Heute, am 25. Juli, steht der Apostel Jakobus im Kalender. Wir fügen hinzu: Jakobus der
Ältere, denn zum Kreis der Apostel gehört ein Namensvetter – der wird der Einfachheit
halber „Jakobus der Jüngere“ genannt. Und damit nicht genug: Es gibt auch noch
Jakobus, den Bruder des Herrn (Galater 1,19), dem z.B. auch der Jakobusbrief
zugeschrieben wird. Also: Verwirrende Vielfalt! In früheren Jahrhunderten neigten die
Ausleger dazu, vermutlich um der Einfachheit halber, verschiedene „Jakobusse“
miteinander gleichzusetzen. Bis heute streiten sich die Ausleger, wer nun genau wer ist
und wie es um die Verwandtschaftsverhältnisse genau bestellt ist. Doch legen wir das
„Unser“ Jakobus, das steht fest, ist der ältere Bruder von Johannes. Sie beide sind die
„Zebedäussöhne“, die von Jesus den bezeichnenden Zunamen „Boanergés“ (Markus
3,17) bekommen, was so viel wie „Söhne des Donners“ heißt. („Die in der Schlacht das
Kampfgeschrei anstimmen“). Diese beiden Brüder stellten bei Jesus auch den überaus
bescheidenen Antrag, doch zu seiner Linken und zu seiner Rechten in seiner Herrlichkeit
sitzen zu dürfen (Markus 10, 35-40). Jesus antwortet: „Ihr wisst nicht, um was ihr da
bittet“, entgegnete Jesus. „Könnt ihr den bitteren Kelch trinken, den ich trinken
werde, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werden muss?“ – „Das
können wir!“, erklärten sie. Da sagte Jesus zu ihnen: „Den Kelch, den ich trinke,
werdet ihr zwar auch trinken, und die Taufe, mit der ich getauft werde, werdet auch
ihr empfangen. Aber darüber zu verfügen, wer an meiner rechten und an meiner
linken Seite sitzen wird, das steht nicht mir zu. Wer dort sitzen wird, das ist von
Gott bestimmt.“ Nehmen wir noch die Geschichte hinzu, in der Jakobus und Johannes
dem Herrn den Vorschlag machen, Feuer vom Himmel auf die Samaritaner fallen zu
lassen , die ihnen auf der Wanderung nach Jerusalem die Gastfreundschaft verweigerten
(Lukas 9,54) – dann ergibt sich ein wenig liebenswertes Bild von Jakobus: hitzköpfig,
aufbrausend, selbstüberschätzend – wirkliche „Donnerskinder“! Und doch: Sie beide und
Petrus bildeten so etwas wie einen inneren Zirkel innerhalb des Apostelkreises, die
Jesus in besonderen Situationen mitnahm – so zur Auferweckung der Tochter des Jairus
(Lukas 8,51), auf den Berg seiner Verklärung (Lukas 9,28) und in den Garten
Gethsemane (Markus 14,33). Und wir staunen über die Langmut und Demut von Jesus,
sich mit solchen Leuten zu umgeben. Mit wieviel Geduld ist er den Prozess der inneren
Umgestaltung und Neuwerdung mit ihnen gegangen – und geht ihn bis heute mit dir und
Kehren wir noch einmal zu dem „bitteren Kelch“ zurück, von dem zu trinken Jesus
tatsächlich dem Jakobus in Aussicht stellte und von dem er noch so im Brustton der
Überzeugung sagte, dass er ihn selbstverständlich trinken könnte. Es sollte bald so