NA ENDLICH, dachte ich mir, als sich die Jungs den Mund zugehalten haben. Endlich wehren sie sich mal gegen all die Zensur, Kontrolle und Ignoranz der FIFA, die den Weltfußball zu einem raffgierigen, skrupellosen Unternehmen gemacht hat. Unter dem Vorwand, politische Statements raushalten zu wollen, betreibt die FIFA selbst das politische Geschäft von Despoten und untergräbt dabei die sportlichen Werte: Fairness, Vielfalt und Chancengleichheit, die Überwindung von sozialen und politischen Gegensätzen. DAS sind die Grundlagen des Sports, die Grundlagen seiner Kraft, Identität zu stiften, kollektive Begeisterung und sozialen Zusammenhalt zu schaffen.
Dafür muss der DFB jetzt endlich anfangen zu kämpfen. Sich mit anderen Fußballnationen verbünden, eine starke Strategie für die nächste WM-Vergabe entwickeln. Damit Länder, die die Menschenrechte mit Füßen treten, keine Weltmeisterschaft mehr ausrichten dürfen.
Sich vor laufender Kamera den Mund zuzuhalten, war ein Anfang.
Heute haben Spieler und Trainer wieder die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen. Wenn sie damit weitermachen, bleiben sie meine Helden. Selbst wenn sie verlieren.