Drei Generationen reden über Guilty Pleasures
Das war von Boom bis Z. Der queerfeministische Generationen-Podcast der frauenseiten Bremen.
Von Boom bis Z ist ein Podcast vom Verein Frauen lernen gemeinsam e.V und den frauenseiten Bremen.
Konzept und Redaktion: frauenseiten Bremen
Musik: Imke Bolz
Redaktion: frauenseiten, Text. zur Folge Kathi
Artwork: Luise Hahn mit besonderem Dank an Pia Brand
Social Media: die frauenseiten Social Media Unit
Schnitt: Jasmin Hebner
Mastering: Janna Fischer
Produktion: Renate Strümpel
Ihr habt Fragen, Vorschläge oder wollt euch einbringen? Schreibt eine Mail an [[email protected] .](mailto:[email protected] .)
Guilty Pleasures: Schuld oder Genuss? Eine Generationen-Diskussion
Wir alle kennen sie: diese kleinen (oder großen) Dinge, die uns Freude bereiten – und gleichzeitig ein schlechtes Gewissen machen. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Guilty Pleasure? Wer definiert, was „schuldig“ oder „peinlich“ ist? Und vor allem: Überwiegt am Ende die Schuld – oder der Genuss?
Mit diesen Fragen setzen sich Renate, Jasmin, Joline und Andrea in der neuen Folge des queerfeministischen Generationenpodcasts Von Boom bis Z auseinander.
Was ist ein Guilty Pleasure?
Der Begriff geistert seit Jahren durch Social Media – besonders bei jüngeren Generationen fast schon inflationär genutzt. Doch was bedeutet er eigentlich?
Laut Definition geht es um
schuldige oder heimliche Vergnügen: Dinge, die uns Freude bereiten, die wir aber gleichzeitig als sinnlos oder peinlich empfinden. Oft steckt dahinter nicht nur unsere eigene, sondern auch eine
gesellschaftliche Bewertung, die das schlechte Gewissen weckt.
Erstmals tauchte der Begriff 2004 im Urban Dictionary auf. In Deutschland wurde er vor allem durch Ashley Tisdales Album Guilty Pleasure (2009) populär.
Generationengerechte Perspektiven: Von Babywünschen bis Trash-TV
Doch ab wann überwiegt die Guilt das Pleasure? Die Antworten der vier Podcasterinnen könnten unterschiedlicher nicht sein – und zeigen: Die Definition hängt stark von der Generation ab.
Andrea (fast Boomer): Erinnert sich an Zeiten, in denen der Wunsch nach einem Baby ein Guilty Pleasure war – lange bevor der Begriff überhaupt geläufig war.Jasmin & Joline (Gen Z): Sehen ihre Guilty Pleasures eher im Schauen schlechter Filme oder Trash-TV (um sich danach darüber aufzuregen), im Zocken oder in experimentellen Essenskombinationen wie Spekulatius mit Gewürzketchup.Doch nicht alles muss schuldig sein: Die Twilight-Saga wird vehement verteidigt, und auch das Traumschiff bleibt nicht unkommentiert. Renate bringt die Diskussion auf den Punkt: Guilty Pleasures sind oft Dinge, die wir selbst vielleicht nicht perfekt finden – die uns aber trotzdem faszinieren.
Kapitalistische Selfcare und philosophische Pommes
Anhand von Listen deutscher Guilty Pleasures hangeln sich die Vier durch die absurden und nachdenklichen Aspekte des Themas:
Selfcare: Warum fühlen wir uns schuldig, wenn wir uns um uns selbst kümmern? Spielt hier der kapitalistische Markt eine Rolle, der Selfcare mit Konsum verknüpft? Oder liegt es an patriarchalen Gender-Rollen?Fast Food: Ein veganer Burger oder Pommes im Freibad – klar, das schmeckt. Aber warum fühlen wir uns dabei schuldig? Und wem gegenüber eigentlich?Prokrastination: Wir schieben wichtige Aufgaben auf – und räumen stattdessen zum zehnten Mal die Wohnung um. Doch wo bleibt da der Genuss?Guilty Pleasures als Coping-Strategie
Die Diskussion wird philosophisch: Guilty Pleasures können nützlich sein!
Als Eskapismus oder Self-Soothing (Selbstregulation) helfen sie, mit Stress, Traumata oder einfach einem anstrengenden Alltag umzugehen.Auf gesellschaftlicher Ebene regen sie zum Hinterfragen moralischer Normen an.Rebranding: Brauchen wir einen neuen Begriff?
Angesichts all dieser Erkenntnisse stellt sich die Frage: Ist „Guilty Pleasure“ überhaupt noch zeitgemäß?
Die Podcasterinnen plädieren für Alternativen wie:
„Joyful Indulgences“ (freudige Verwöhnung)„Tiny Personal Luxuries“ (kleine persönliche Luxusmomente)Der ultimative Reality-Check
Damit ihr sicher geht, dass eure Pleasures wirklich bereichernd sind, hat Jasmin eine Checkliste parat:
✅ Fühlst du dich hinterher besser oder schlechter?
✅ Hast du es unter Kontrolle – oder kontrolliert es dich?
✅ Trägt es Positives zu deinem Leben bei – oder betäubt es nur Negatives?
(Anmerkung: Ein Ausgleich zum Arbeitsalltag ist natürlich erlaubt!) Und jetzt: Rein hören!
Das war noch längst nicht alles! In der Folge erfahrt ihr:
Warum Trump anscheinend zu viele Möhren isst,wie Florian Silbereisen gleich zwei Guilty Pleasures in sich vereint,warum Indie eigentlich nur Schlagermusik ist,und was Timmy der Wal mit alldem zu tun hat.Die neue Folge von Von Boom bis Z gibt’s überall, wo es Podcasts gibt!