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Wenn sich ein geliebter Mensch das Leben nimmt, bleiben tausend Fragen, unbeschreibliche Trauer, Schuldgefühle und manchmal auch Wut. Henryk Mainusch hat seine Frau durch einen Suizid verloren. Aus dem Gefühlschaos danach ist für ihn ein Auftrag geworden: Er hat eigene Gruppen für Angehörige ins Leben gerufen, leitet sie bis heute und engagiert sich in der Aufklärung über Suizid und Suizidprävention.
Mit Eric spricht er sehr offen über die Zeit vor und nach dem Tod seiner Frau. Und er räumt mit Mythen auf: Viele Suizide sind verhinderbar. Henryk erklärt, woran man erkennen kann, dass ein Mensch in einer suizidalen Krise steckt, warum das direkte Ansprechen nicht gefährlich ist, sondern schützt, und wie man Menschen selbst im allerletzten Moment noch erreichen und retten kann. Er erzählt auch, wie viele Menschen, die einen Suizidversuch überlebt haben oder davon abgehalten wurden, im Nachhinein dankbar dafür sind. Ein Gespräch darüber, warum Wissen über diese Situationen Leben retten kann, über die Kraft der Offenheit, über Selbstwirksamkeit in der Trauer und darüber, warum Schweigen das größte Risiko ist.
TelefonSeelsorge
Berliner Krisendienst in jedem Berliner Bezirk 24/7
[U25] Online-Mailberatung für unter 25-Jährige in (suizidalen) Krisen
AGUS e.V. Angehörige um Suizid
ApK (Landesverband Berlin e.V. Angehörige psychisch erkrankter Menschen)
Im Hauptberuf ist Jan Gorkow alias Monchi Sänger der Punkband "Feine Sahne Fischfilet", aber mittlerweile hat er es auch als Autor mit zwei Büchern auf Platz 1 der Bestsellerliste geschafft. Aktuell mit "Jenseits der Brandmauer". Bekannt geworden ist er auch durch sein gesellschaftliches und politisches Engagement gegen den zunehmenden Rechtsruck in seiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern. Mit Eric redet er über die Liebe zur ostdeutschen Provinz und den Menschen, die dort leben, auch wenn er ihre politischen Ansichten nicht teilt. Ein Gespräch, das Mut macht: über Engagement statt Depressionen und Lust aufs Leben statt in der Trauer hängenzubleiben. "Die schlechten Tage kommen von selbst, die Guten muss man sich erkämpfen." (Monchi)
Ihre Oma war unheilbar krank und ihr Opa hat versprochen, sie sterben zusammen. Die Großeltern von Hanna Heim haben entschieden gemeinsam aus dem Leben zu gehen: durch assistierten Suizid. Rational wird die Entscheidung respektiert, aber die Herzen der Angehörigen, ihre Gefühle bekommen zu wenig Raum. Wohin mit der Trauer und Wut und der emotionalen Überforderung mit der Situation? Ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen mit diesem Suizid hat Hanna Heim zu ihrem ersten Roman bewegt: „Hofsommer“. Im Gespräch mit Eric wünscht sie sich einen offeneren Umgang mit dem Thema und eine bessere psychologische Betreuung der oft überforderten Angehörigen. Denn, so Hanna heute: „Für die (ihre Großeltern) war total klar, dass sie sterben, aber ich war noch nicht so weit. Das hätte man alles viel besser machen können.“
Birgit Fuß schreibt über Musik. Bands, Bücher, Artikel– das ist ihr Leben. Und dann lernt sie jemanden kennen, der wie sie auch beim Rolling Stone schreibt. Erst verliebt sie sich in seine Mailtexte. Dann in ihn. Es folgt ein Jahr. Sie sagt selbst: unfassbar glücklich. Dann stirbt er. Nach kurzer schwerer Krankheit in ihren Armen.
In Ihrer Trauer wird noch klarer, wie groß diese Liebe war. Und wie wenig Zeit sie hatten. Zu wenig. Jahre später schreibt sie ein Buch darüber, klar, warm und unglaublich nahbar. Aber nicht verklärend. Sie schreibt nicht um abzuschließen, sondern weil Schreiben das ist, was sie kann. Was sie kennt. Was hilft.
Heute arbeitet sie noch als Journalisten, aber sie begleitet auch andere Menschen durch genau das, was sie selbst durchgemacht hat. Nah dran, weil sie weiß, wie sich das anfühlt. Mit Eric redet sie über das glücklichste Jahr ihres Lebens. Über den schlimmsten Moment. Und darüber, was danach kommt.
Am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung begleitete Catherina Hinz eine Studie darüber, wie unsere alternde Gesellschaft dem Tod begegnen will. Wie sind wir persönlich und unsere Gesellschaft darauf vorbereitet, dass in zehn Jahren die Generation der Boomer (Jg 1955 – 1964) in ein mehr pflegebedürftiges Alter komm? Und wie gehen wir damit um, dass diese zahlenmäßig große Generation andere Lösungen für das Altwerden, den Sterbeprozess und auch für die Bestattungen brauchen wird? Nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ stellte die Studie Fragen: Wollen die Boomer in Altersheimen leben? Wie stellen sie sich ein gutes Lebensende vor? Wie können sich Kommunen und Angehörige in Zukunft auf diese Herausforderungen vorbereiten?
Buchtipp: "Roland Schulz – So sterben wir"
Link zur Studie aus dem Institut:
„Die toxische Beziehung zu meiner Mutter – und wie ich lerne loszulassen“ – so lautet der Untertitel des Buches von Franziska Hohmann. Ein Titel, der zunächst hart und eindeutig wirkt. Und doch sagt sie heute: „Ich weiß jetzt, dass sie auch in ihren guten Zeiten eine schwerkranke Frau war.“ Im Gespräch mit Eric erzählt sie offen, schonungslos und zugleich mit großer Klarheit von ihrer Kindheit mit einer schwer depressiven Mutter. Eine Beziehung, die von Anfang an belastet ist – geprägt von Distanz, Brüchen und dem Aufwachsen bei Pflegeeltern und Großeltern. Die Krankheit der Mutter wirkt weit über die Kindheit hinaus und prägt auch Franziskas eigenes Leben bis ins Erwachsenenalter – bis hin zur eigenen Alkoholabhängigkeit. Und dennoch entwickelt sich aus dieser Geschichte etwas, das zunächst nicht erwartbar ist: ein vorsichtiges, ehrliches Loslassen. Heute arbeitet Franziska Hohmann als systemischer Coach und begleitet andere Menschen in Veränderungsprozessen, die oft genau dort beginnen: bei der eigenen Geschichte.
Der österreichische Kulturwissenschaftler und Philosoph Thomas Macho beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Ende des Lebens, dem Sterben und Suizid. Dabei versucht er immer eine beobachtende und nicht wertende Position einzunehmen und kann durch seine Studien sehr genau beschreiben, wie sich unser gesellschaftlicher und kultureller Blick aufs Sterben und den selbstgewählten Tod verändert hat. Ein Gespräch über die neue Sichtbarkeit des Todes, die Vielfalt des künstlerischen Umgangs damit und unser Verhältnis zum Suizid.
Dazu gibt es jede Menge Literatur- und Film-Empfehlungen in dieser Folge:
Filme:
Alles, was wir im Leben machen, können wir im Nachhinein noch mal reflektieren oder besprechen, nur das Sterben nicht. Trotzdem machen sich viele Menschen eine Illusion davon. Wie auch im Leben, so wollen sie auch im Sterben „alles richtig machen“. Die Soziologin Dr. Irmhild Saake von der Universität München forscht seit vielen Jahren zum Bild unserer Gesellschaft über das „gute Sterben“ und sie wünscht sich, dieses Ideal wieder etwas zu relativieren. Damit möchte sie den Sterbenden, den Familien und auch den Pflegekräften den Druck nehmen, selbst diesen letzten Schritt in unserem Leben noch optimieren zu wollen. Ein Gespräch darüber, dass sich niemand mit dem Sterben auseinandersetzen sollte, der das nicht will und dass es dann eben doch meist anders kommt als wir es uns gewünscht haben und wir sicher sein können, dass es am Ende immer „richtig“ ist.
Als Zukunftsforscher blickt Matthias Horx seit vielen Jahrzehnten auf kulturgesellschaftliche Veränderungen und den Wandel. Trauerkultur ist ihm dabei ein wichtiges Anliegen. Sein Institut hat unter anderem mit dem „Campus Vivorum“ gemeinsam mit Institutionen und Verbänden einen experimentellen Friedhof der Zukunft entwickelt, einen heilsamen Ort für Trauer. Horx hält solche Orte, also den Raum für Trauer für äußerst wichtig, auch wenn sich der Umgang mit Tod und Trauer in unserer Gesellschaft bereits sehr verändert hat.
Ein Gespräch über Individualität und Intimität von Tod und Trauer und darüber, dass wir unsere Humanität verlieren, wenn wir nicht mit Verlusten umgehen und sie integrieren können. „Trauer ist eine existentielle Gesundheitsoperation des Menschen. Wir werden krank, wenn wir nicht trauern können.“
Link: Family-Horx - Horx Future GmbH
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