Johannes der Täufer, der geöffnete Himmel und der Beginn der neuen Schöpfung
Shownotes Unter Heiden Episode 26
Die Taufe steht am Anfang des christlichen Lebens. Doch bevor über unsere eigene Taufe gesprochen werden kann, führt der Weg zunächst an den Jordan: zu Johannes dem Täufer und zu der überraschenden Tatsache, dass sich auch Jesus taufen lässt.
Dabei stellt sich eine entscheidende Frage: Warum empfängt der sündenlose Sohn Gottes eine Taufe der Umkehr?
Nina Heereman erklärt, worin sich die Taufe des Johannes von den jüdischen Reinigungsritualen und von der späteren christlichen Taufe unterscheidet. Die Taufe des Johannes ist ein Zeichen der Umkehr und bereitet die Menschen auf den Messias vor. Sie kann jedoch weder Sünden vergeben noch den Menschen als Kind Gottes neu gebären.
In der Taufe Jesu wird dagegen bereits das gesamte österliche Geheimnis sichtbar: Christus steigt stellvertretend für die Sünder in das Wasser hinab. Sein Untertauchen verweist auf seinen Tod, sein Auftauchen auf die Auferstehung. Der sich öffnende Himmel zeigt, dass durch Christus der versperrte Zugang zu Gott wieder geöffnet wird.
Auch die drei göttlichen Personen werden offenbar: Der Sohn steht im Jordan, der Heilige Geist kommt in Gestalt einer Taube herab und die Stimme des Vaters bezeichnet Jesus als seinen geliebten Sohn. In diesen Worten verbinden sich zentrale Motive des Alten Testaments: Isaak, der geliebte Sohn Abrahams, und der leidende Gottesknecht aus dem Buch Jesaja.
Justus und Nina sprechen außerdem über die alte Vorstellung, Jesus sei erst bei seiner Taufe zum Sohn Gottes oder zum Messias geworden. Sie zeigen, weshalb eine solche Deutung nicht nur christologisch problematisch ist, sondern letztlich auch die Erlösung des Menschen infrage stellt.
Zum Abschluss geht es um eine zunächst merkwürdige Beobachtung: Jesus selbst tauft nicht. Stattdessen überträgt er seinen Jüngern den Auftrag, Menschen zu taufen und in das neue Volk Gottes aufzunehmen. Die Sakramente erscheinen damit nicht als spätere Erfindung der Kirche, sondern als die Weise, in der der auferstandene Christus sein Heilswerk durch seinen fortlebenden Leib, die Kirche, gegenwärtig hält.
Die Hosts
Dr. Nina-Sophie Heereman
Dr. Nina-Sophie Heereman ist Bibeltheologin und Lehrerin der Heiligen Schrift. Nach einer juristischen Ausbildung führte sie ihr geistlicher Weg in die Theologie, die sie in Rom, Jerusalem und Freiburg studierte. Sie lehrte unter anderem in Paris und Rom und widmet ihr Leben der Auslegung und Vermittlung des Wortes Gottes. Ihr besonderes Anliegen ist es, die Schätze der Heiligen Schrift für Kirche, Glauben und Verkündigung fruchtbar zu machen.
Dr. Justus Geilhufe
Justus Geilhufe ist Theologe, Pfarrer, Buchautor, Podcaster und eine prägnante Stimme aus Ostdeutschland. Geboren 1990 in Sachsen, studierte und promovierte er in Deutschland, Schottland, Italien und den USA. Heute lebt er mit seiner Familie in Großschirma und ist Pfarrer am Dom Freiberg. Mit seinem Begriff der Ostdolce Vita wirbt er für eine Haltung, in der Schönheit, Sinn und Gemeinschaft nicht anderswo gesucht, sondern vor Ort gelebt werden.
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Die Bücher von Justus Geilhufe
Die atheistische Gesellschaft und ihre Kirche
Gott und die Schönheit
Gott und die Wahrheit: Erfahrungen in der atheistischen Gesellschaft
Publikationen von Nina-Sophie Heereman
Behold King Solomon on the Day of His Wedding
Athirst for the Spirit: Biblical Wisdom for Desert Times
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