Stadtklima in Echtzeit: Wie meteoblue Städte misst, modelliert und in digitale Zwillinge bringt. Wenn Städte ihr Klima messen wollen, müssen sie zuerst entscheiden, welches Klima sie überhaupt vor der Tür haben.
Genau zu diesem Punkt habe ich in der aktuellen Folge mit Nico Bader von meteoblue gesprochen. Nico kümmert sich seit über sechs Jahren um das Thema Stadtklima, von hochauflösenden Windsimulationen über Starkregen- und Hochwassermodellierung bis zur Luftqualität. Was die meisten unterschätzen: Welche Klimagefahr in einer Stadt dominiert, hängt stark von der Größe, der Lage und der Versiegelung ab. Hitze ist ein Großstadtthema, Starkregen trifft Mittelgebirgsgemeinden, Stürme sind eigentlich ein Herbstthema, nicht ein Sommerthema.
Im Gespräch geht es um die Zusammenarbeit von meteoblue mit der Stadt Zürich, ein Messnetz, das ursprünglich als wissenschaftliches Innosuisse-Projekt mit der Hochschule Winterthur startete und heute als laufender Service mit dem städtischen Amt für Umwelt- und Gesundheitsschutz weiterläuft. Nico erklärt, warum das ursprüngliche Messnetz später bewusst ausgedünnt wurde, wie meteoblue Städte im Workshop-Format an die richtige Sensorplatzierung heranführt, und wie aus Mess- und Modelldaten am Ende eine Wärmeinselkarte für die Klimaanpassungsplanung wird.
Außerdem reden wir über Datensouveränität: Bei meteoblue laufen die Messwerte alle zehn Minuten in eine eigene Datenbank, von der die Stadt sich bedient, oder umgekehrt holt meteoblue die Daten aus der städtischen Datenplattform. Beide Wege sind etabliert. Den Bogen schließt die Frage, wie diese Klimadaten in digitale Zwillinge einfließen: meteoblue versteht sich als Datenprovider, der stündliche Modelldaten als Schicht in 3D-Stadtmodelle und Smart-City-Dashboards liefert.
Kapitelmarken werden nach Live-Schaltung aus dem Audio ergänzt.
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