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Radio Superfly's Album der Woche
Titel: C’est tout
Artist: Voilaaa
Label: Favorite Recordings
Man nehme live eingespielte Discounds, mische sie mit westafrikanischen Rhythmen, ghanaischem Highlife, Soul und französischem Esprit – et voila! Die Betonung machts. Das Projekt Voilaaa aus Lyon wird mit drei a‘s geschrieben und mit „C’est tout“ ist jetzt das vierte Album auf dem Markt. Ihr musikalisches Rezept hat sich nach dem Vorgänger kaum verändert. Warum auch? Es schmeckt einfach zu gut.
Bruno Hovart aus Lyon ist ein Tausendsassa, ein Workaholic im Studio. Er produziert und musiziert fast wie am Fließband. Einzig, die Monotonie der Arbeit in einer Fabrik fehlt. Er ist leidenschaftlich bei der Sache. Mit Voilaaa nimmt er uns mit auf die Reise. Und die führt die Truppe, die neben Bruno vor allem Pat Kalla als treibende Kraft mitbringt, rund um den Globus. Das Voilaaa Soundsystem ist ein beliebter Festivalact geworden. Mitreissend auf der Bühne und im Studio.
Auf Radio Superfly laufen die ersten Singles „Faché“ und das Jamiroquai Cover „Too young too die“ schon auf Rotation. Und bereits bei diesen beiden Songs zeigt sich das ganze Spektrum von Voilaaa. Vielleicht kann man den Einfluss lateinamerikanischer Sounds beim aktuellen Album hervorheben, wo man sich von den Vorgängern unterscheidet. Mit zahlreichen Gastmusikerinnen und Musikern glänzt man auch dieses Mal. Abschließend kann man nur sagen. „That’s all“. „C’est tout“ ist auf Favorite Recordings erschienen.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Tommy Orange ist zurück! Und hat es mit seinem zweiten "Wandering Stars" auch gleich auf die Longlist des Booker Prize geschafft.
Am 16. September wird die Shortlist veröffentlicht, aber schon jetzt ist "Verlorene Sterne" (Hanser Berlin) Pflichtlektüre für Literaturfans. Das Setting ist ähnlich wie auch schon in Oranges Debüt. Er spannt seinen Erzählbogen über 150 Jahre indigene Geschichte in den Vereinigten Staaten, greift die Geschichte von Genozid und Trauma auf, von Gefängnissen und Internaten, die am Ende nichts anderes als grausame Umerziehungsanstalten sind. Der Schriftsteller selbst ist Native American, seine Familie väterlicherseits ist mit den Stämmen der Cheyenne und der Arapaho assoziiert und er kommt aus dem kalifornischen Oakland, wo ein großer Teil seines Romans auch spielt.
Tommy Orange ist zurückgezogen, gibt nur ungern Interviews – auch Buchkultur nicht. Dem GUARDIAN verrät er die Motivation für seinen Text: "Ich wollte dem Thema Komplexität verleihen und den Lesenden ein Verständnis dafür vermitteln, warum Menschen süchtig werden können. Es gibt zum Beispiel das Vorurteil über Native Americans, sie hätten einfach eine Schwäche für Alkohol. Es ist praktisch für die Leute, das zu glauben, weil sie sich dann nicht damit auseinandersetzen müssen, warum jemand zu etwas greift, um den Schmerz zu lindern oder um das zu bewältigen, was er zu verbergen versucht oder worüber er nicht nachdenken will." Für die Titelstory der neuen BUCHKULTUR hat sich Teresa Preis auf die Suche nach den "Verlorenen Sternen" gemacht.
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Heavy Soul
Artist: Blundetto & Liam Bailey
Label: Les Rythmes Ruban
"Heavy Soul" - ein Album so vielschichtig, dass man es immer wieder neu durchwandern kann und dennoch neue Nuancen entdeckt. Wer dahinter steckt sind Max Guiget, alias Blundetto und Liam Bailey.
Blundetto ist französischer Musiker, der seit geraumer Zeit aus seinem Pariser Apartment heraus eine einzigartige Klangwelt in die Welt hinaus trägt. Zwischen Plattensammlungen und analogen Geräten kombiniert er seit 2010 gekonnt Reggae, Latin, Funk und weitere Stile, die sowohl Epochen als auch diverse Kulturen miteinander verbinden. Was dabei rauskommt, ist eine einzigartige Mischung.
Liam Bailey, der britischer Singer-Songwriter mit Wurzeln im Soul, Reggae und Rock, bringt da eine ähnliche musikalische Vielfalt mit. Aufgewachsen mit der Musik von Bob Marley und Stevie Wonder, entwickelte er früh einen eigenen Stil, der durch Kollaborationen, etwa mit Amy Winehouse sich immer weiter verfeinert hat. Und auch bei der Zusammenarbeit mit Blundetto für ihr Album „Heavy Soul“ vereint sein Gesang Soul und Blues mit einer kraftvollen, emotionalen Tiefe.
"Heavy Soul" zeigt welches musikalisches Gesamtkunstwerk entsteht, wenn ihre musikalischen Welten zusammenführt werden. Mit Baileys gefühlvollen Vocals und Blundettos kreativen, genreübergreifenden Produktionen entsteht ein Album, das Zuhörende durch unterschiedlichste Klanglandschaften führt und dabei ihre gemeinsame Vision gekonnt zum Ausdruck bringt.
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Again Sometime?
Artist: Paul Russell
Label: Arista Records/Sony Music Entertainment
Der amerikanische Rapper, Paul Jeffrey Russell, besser bekannt als Paul Russell, bringt seit seinem Durchbruch mit der Single „Lil Boo Thang“ stetig neue, erfrischende Musik auf den Markt. Nun veröffentlichte der Künstler seine Debüt-EP mit dem Namen “Again Sometime?“. Doch auch wenn Russell diese Zusammenstellung als EP veröffentlicht hat, finden wir, es muss zum Superfly Album der Woche gekürt werden. In der Trackliste finden sich einige seiner bereits veröffentlichten Hits, sowie 3 neue Songs, wieder. Besonders „Slippin", zusammen mit Popstar Meghan Trainor, klettert die Charts immer weiter hinauf.
Russell beschreibt sein EP-Projekt „Again Sometime?“ als ersten Teil einer Reihe an Geschichten, die er noch erzählen möchte. Die Texte behandeln eine Liebesgeschichte, die die frühen Phasen einer Beziehung beleuchtet. Sehnsucht, die viel gemeinsam verbrachte Zeit, die Freude über eine gefundene Verbindung sowie dem Bekenntnis langfristiger Liebe.
Erschienen ist „Again Sometime?“ auf dem Label Arista Records. Paul Russell hat es geschafft, seinen eigenen Sound zu kreieren und dabei eine gewisse Leichtigkeit und Sorglosigkeit einzufangen.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Crybaby
Artist: Rae Khalil
Label: APE SHIT / Def Jam
Sich einem bestimmten Genre zu unterwerfen kann schnell einengend sein. Auch die aus Kalifornien stammende Künstlerin Rae Khalil wollte das nie. Auf ihrem Debut-Album wird das mehr als deutlich. Mit Einflüssen aus Jazz, Soul, R&B, Punk und Rock gegen den Strom.
Rae Khalil entdeckte früh ihre Leidenschaft für Hip-Hop. Gruppen wie der Wu-Tang Clan oder Leute wie Chance the Rapper veranlassten sie Musik zu machen. Die Arbeit am Debut-Album beschreibt sie gerne als eine „erstaunliche Achterbahnfahrt, die sie an ihre Grenzen gebracht hat". Und das künstlerisch, aber auch emotional. Sie wollte sich öffnen und schafft eine gewisse Intimität. Stets kreativ springt sie zwischen den Stimmungen hin und her.
Wichtig für das Album war auch die Zusammenarbeit mit ihren Produzenten. Da wäre zum einen ihr langjähriger Partner Jared Rubens, und zum anderen der omnipräsente Anderson Paak. Dieser nahm die Sängerin nicht ohne Grund bei seinem Label APE SHIT unter Vetrag. Er erkennt Talent. Neben Rae sind es auch die zahlreichen Gäste, die diese Platte zu einem Must-have machen. Benny Sings und Tiana Major9 etwa, Zacari und Freddie Gibbs und natürlich Anderson Paak.
Anspieltipps der Musikredaktion:
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