Offenheit als Innovationsprinzip
Wenn die Destination zur Datenquelle einer Maschine wird
Eine Destination war lange ein geografischer Raum
Dann wurde sie eine Marke, später eine Website, eine App, ein Datenhub.
Und nun möglicherweise etwas vollkommen Neues und sie wird eine Wissensquelle für künstliche Intelligenz.
Hier an diesem Punkt setzt das Gespräch im travelholics.media Bulli-Studio zwischen Adi Hadzimuratovic von destination.one und mir an
.
Was zunächst wie ein Austausch über touristische Datenbanken beginnt, entwickelt sich schnell zu einer grundsätzlichen Debatte darüber, wie Destinationen in einer zunehmend agentischen digitalen Welt überhaupt noch wahrgenommen werden.
Seit Jahren strukturieren touristische Organisationen Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Touren, Veranstaltungen, Öffnungszeiten, Wetter, Gastronomie und Unterkünften.
Und bislang bestand die zentrale Aufgabe darin, diese Informationen auf Websites, Apps und Informationssystemen so verfügbar zu machen, dass Reisende sie finden konnten. Das ändert sich aktuell grundlegend, denn generative KI verändert diese Logik.
Reisende müssen künftig möglicherweise nicht mehr selbst suchen, denn ihre digitalen Agenten suchen für sie.
Damit entsteht eine neue Zwischenebene zwischen Destination und Gast und der Algorithmus wird zum Leser touristischer Informationen.
Und plötzlich sind wir bei einer der ältesten Forderungen der Digitalisierung mit völlig neuer Bedeutung, wo
strukturierte Daten keine technische Nebensache sind, denn sie werden zur Voraussetzung von Sichtbarkeit.
Naja, „Sichtbarkeit“ ist möglicherweise bereits das falsche Wort, Adi spricht lieber von Relevanz, und das ist klug so.
In einer Welt nahezu unbegrenzter Contentproduktion ist es nicht besonders schwierig, digital vorhanden zu sein, wohingegen es schwierig wird, als verlässliche Quelle ausgewählt zu werden.
Mit One Intelligence versucht destination.one, dafür eine Infrastruktur zu schaffen: unterschiedliche Sprachmodelle, touristische Daten, Agenten und ein Marktplatz, über den Destinationen Entwicklungen miteinander teilen können.
Bei aller Technik nennt Hadzimuratovic als Kernaufgabe der Destination weiterhin das Erzeugen von Inhalten und Geschichten und begründet es auch sehr transparent.
Die Technologie verändert sich.
Die Aufgabe bleibt.
Und auch die Tourist-Information verschwindet nicht zwangsläufig.
Eventuell wird sie sogar zum archetypischen Modell der künftigen Customer Journey:
Ein Mensch berät einen Menschen. (krass!)
Aber anschließend nimmt dieser Mensch die Informationen digital auf seinem Smartphone mit.
Analog und digital sind dann keine konkurrierenden Welten mehr, sondern sie werden zwei Zustände derselben Beziehung.
Am Ende führt unser Talk im Oldtimer damit zu einer bemerkenswert einfachen Erkenntnis, die da lautet.
Die Destination der Zukunft braucht KI, sie braucht Daten, Schnittstellen und Agenten.
Aber sie braucht weiterhin Menschen, die wissen, warum jemand überhaupt dorthin reisen sollte.
Viel Freude beim #schlauhören!
Roman Borch Podcaster & Producer
Ist travelholics - der Podcast für Touristiker bei Instagram und freut sich dort über Abonnenten. ;-)
Achtung!
Und für alle, die mehr Podcast, Hintergründe und Goodies wollen:
Eine exklusive Einladung in den Travelholics Listeners Club