In Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, leben fast ein Viertel der Kinder in Armut oder sind von Armut bedroht - und die Ampelkoalition diskutiert weiter über eine Kindergrundsicherung. Familienministerin Lisa Paus (Grüne) will mehr Geld dafür, Finanzminister Christian Lindner (FDP) will es nicht geben - deshalb blockiert Paus sein Wachstumschancengesetz. Angesichts dieses Streits in der Regierung ist der Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, fassungslos: "Die Koalition ist ganz gut gestartet mit dem Koalitionsvertrag, der eine Kindergrundsicherung relativ klar umreißt. Und seit einem halben Jahr haben wir einen großen Streit darüber, was eigentlich eine Kindergrundsicherung ist, was die kosten darf. Und manchmal hat man den Eindruck, auch darüber, ob man Kinderarmut eigentlich bekämpfen will", klagt Grein an. Im Gespräch mit SWR2 Aktuell-Moderator Christian Rönspies erklärt der Kinderschutzbund-Geschäftsführer auch, warum er das Argument "Lieber mehr in Bildung als in Familien investieren" nicht gelten lässt.