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Eberhard Flamm aus Wyhl am Kaiserstuhl ist durch Heimweh zum Schreiben gekommen. Da lebte er in Niedersachsen und hatte "Heimweh noch minierer Sprooch, un wege dem hab ich dann aafange, uf Alemannisch Sache ufzuschriibe." Kurz, knapp, verdichtete Alltagsbeobachtungen. Gedruckt in Büchern, und auch im Radio zu hören: im SWR-Regionalprogramm als der "Manni vom Kaiserstuehl". Flamm findet, mit Alemannisch kann man alles ausdrücken. Und das tut er auf vielfältige Art und Weise.
Margot Müller , gebürtig aus Urloffen in der Ortenau, hatte da ein prägendes Erlebnis: Ihr Chef riet ihr vor langer Zeit, den Dialekt abzulegen, "wenn du was werde willsch". Keine Option für Margot Müller, denn für sie ist klar: "Mir hen trotzdem ebbis zu sage". Und Mundart "macht's Türli zum Herze uff."
Ludwig Hillenbrand, gebürtig aus dem Kinzigtal, lebt in Lahr. Er schreibt Texte über Alltägliches und Besonderes, und das seit langem. Dass es in Lahr einen OB gab, Philipp Brucker, der in Mundart sogar Bücher herausgab, machte ihm Mut, seinen Dialekt nicht nur privat zu nutzen. „Ha so ebbs“, so hieß sein erstes Buch. Sein Credo: „Spass macht m´r, de Litt zuez´heere un z´beobachte, wie sie alemannisch schwätze!“
"... ma muss es nur wölle": Für Valo Christiansen ist Alemannisch im wahrsten Sinn des Wortes die Muttersprache. Denn die Mutter hat daheim konsequent mit Valo Mundart geschwätzt, und das in Worms. Dort wuchs Valo auf, und noch weiter weg vom deutschen Südwesten liegt Valos heutiger Wohnort: Bochum. Aber Alemannisch kann man halt überall schwätzen, und das tut Valo Christiansen: auch bei Auftritten bei Lesungen und auf Slam-Poetry-Bühnen. Das ist preisgekrönt und vielfältig: Hier im Podcast gibt es als Kostprobe eineKindergeschichte von Valo.
Markus Manfred Jung aus dem Wiesental fühlt sich mit dem Begriff "Dichter" am besten charakterisiert: Seine Texte verdichten ja auch Erlebtes und Erdachtes. Er schreibt Gedichte, Theaterstücke und hat auch Klassiker wie "Max und Moritz" ins Alemannische übersetzt. Seine Diagnose, in der auch Hoffnung mitschwingt: "Die Sproch isch noch nit am Ussterbe."
Goschehobel, das sind Eberhard Jäckle, Urban Huber-Wölfle und Oliver Fabro. Wer Mundart spricht, weiß natürlich, was ein Goschehobel ist: die Mundharmonika. Wie die zur Namensgeberin des Trios wurde, erzählen sie hier. Die drei Musiker sind bekannt für Folkrock uf Alemannisch. Warum ihnen die Mundart am Herzen (und auf der Zunge) liegt, was sie mit Mick Jagger verbindet und wieso die Songzeile "furt sin die Wolke" beim Singen durchaus Probleme bereiten kann: Hört es euch an!
Marlies Lansche lebt in Dingelsdorf beim Bodensee. Sie schreibt, seit sie beim Übersetzen eines Asterix-Comics ins Alemannische merkte, wie viele Ausdruckskraft in der Mundart steckt. Schreiben ist für Marlies Lansche ein erfüllendes Hobby. Sehr gern engagiert sie sich im Projekt „Mundart in der Schule“, um ihren Beitrag zum Erhalt des Dialekts zu leisten. Und dabei hat sie gemerkt, viele Kinder kennen sich eben doch noch ganz gut aus in der Mundart.
Uli Führe, geboren in Lörrach, ist Musiker und Autor. In seinen Texten und Liedern geht es ihm um Fragen wie: "Wie gehen wir miteinander um?" Und er findet: "Es ist so schön, dass Menschen sich nicht verbiegen, damit sie in irgendeinen Mainstream hineinpassen." Das sagt er natürlich uf Alemannisch und freut sich über alle, die die Ausdruckskraft der Mundart nutzen.
Alemannisch un e Podcast – passt des zsämme? Natürlig! S Alemannisch isch kei verstaubts Museumsstuck, sundern e lebendigi Sproch.
Und wir von der Mundartgssellschaft möchten dazu beitragen, dass das Alemannische auch lebendig erhalten bleibt. Deshalb gibt es jetzt einen Podcast.
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