Dorothea Riedinger-Fink, katholische Kirche: Wie Anna die Geburt ihrer Schwester erlebt hat? (Vekündigungssendung) Die kleine Anna fährt unten am Gaswerk Schlittschuh. Ihren Bruder Karl hat sie auf dem Schlitten im Schlepptau. Der Vater hat sie den ganzen Nachmittag zum Spielen rausgeschickt. Gegen fünf Uhr geht Anna mit Karl nach Hause. Dort angekommen traut Anna ihren Augen nicht. Ihre Mutter liegt im Bett und neben ihr ein Baby. Anna will wissen, wo das Kind herkommt. Die Mutter erzählt ihr, dass der Storch das Kind gebracht hätte. Er hätte der Mutter außerdem in den Fuß gebissen. Deshalb müsse sie jetzt auch im Bett liegen. Anna ist misstrauisch. Schließlich war sie draußen und da hat sie keinen Storch gesehen. Nach einer Weile sagt sie, dass der Storch das Kind ja auch zu Frau Stüber hätte bringen können. Sie wohnt im gleichen Haus und hat keine Kinder. „Wir sind jetzt ja sieben (Kinder)!“ Die Mutter sagt daraufhin zu Anna: „Weißt du, Kinder sind Geschenke Gottes!“ Die Geschichte ist wirklich passiert. Am 28. Januar 1907. Anna hat die Geschichte der Geburt ihrer Schwester Margarete einige Jahre später in ihr Tagebuch aufgeschrieben. Für die kleine Anna ist der Gedanke an ein weiteres Geschwisterkind damals schlimm gewesen: Noch mehr teilen, noch mehr Rücksicht nehmen, noch weniger Aufmerksamkeit der Eltern. Dann sagt die Mutter aber etwas ganz Wichtiges zu Anna: „Kinder sind Geschenke Gottes!“ Anna ist dieser Satz im Gedächtnis geblieben. Deshalb hat sie die Geschichte in ihrem Tagebuch festgehalten. Ihr ist klar geworden: Egal, in welche Lebenslage ein Kind hineingeboren wird, unabhängig als wievieltes Kind es auf die Welt kommt, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, es gesund oder krank ist, es von den Eltern gewollt ist oder nicht; und ganz egal, was später einmal aus ihm wird: Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes! Jedes Leben ist Geschenk!