Freunden, Familie und vor allem zu sich selbst. So klingt „Let Yourself Be Loved”.
Liebe und Soul – die Konstellation kennt man doch? Die Berlinerin, Joy, wagt sich ehrfürchtig an die Soul-Ära der 60er und 70er Jahre. An eine Zeit in der Größen wie Marvin Gaye, Stevie Wonder, Curtis Mayfield und Aretha Franklin heutige Klassiker veröffentlichten. Der Name Motown fiel dabei nicht nur einmal. Und auch ihr Album ist auf dem Kultlabel erschienen.
Der Stimmigkeit halber legte Joy ihren bisherigen Pop-affinen Neo-Soul und ihre deutschen Lyrics ab. Souverän mischt sie die Ansätze der Vorbilder mit der Leidenschaft eines Fans. Klassische Bläser, Streicher und Denalane’s ganz persönliche Note.
„Let Yourself Be Loved“ ist das Album einer starken unabhängigen Frau. Joy Denalane hat es geschafft eine grandiose Retro-Platte zu machen, ohne alt oder kopiert zu klingen.
Musikredaktion
Anspieltipps der Musikredaktion:
(superfly.fm)
Radio Superfly's Buchtipp
Titel: Wien
Autor/in: Ludwig Hirschfeld
Verlag: Milena Verlag
Ludwig Hirschfelds charmanter feuilletonistischer Reiseführer entführt uns in das Wien der späten 1920er Jahre. Als im Sacher noch keine alleinsitzenden Frauen bedient wurden. Als es kaum Bierlokale in der Stadt gab. Als man sich noch Eintänzer beim Kellner bestellen konnte, wenn der Gatte keine Lust hatte.
Im Jahr 1927 erschien in der Buchreihe Was nicht im Baedeker steht ein köstlicher Wien-Reiseführer. Autor Ludwig Hirschfeld, der bereits in Karl Kraus‘ „Die letzten Tage der Menschheit“ Erwähnung findet, beschreibt in sehr launigem, charmantem Stil seine Stadt. In 19 Kapiteln wird uns das alte Wien nähergebracht: Essen und Trinken, die angesagtesten Lokale, Kunst & Kultur, die Parks, das Burgtheater, die Nacktrevuen – alles, was der Tourist und Einheimische wissen muss. Aber Hirschfeld hat auch damals Veränderungen zu beklagen: Die Bankenhäuser verdrängen die Kaffeehäuser. Die Wiener trinken fast kein Bier mehr! Es gibt viel zu schmunzeln für den heutigen Leser. Apropos, wussten Sie: … Dass Frauen ohne männliche Begleitung aus Schicklichkeitsgründen im Sacher nicht bedient wurden? … Was ein Schnitzel mit Charlestongarnierung ist? … der Ober im Kaffeehaus „Zahlmarkör“ genannt wurde? … dass in den meisten großen Lokalen Salonkapellen oder Jazzbands spielten? Erinnern Sie sich noch an das Café Lurion in der Siebensterngasse? An das Café Arlon in der Rothgasse? An das Krystallcafé auf dem Aspernplatz?
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Auntie
Artist: Ian Isiah
Label: Juliet Records / eOne Music
Selten hat das Wort „Tantchen“ so sexy geklungen. Ian Isiah präsentiert auf seinem Album Auntie seine Persönlichkeit. "Ich war ich selbst, bevor es ein Trend war, man selbst zu sein. Und nicht nur ich selbst, sondern schwul und schwarz. Dann kommt das Tantchen heraus.", sagt er. Unser Support ist gewiss.
Vom Eröffnungstitel "N.U.T.S." an baut Isiah eine einzigartige Mischung aus Spiritualität und Erotik auf, die er die restlichen sechs Songs problemlos aufrechterhält. Verspielte Texte in funkigem Gewand – produziert von Chromeo, dem eigenwilligen Produzentenduo aus Montreal, mit dem Isiah über Instagram eine Freundschaft geschlossen hat.
Ian Isiah liefert hier ein Album ab, von dem wir noch in 20 Jahren sagen werden, wie zeitlos es ist. Sieben Titel – alle haben es ins Programm geschafft. Musikalisch bezieht er sich auf Prince, Stevie Wonder und zeitgenössischen R&B. Die Produktion? Chromeo Qualität.
Das Album „Auntie“ ist Gospel für eine kaputte Welt. Wer Soul liebt, könnte von der Platte abhängig werden. Erschienen auf Juliet Records.
Musikredaktion
Anspieltipps der Musikredaktion:
(superfly.fm)
Radio Superfly's Buchtipp
Titel: Insel der verlorenen Erinnerung
Autor/in: Yoko Ogawa
Verlag: Liebeskind Verlag
Auf einer Insel, nicht weit vom Festland entfernt, prägen sonderbare Ereignisse das Leben. In regelmäßigen Abständen verschwinden Dinge, und zwar für immer. Zunächst sind es Hüte, dann alle Vögel, später die Fähre. Bald gibt es keine Haarbänder mehr und keine Rosen … Die Bewohner haben sich damit abgefunden, dass auch ihre Erinnerung immer weiter verblasst. Nur einige wenige können nichts vergessen. Deshalb werden sie von der Erinnerungspolizei verfolgt, die dafür Sorge trägt, dass alle verschwundenen Dinge auch verschwunden bleiben, nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch in den Köpfen der Menschen.
Als eine junge Schriftstellerin herausfindet, dass ihr Verleger Gefahr läuft, von der Erinnerungspolizei festgenommen zu werden, beschließt sie, ihm zu helfen – auch wenn sie damit ihr Leben riskiert. Sie richtet im Untergeschoss ihres Hauses ein Versteck für ihn ein. Doch die Razzien der Polizei werden ständig ausgeweitet, und immer häufiger verschwinden Dinge. Die beiden hoffen auf die Fertigstellung ihres neuen Romans als letzte Möglichkeit, die Vergangenheit zu bewahren.
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