Ramadan in Istanbul, 72 Stunden Nieselregen, Museumsmarathon, Katzenkönigreich – und die Frage, warum nicht jeder von uns den gleichen „Reset“-Traum hat.
Osterspecial aus Istanbul: verrauchte Stimme, neues Intro und Mr. G. als heimlicher Executive Producer.
Durch den Dauerregen verlege ich meinen Fokus auf Kultur: Mit der Museumskarte gehe ich für wenige Euro in den Topkapı‑Palast, Museen und nutze parallel die Istanbul‑Karte, um kostenlos mit Bus, Bahn und Fähre zwischen Europa‑ und Asienseite zu pendeln – samt Abstecher zum Prinzessinenturm vor Üsküdar.
Dazu kommen kleine Beobachtungen: verwöhnte Straßenkatzen, die Nüsse verweigern, volle Museen zur Feiertagszeit und der Kontrast zwischen Istanbul und Orten wie Indien oder einem ruhigen Dorf in Brandenburg.
Wie in Kars stelle ich auch hier wieder meine „Ein‑Jahres‑Reset“-Frage – diesmal der Rezeptionistin und einem Handwerker im Hostel:
Die Reaktionen reichen von „Ich bin glücklich, ich will das Geld gar nicht“ bis zur Idee, das Geld in Bildung zu stecken, einen besseren Job zu finden und den Betrag zurückzuzahlen – und machen deutlich, dass nicht alle meinen Reisetraum teilen und viele mit einem einfachen, stabilen Leben zufrieden sind.
Zum Schluss reflektiere ich mit Carl Jung über Selbstwerdung: Ob Flucht oder Suche – alles, was wir tun, ist Teil dessen, wer wir werden, und diese dreieinhalb Monate on the road haben sich angefühlt wie mehrere Jahre Leben in Verdichtung.
Mit diesem Gedanken verabschiede ich mich in eine kurze Osterpause, bevor es im Mai weitergeht nach Nordspanien, Südfrankreich und Portugal – inklusive eines besonderen Ortes mit persönlicher Bedeutung.