
Sign up to save your podcasts
Or


Am 2. Juli 1969 geht Brian Jones auf seinem Anwesen Cotchford Farm schwimmen. Wenige Stunden später ist der Gründer der Rolling Stones tot. Er wird nur 27 Jahre alt. Der offizielle Befund lautet: Tod durch Unglücksfall.
Am 1. April 1984 fallen im Haus der Familie Gaye in Los Angeles zwei Schüsse. Marvin Gaye, einer der größten Soulstars aller Zeiten, wird von seinem eigenen Vater erschossen – mit einem Revolver, den Marvin ihm wenige Monate zuvor selbst gegeben hatte.
Was zunächst wie die tödliche Eskalation eines Familienstreits aussieht, führt tief in eine Vater-Sohn-Beziehung, die Marvin Gaye sein ganzes Leben begleitet. Sein Vater ist strenger Prediger, gewalttätiger Erzieher und zugleich der Mann, dessen Anerkennung Marvin schon als Kind unbedingt gewinnen will.
Malte Asmus rekonstruiert Marvins Weg vom Elternhaus in Washington über Motown und What’s Going On bis zu seinem Comeback mit Sexual Healing – und zu seiner Rückkehr ins Haus seiner Eltern. Dort treffen 1983 zwei Männer wieder aufeinander, deren Verhältnis seit Jahrzehnten von Liebe, Angst, Anerkennung und Macht geprägt ist.
Was geschah in den letzten Minuten vor den tödlichen Schüssen? Warum musste Marvin Gay Senior für die Tötung seines Sohnes nicht ins Gefängnis? Und was ist von der späteren Überzeugung einiger Menschen aus Marvins engstem Umfeld zu halten, Marvin könnte die tödliche Eskalation selbst provoziert haben?
Am Ende führt der Fall zu einer größeren Frage: Warum können wir uns manchmal gerade von den Menschen nicht lösen, die uns am meisten verletzt haben?
Verwendete Video- und O-Ton-Quellen:
Marvin Gaye – Dokumentation / Interviews und Zeitzeugen:
Marvin Gaye – Final 24 / Zeitzeugen und Familie:
Marvin Gaye – Interviews, Zeitzeugen und Aussagen zu seinen letzten Lebensjahren:
Journalistische und biografische Quellen:
Los Angeles Times – zeitgenössischer Bericht über Marvin Gayes Tod:
UPI – Bericht vom 1. April 1984:
Washington Post – Bericht unmittelbar nach der Tat:
Washington Post – Marvin Gay Senior über die tödlichen Schüsse:
Washington Post – Aussage von Alberta Gaye:
Washington Post – über Marvin Gaye und das Verhältnis zu seinem Vater:
Washington Post – Rückblick auf den Marvin Gaye Day 1972:
PBS American Masters – Marvin Gaye: Career Timeline:
David Ritz: Divided Soul: The Life of Marvin Gaye – biografische Grundlage und überlieferte Aussagen Marvin Gayes.
Psychologische Hintergründe / Bindungsforschung:
Überblick zur desorganisierten Bindung und dem Konflikt zwischen Bindungsbedürfnis und Angst gegenüber derselben Bezugsperson:
Meta-Analyse zum Zusammenhang zwischen Misshandlung in der Kindheit und Bindungsmustern im Erwachsenenalter:
Überblick über frühe belastende Beziehungserfahrungen und mögliche Auswirkungen auf spätere Beziehungen:
Hinweis: Die in dieser Folge dargestellten psychologischen Forschungsergebnisse dienen der Einordnung allgemeiner Bindungsmechanismen. Sie erlauben keine nachträgliche psychologische oder psychiatrische Diagnose Marvin Gayes. Aussagen über seine möglichen Absichten am 1. April 1984 werden als Aussagen beziehungsweise spätere Interpretationen von Familienmitgliedern und Weggefährten kenntlich gemacht.
KI-Hinweis: Bei Recherche, Strukturierung und redaktioneller Bearbeitung dieser Episode kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die redaktionelle Verantwortung für Auswahl, Einordnung und Darstellung der Inhalte liegt beim Autor.
Kanye West wird belächelt, als er Rapper werden will. Die Musikindustrie sieht in ihm vor allem einen Produzenten. Kanye glaubt trotzdem an sich – und behält recht. Er wird zum Weltstar, verändert den Sound des Hip-Hop und beweist später mit Yeezy, dass seine Ideen auch außerhalb der Musik Milliarden wert sein können.
Immer wieder macht Kanye dieselbe Erfahrung: Andere zweifeln, Kanye hört nicht auf sie – und setzt sich durch.
Doch was passiert, wenn aus Selbstvertrauen irgendwann Selbstgewissheit wird? Wenn ein musikalisches Genie beginnt zu glauben, auch außerhalb seiner Kunst mehr zu erkennen als andere?
Bei Tatort Musik rekonstruieren wir den Aufstieg von Kanye West und die Entstehung des Mythos Kanye: vom unterschätzten Produzenten über „The College Dropout“, den Tod seiner Mutter Donda, Taylor Swift und Yeezy bis zu Donald Trump, seiner Präsidentschaftskandidatur und den antisemitischen Äußerungen, die ihn 2022 einen großen Teil seines wirtschaftlichen Imperiums kosten.
Und trotzdem ist auch dieser Absturz nicht das Ende. 2024 steht Ye mit „Vultures 1“ und „Carnival“ wieder an der Spitze der US-Charts. Anfang 2026 entschuldigt er sich für seine antisemitischen Äußerungen und führt sein Verhalten auf eine bipolare Störung zurück.
Der Fall Kanye West zeigt, wie leicht außergewöhnlicher Erfolg mit außergewöhnlicher Urteilskraft verwechselt werden kann – von anderen und irgendwann vielleicht auch von einem selbst.
Denn Erfolg kann beweisen, dass eine Idee funktioniert. Aber niemals, dass ein Mensch immer recht hat.
Quellen und weiterführende Videos
• Kanye West
https://www.youtube.com/watch?v=5Z-x5m1r4WE
• Kanye West / Hurricane Katrina: „George Bush doesn't care about black people“
https://www.youtube.com/watch?v=9pVTrnxCZaQ
• Kanye West bei den MTV Video Music Awards 2009https://www.youtube.com/watch?v=PwTx1VuMlqo
• Kanye West bei Jay Leno:
https://www.youtube.com/watch?v=A6bgSITBrVQ
• Kanye West bei Jimmy Kimmel
https://www.youtube.com/watch?v=PmZjaYdS3fA
• Kanye West bei TMZ 2018
https://www.youtube.com/watch?v=s_M4LkYra5k
• Kanye West hält sich für Warhol
https://www.youtube.com/watch?v=kTco4tLgB2o
• Ye bei Alex Jones / Infowars 2022
https://www.youtube.com/watch?v=OOf6EsAcM-g
Hinweis zur Produktion:
Bei Recherche, Strukturierung und redaktioneller Bearbeitung dieser Folge wurde KI unterstützend eingesetzt. Die journalistische Auswahl, Bewertung und Endredaktion erfolgten durch die Redaktion von Tatort Musik.
Quellen und O-Töne
From the publisher's feed