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Gestern ging es doch noch. Und heute? Keine Chance.
Das Pferd, das gestern eine Aufgabe scheinbar selbstverständlich lösen konnte, wirkt heute, als hätte es noch nie davon gehört. Genau an diesem Punkt entsteht schnell Frust – und häufig der Impuls, die Sache jetzt erst recht klären zu wollen.
Aber bedeutet „Es geht heute nicht“ tatsächlich, dass dein Pferd es nicht gelernt hat?
In Folge 6 von The Missing Piece sprechen wir darüber, warum gelerntes Verhalten und erlernte Bewegungen nicht unter allen Bedingungen gleichermaßen abrufbar sind. Eine veränderte Umgebung, andere innere oder äußere Reize, eine höhere Grundspannung oder schlicht die Tagesform können verändern, worauf ein Pferd in diesem Moment zugreifen kann.
Und dann stellt sich eine entscheidende Frage:
Muss ich dieses Problem jetzt wirklich lösen?
Wir sprechen darüber, warum es manchmal klüger ist, auf etwas sehr Einfaches zurückzugreifen oder die ursprüngliche Aufgabe ganz zu verlassen, statt eine Diskussion zu beginnen, in der das Pferd kaum noch aufnahmefähig ist.
Außerdem geht es um:
Besonders wichtig wird dabei ein Gedanke: Es gibt keine Strategie, die für jedes Pferd richtig ist.
Bei einem Pferd kann Absteigen in einer schwierigen Situation Sicherheit schaffen und ihm helfen, wieder handlungsfähig zu werden. Bei einem anderen kann genau das Gegenteil sinnvoll sein. Entscheidend ist deshalb nicht eine allgemeine Regel, sondern dass du dein Pferd immer besser lesen und einschätzen lernst.
Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Fähigkeiten im Pferdetraining:
Nicht jedes Problem sofort lösen zu wollen – sondern zu erkennen, welches Problem heute überhaupt lösbar ist.
🎧 Folge 6: Du musst nicht jedes Problem lösen
Folge 5: Suchst du noch Probleme oder schon Lösungen?
Warum hebt mein Pferd den Kopf? Warum funktioniert das Angaloppieren nicht? Warum knickt es auf einer Seite weg? Und warum ist etwas, das gestern noch gut funktioniert hat, heute plötzlich wieder schwierig?
Im Pferdetraining sind wir schnell dabei, das zu bewerten, was wir sehen. Wir entdecken ein Problem und beginnen unmittelbar damit, nach einer Lösung zu suchen. Ein anderes Gebiss, eine andere Übung, mehr Wiederholungen, mehr Korrektur.
Doch was, wenn das sichtbare Problem gar nicht das eigentliche Problem ist?
In dieser Folge von The Missing Piece sprechen wir darüber, warum es sich lohnt, einen Schritt früher anzusetzen: beim Beobachten.
Ein Pferd, das den Kopf hochträgt, zeigt zunächst einmal genau das: Es trägt den Kopf hoch. Was wir daraus machen – „widersetzlich“, „falsch geritten“, „muss mehr an den Zügel“ – ist bereits unsere Interpretation.
Und genau hier beginnt eine der großen Herausforderungen im Pferdetraining.
Wir sprechen darüber, warum wir so gerne am sichtbaren Symptom arbeiten und weshalb manche Lösungen kurzfristig tatsächlich eine Verbesserung bringen können, ohne den Kern des Problems zu verändern.
Wenn wir lange genug an einer sichtbaren Auffälligkeit arbeiten, kann sie irgendwann verschwinden. Aber bedeutet das automatisch, dass sich auch die Voraussetzungen für eine gute Bewegung verändert haben?
Am Beispiel der Kopf-Hals-Haltung schauen wir darauf, warum das, was vorne am Pferd sichtbar wird, nicht isoliert betrachtet werden kann. Mittelhand, Hinterhand, Stabilität und die gesamte Organisation des Körpers spielen dabei eine Rolle.
Statt ausschließlich das sichtbare Ergebnis zu korrigieren, lohnt sich deshalb eine andere Frage:
Was muss sich im System verändern, damit das gewünschte Ergebnis von selbst entstehen kann?
Auch wir selbst sind Teil dieses Systems.
Gedanken, Erwartungen und frühere Erfahrungen verändern unsere Körperspannung – manchmal so subtil, dass wir selbst davon kaum etwas bemerken.
„Jetzt müssen wir angaloppieren.“
Ein einziger Gedanke kann ausreichen, damit sich im eigenen Körper bereits etwas verändert. Und das Pferd bekommt diese Veränderung mit, lange bevor wir bewusst wahrnehmen, dass wir gerade anders sitzen, atmen oder Spannung aufbauen.
So können sich über die Zeit Muster zwischen Pferd und Mensch entwickeln, die sich gegenseitig verstärken.
Wir sprechen außerdem darüber, was passiert, wenn tatsächlich eine körperliche Auffälligkeit vorhanden ist.
Denn natürlich bedeutet „weniger bewerten“ nicht, Probleme zu ignorieren.
Es macht jedoch einen Unterschied, ob ich etwas wahrnehme und überlege, wie ich mein Pferd sinnvoll unterstützen kann, oder ob ich während des gesamten Trainings nur noch nach diesem einen Problem suche und jede Bewegung darauf zurückführe.
Manchmal verändert sich eine Trainingseinheit bereits deutlich, wenn wir aufhören, permanent nach dem Fehler zu suchen.
Gutes Pferdetraining braucht deshalb nicht nur Wissen über Bewegung, Übungen und Hilfengebung.
Es braucht die Fähigkeit, hinzusehen.
Was verändert sich tatsächlich? Was funktioniert heute? Was funktioniert nicht? Unter welchen Bedingungen wird etwas leichter? Und welche kleinen Veränderungen übersehen wir vielleicht, weil wir zu sehr auf das schauen, was noch nicht funktioniert?
Trainingstagebuch, Fotos und Videos können dabei wertvolle Werkzeuge sein. Besonders spannend wird es, wenn Bilder aus vergleichbaren Perspektiven über mehrere Wochen entstehen. Plötzlich werden Entwicklungen sichtbar, die im Alltag leicht untergehen.
Denn der Körper des Pferdes erzählt uns viel darüber, was unser Training bewirkt.
Beobachte dich selbst einmal dabei, wie schnell du bewertest.
Nicht nur beim Pferd.
Wie schnell wird aus einer Beobachtung ein „gut“, „schlecht“, „richtig“, „falsch“ oder „das ist ein Problem“?
Und dann probiere beim nächsten Training etwas aus:
Beobachte zuerst. Bleib neugierig. Und entscheide erst danach, was deine Beobachtung bedeuten könnte.
Vielleicht entdeckst du dabei etwas, das du bisher übersehen hast.
🎧 The Missing Piece – der Podcast für alle, die Pferdetraining neu denken möchten.
Weniger schnelle Lösungen. Mehr Verständnis für die Zusammenhänge hinter Bewegung, Verhalten und Lernen.
Folge 4: Geschichten, die das Hirn schreibt
„Mein Pferd ist faul.“
Unser Gehirn liebt einfache Erklärungen. Wir stecken Erlebnisse in Schubladen, vergeben Stempel – und irgendwann halten wir die Geschichte, die wir uns erzählen, für die Wahrheit.
In dieser Folge sprechen wir darüber, wie unsere eigenen Bewertungen unsere Wahrnehmung und sogar unseren Körper beeinflussen. Denn wenn wir schon vor dem Angaloppieren denken „Das wird sowieso wieder nicht funktionieren“, kann genau diese Geschichte sichtbar und spürbar werden – und zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.
Es geht um den Unterschied zwischen Beobachten und Bewerten, um ungefragte Meinungen von außen, negative Gedankenspiralen und die vermeintlich einfache Lösung, nach der wir so gerne suchen.
Und vor allem geht es um die Frage:
Welche Geschichte erzählst du dir über dich und dein Pferd – und ist sie wirklich wahr?
Wir laden dich ein, einmal wertfrei hinzuschauen: Was habe ich? Was hätte ich gerne? Was kann ich tatsächlich verändern? Denn manchmal liegt genau dort das nächste fehlende Puzzleteil.
Folge 3: Die große Verarsche
„Mein Pferd verarscht mich.“ – ein Satz, den wahrscheinlich jeder schon einmal im Stall gehört oder sogar selbst gedacht hat.
Aber macht dein Pferd wirklich etwas mit Absicht? Oder steckt hinter vermeintlicher Arbeitsverweigerung etwas ganz anderes?
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum es einen entscheidenden Unterschied macht, ob wir denken „Mein Pferd will nicht“ oder beginnen zu fragen: „Warum kann mein Pferd das gerade nicht?“
Es geht um Tagesverfassung, Aufmerksamkeit und sensorische Überforderung, um individuelles Aufwärmen und darum, weshalb Wind, Umwelt und andere Reize plötzlich darüber entscheiden können, was für dein Pferd abrufbar ist.
Außerdem sprechen wir darüber, warum scheinbar banale Probleme – vom Angaloppieren bis zum Hufegeben – einen guten Grund haben können und weshalb Machbarkeit statt Durchsetzen häufig der viel nachhaltigere Weg ist.
In dieser Folge erfährst du:
Eine Folge über einen Perspektivwechsel, der ziemlich viel verändern kann:
Vielleicht verarscht dich dein Pferd nicht. Vielleicht zeigt es dir gerade ziemlich deutlich, wo ihr ansetzen müsst.
Folge 2 | Bloß keine Fehler machen
Warum haben wir so große Angst davor, Fehler zu machen – und was macht das eigentlich mit uns und unseren Pferden?
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Perfektion oft zum größten Hindernis für echte Entwicklung wird. Du erfährst, weshalb Fehler wertvolle Informationen sind, warum dein Pferd nicht nach Perfektion strebt und wie ein anderer Blick auf Fehler dein gesamtes Training verändern kann.
Denn manchmal beginnt Fortschritt genau dort, wo wir aufhören, alles richtig machen zu wollen.
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