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Drei Minuten? Können ganz schön lang sein. Besonders, wenn man nix so richtig zu tun hat. Die Partygäste? Standen rund um die Tanzfläche und äugten in die Runde. Erwartungsvoll. Nichts Nennenswertes passierte. Viele guckten natürlich? Mich an.
Nun, ich für meinen Teil hatte ordentlich zu tun. Zum Beispiel? Den Kopf zerbrechen.
`Womit könnte ich die träge Masse jetzt wohl in Bewegung setzen? Schneller? Oder langsamer?´
Der koreanische Mega-Konzern hatte jedoch darauf bestanden, dass ich alles zusammen anbieten müsse. Also war ich heute sowas wie die Eier-legende-Wollmilchsau: Bandleader, Roadie, Mischer und irgendwann dann auch? DJ?
Aber schon klar. Musik? Das interessierte die meisten Business-Heinis? Gar nicht. Musik? War für die - bestenfalls! - so ne Art akustische Tapete, für die richtige Stimmung, so wie das Plätschern eines Brunnens beim Heilpraktiker.
„Ich glaub´s ja nich! Die Bude is tatsächlich gut besucht! Sonntags!“ Ralle schwankte zwischen Faszination und Empörung.
„Jap. Eindeutig. Nur die Mukke is nich so schwarz wie angekündigt…“ Ich übernahm für den Tag mal den Part der Geschmacks-Bullerei.
„Vielleicht grad´n Ausrutscher.“
„Hähä! Ja leck mich in de Täsch!“, flachste Rudi belustigt. „Die Einrichtung? Schon mal der Hammer! Alles von Beige bis Dunkelbraun!“
„Du hast Probleme! Hör doch mal die Mukke! Geht ja gar nich!“, meldete sich Reinhard.
„Wollt Ihr hier wirklich rein?“ Gisi schnupperte skeptisch.
„Na kommt schon! Ist doch mal ganz lustig!“, versuchte ich Fluchtreflexe zu zähmen. „Zumindest mal auf ein Bierchen!“
„Scheiße! `Jenseits von Eden´! Wer hat die Schmonzette noch mal verzapft?“, brummelte Reinhard.
Der Mann glaubte seine geschriebenen Fantasie-Produkte fast so wie Wladimir Putin die hauseigene Propaganda. Der eine wurde mit der Zeit selbst zu Old Shatterhand, der andere glaubt, dass er - vor maskuliner Kraft strotzend - tatsächlich mit nacktem Oberkörper reiten könne. Auf wilden Grizzlies…
Kurz wollte ich die Annahme des Geräts verweigern. So, wie ich auch nen Schierlingsbecher zurückgewiesen hätte. Kurz schwebte das Handy also - fast wie ne feindliche Kampfdrohne - über meinem Mischpult. Ne Sekunde nur, dann griff ich zu. Wie zum Henker sollte ich den innigen Herzenswunsch der Braut verweigern? Das? Ging schlecht. Eklat vorprogrammiert. Auch wenn es die Gesamtästhetik der Party ruinieren würde. Unwiederbringlich!!
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