Ilka Sobottke, evang Kirche
Würmer, Spinnen und Insekten krabbeln herum (Verkündigungssendung)
Jetzt im Herbst sind sie wieder überall zu sehen und vor allem zu hören.
Laubbläser, so laut wie Presslufthammer. Sie wirbeln Feinstaub aus Hundekot,
Gummiabrieb von Reifen und Schimmelpilzen auf.
Und vor allem: sie töten Insekten, kleine Frösche und andere Tiere.
Sie haben ihren Anteil daran, dass in den letzten dreißig Jahren dreiviertel der
Insekten bei uns verschwunden sind und entsprechend Vögel und andere Tiere,
die sich von Insekten ernähren.
Rund um unsere Kirche fegen wir den Gehweg. Damit niemand ausrutscht.
Aber sonst darf das Laub liegen bleiben, zwischen den Sträuchern und den Blumen.
Es verrottet langsam, schützt die Erde und bietet Nährstoffe.
Rosen freuen sich besonders über die Wärme unter zusammengerechtem Laub.
Auf und unter den modernden Blättern gedeihen lauter kleine Lebewesen:
Würmer, Spinnen und Insekten krabbeln herum.
Der Rest kommt auf einen großen Haufen. Das macht Arbeit.
Dafür macht sich da das Leben breit.
Schmetterlingslarven, Marienkäfer und Falter und vielleicht auch wieder ein Igel.
Wenn Kinder in unserem Garten sind, schreien sie oft als hätten sie Monster entdeckt, dabei ist es nur ein Hundertfüßer oder Ohrenkneifer.
Wenn ich ihnen verrate wie die heißen, brüllen sie noch mehr.
Sie erklären sie bräuchten Gummihandschuhe,
wollen sie nicht berühren, ekeln sich.
Manche haben sonst nie Begegnung mit Insekten.
Aber nach einer Weile, wenn wir sie in kleinen Lupengläsern angucken,
finden sie es doch spannend.
Der Platz um unsere Kirche ist nur ein kleines Stück Grün in der Stadt.
Aber wenn jemand sagt ‚Es ist sehr gut‘, macht mich das glücklich.
Genauso wie die Spatzen, die Fledermäuse und das Käuzchen.