Vreni Frost gilt als Influencerin der ersten Stunde. Dennoch will sich Frost nun aus dem Geschäft zurückziehen. Grund dafür ist vor allem der Rechtsstreit um die korrekte Werbekennzeichnung, den Frost in den vergangenen Monaten ausfechten musste. "Als Litfaßsäule bezeichnet zu werden, hat mir sehr zugesetzt", sagt sie in einem Gespräch auf den Digital Marketing Days, das HORIZONT Online nun als Podcastfolge veröffentlicht. Frost wurde zu Beginn des Jahres einer breiten Öffentlichkeit bekannt, weil sie einen viel beachteten Rechtsstreit ausgefochten hat. Sie wurde vom Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) abgemahnt, weil sie werbliche Beiträge nicht entsprechend gekennzeichnet haben soll. Es folgte ein Prozess, der mit einem Teilerfolg für Frost endete. Ergebnis des Rechtsstreit: Verlinkungen von Marken in einem redaktionellen Umfeld ohne Kooperationen mit einem Unternehmen sind nicht zu kennzeichnen. "Für mich hat das Urteil gar nichts geändert", sagt Frost. "Ich kennzeichne nach wie vor alles, wo ich Marken verlinke, als Werbung." Außerdem wolle sie sich nicht noch einmal einen solch teuren Rechtsstreit leisten. "Das hat mich mehr als 10.000 Euro gekostet, die ich teilweise mit Crowdfunding finanziert habe." Frost bedauert sogar ihren Teilerfolg vor Gericht: "Leider habe ich in diesem Fall gewonnen. Dadurch kommt es jetzt nicht zu einem BGH-Urteil. So gilt mein Urteil nur für Berlin. Man kann mich in München, Hamburg oder Frankfurt wieder anklagen." Hoffnung setzt sie in Cathy Hummels, die ebenfalls vom VSW abgemahnt wurde. "Hummels könnte es vor das BHG schaffen", so Frost.