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Ist das Ende des Verbrenner-Verbots ein Manöver, das die Realität ignoriert?
Die geplante Abkehr vom Verbrenner-Aus der EU im Jahr 2035 stößt bei führenden deutschen Wirtschaftsexperten auf scharfe Kritik. Sie warnen, dass eine längere Zulassung von Benzin- und Dieselmotoren die eigentlichen Probleme der deutschen Hersteller nicht löst und dem Industriestandort sogar schaden könne.
Verbrenner behalten führt noch tiefer in die KriseEiner der wichtigsten Gründe: Die Autobauer hätten längst massiv in Elektroautos, deren Entwicklung und Produktion investiert und im Gegenzug die Weiterentwicklung von Verbrennern heruntergefahren. Anita Wölfl vom Münchner Ifo-Institut bringt die Skepsis auf den Punkt und stellt die entscheidende Frage: „Woher sollten also in den nächsten Jahren plötzlich neue Verbrenner-Modelle kommen?“ (Quelle: Handelsblatt).
Eine zweigleisige Strategie, bei der Hersteller parallel E-Autos und Verbrenner entwickeln, lohne sich auf Dauer nicht. Derzeit sieht das zwar noch anders aus, wie der Erfolg von BMW zeigt, die mit der Entwicklung beider Antriebsarten im deutschen Vergleich noch am besten dastehen. Doch langfristig sei es nicht wirtschaftlich, die Entscheidung zu verschieben.
Mit Aus vom Verbrenner-Aus schadet EU nur sich selbstVor den Auswirkungen, die Entscheidung gegen den Verbrenner in Neuwagen nun rückgängig zu machen, warnt auch Monika Schnitzer, die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen. Sie fürchtet, die Regierung sei einer falschen Wunschvorstellung auf den Leim gegangen, wonach ein Aufschub für Verbrenner Arbeitsplätze in Deutschland und Europa retten würde: „Würde man diese Arbeitsplätze retten, wenn man das Verbrenner-Aus jetzt verschiebt? Ich fürchte, das Gegenteil ist der Fall.“
„Wenn es jetzt (…) heißt, die Deutschen hätten bei den Verbrennern einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, kann ich nur sagen: kurzfristig vielleicht“, meint Schnitzer weiter. „Aber heute nutzt auch niemand mehr ein Tastenhandy.“
Ihr Vergleich zeigt: Das Problem ist viel umfassender als bloß eine Entscheidungsschlacht zwischen den Antriebsarten. Viele europäische Hersteller verlassen sich auf veraltete Technik, haben die Trends zur Digitalisierung und Vernetzung ihrer Fahrzeuge zu lange verpasst und zeigen sich jetzt nicht mehr in der Lage, ihr Versäumnis nachzuholen.
Auch Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) kritisiert die Abkehr vom Verbrenner-Aus ab 2035 als kurzsichtig. Er wirft die Frage auf, ob die entscheidungstragenden Manager auf schnelle Gewinne aus seien oder tatsächlich im Sinne der Branche und ihrer Angestellten handeln würden. Doch sogar die vermeintlich schnellen Gewinne durch Verbrenner stehen infrage.
Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft geht davon aus, dass sich die Debatte von selbst erledigen werde: „E-Autos und Plug-in-Hybride werden bis 2035 für die allermeisten Anwendungen sowieso das bessere Produkt sein.“ Ob Verbrenner noch erlaubt sein werden – die Frage würde sich dann ohnehin nicht mehr stellen, weil sie einfach die schlechtere Wahl sind.
By Ist das Ende des Verbrenner-Verbots ein Manöver, das die Realität ignoriert?
Die geplante Abkehr vom Verbrenner-Aus der EU im Jahr 2035 stößt bei führenden deutschen Wirtschaftsexperten auf scharfe Kritik. Sie warnen, dass eine längere Zulassung von Benzin- und Dieselmotoren die eigentlichen Probleme der deutschen Hersteller nicht löst und dem Industriestandort sogar schaden könne.
Verbrenner behalten führt noch tiefer in die KriseEiner der wichtigsten Gründe: Die Autobauer hätten längst massiv in Elektroautos, deren Entwicklung und Produktion investiert und im Gegenzug die Weiterentwicklung von Verbrennern heruntergefahren. Anita Wölfl vom Münchner Ifo-Institut bringt die Skepsis auf den Punkt und stellt die entscheidende Frage: „Woher sollten also in den nächsten Jahren plötzlich neue Verbrenner-Modelle kommen?“ (Quelle: Handelsblatt).
Eine zweigleisige Strategie, bei der Hersteller parallel E-Autos und Verbrenner entwickeln, lohne sich auf Dauer nicht. Derzeit sieht das zwar noch anders aus, wie der Erfolg von BMW zeigt, die mit der Entwicklung beider Antriebsarten im deutschen Vergleich noch am besten dastehen. Doch langfristig sei es nicht wirtschaftlich, die Entscheidung zu verschieben.
Mit Aus vom Verbrenner-Aus schadet EU nur sich selbstVor den Auswirkungen, die Entscheidung gegen den Verbrenner in Neuwagen nun rückgängig zu machen, warnt auch Monika Schnitzer, die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen. Sie fürchtet, die Regierung sei einer falschen Wunschvorstellung auf den Leim gegangen, wonach ein Aufschub für Verbrenner Arbeitsplätze in Deutschland und Europa retten würde: „Würde man diese Arbeitsplätze retten, wenn man das Verbrenner-Aus jetzt verschiebt? Ich fürchte, das Gegenteil ist der Fall.“
„Wenn es jetzt (…) heißt, die Deutschen hätten bei den Verbrennern einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, kann ich nur sagen: kurzfristig vielleicht“, meint Schnitzer weiter. „Aber heute nutzt auch niemand mehr ein Tastenhandy.“
Ihr Vergleich zeigt: Das Problem ist viel umfassender als bloß eine Entscheidungsschlacht zwischen den Antriebsarten. Viele europäische Hersteller verlassen sich auf veraltete Technik, haben die Trends zur Digitalisierung und Vernetzung ihrer Fahrzeuge zu lange verpasst und zeigen sich jetzt nicht mehr in der Lage, ihr Versäumnis nachzuholen.
Auch Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) kritisiert die Abkehr vom Verbrenner-Aus ab 2035 als kurzsichtig. Er wirft die Frage auf, ob die entscheidungstragenden Manager auf schnelle Gewinne aus seien oder tatsächlich im Sinne der Branche und ihrer Angestellten handeln würden. Doch sogar die vermeintlich schnellen Gewinne durch Verbrenner stehen infrage.
Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft geht davon aus, dass sich die Debatte von selbst erledigen werde: „E-Autos und Plug-in-Hybride werden bis 2035 für die allermeisten Anwendungen sowieso das bessere Produkt sein.“ Ob Verbrenner noch erlaubt sein werden – die Frage würde sich dann ohnehin nicht mehr stellen, weil sie einfach die schlechtere Wahl sind.