Dass Amy Gutmann seit dem Frühjahr als US-Botschafterin ausgerechnet in Berlin arbeitet, hätte ihren Vater sicherlich überrascht. Kurt Gutmann stammte aus Feuchtwangen in Mittelfranken, musste aber als Jude in den 1930ern vor den Nazis fliehen und emigrierte in die USA. Die erstaunliche Karriere seiner Tochter hat er nicht mehr miterleben können. Amy Gutmann ist eine vielfach ausgezeichnete Politologin, ehemalige Professorin in Princeton und bis zu ihrer Ernennung als Botschafterin in Berlin war sie Präsidentin der University of Pennsylvania. Im Interview mit ARD-Hauptstadtkorrespondentin Bianca Schwarz erzählt Amy Gutmann, was es ihr bedeutet, heute Botschafterin in dem Land zu sein, aus dem ihr Vater einst fliehen musste, wann sie durch den Rheingau radeln will und welche diplomatischen Türen Putin offenstehen.
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